Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo zusammen,
der Durchschnittsabstand der Augen bei Erwachsenen soll um 6,5 bis 7 cm liegen. Haben Stereokameras diese Basis, spricht man wohl von natürlicher Basisbreite. Gleichzeitig wird in verschiedenen Quellen ein Bezug bei diesem Abstand zu Motiv-Entfernungen bis zu ca. 2-4 Meter hergestellt.
Wählt man eine größere Basisbreite werden Entfernungen über 4 -6 Meter deutlich räumlicher dargestellt, aber die Motive beginnen den Lilliput-Effekt zu zeigen (Motive wirken klein wie im Modellbau).
Bei Basisbreiten unter 6,5 cm sind Entfernungen deutlich unter 1 Meter sinnvoll, hier können Motive beginnen gigantisch zu wirken.
Ist es also sinnvoll bei Stereo-Kamera-Beschreibungen die Basisbreite (Objektiv-Mitte zur Objektiv-Mitte) anzugeben?
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
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Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo Rainer,
wie im Nachbarthread schon beschrieben, hat sich bei den populären Formaten 4,5x7 und 6x13 eine stereoskopische Basis von 65 mm etabliert. Auch bei 10x15-Kameras, die eine Stereoplatine aufnehmen können, habe ich für die betr. Bohrungen diesen Wert gemessen. Anders wird es bei klein- und großformatigen Kameras sein; da wird es sich anbieten, die Stereobasis zu anzugeben.
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo
bisher war ich immer der Meinung das der Stereoeffekt mit dem Pupillenabstand zu tun hat. Es gibt doch auch deshalb Kameras mit veränderbarem Augenabstand, aber ich habe noch nie eine zuordnung zur Größe des Bildes gefunden.
Ja, ich stimme zu das die Basisenfernung mit angegeben wird da es dadurch ja auch nach meinem Wissensstand überhaupt erst möglich ist das zum Beispiel ein Mensch aus Fernost mit einer Europa 3D Kamera überhaupt den 3D Effekt sehen kann.
Bei den 3D Kameras sind mir zwar einige wenige untergekommen aber bei den Betrachtern sehr oft.
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo zusammen,
ich hatte vor Jahren bezüglich der Stereo-Wirkung Versuche mit zwei Olympus-Kameras und einem Schiebeschlitten gemacht und dabei mit Veränderung der Basisbreite experimentiert.
Hierbei kam heraus:
Große Basisbreite ( mehr als der typische Augenabstand von 6,5 bis 7 cm) Steigerung der Raumwirkung auf Entfernung bis über 10 Meter hinaus, auch Gegenstände und Personen wirkten klein (Lilliput-Effekt).
Verringerung das Basis war nicht möglich, da die beiden Kameras nicht nahe genug platziert werden konnten.
Hier hatte also auch die Basis der Kameras die von mir beschriebene Wirkung.
Die damaligen Versuche machte ich mit meinen beiden Olympus PEN Kameras (Basis 10 cm):
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo Wolfgang,
Sammler:bisher war ich immer der Meinung das der Stereoeffekt mit dem Pupillenabstand zu tun hat.
Genau – und der beträgt im Durchschnitt ca. 65 mm. Daran orientieren sich die Kamerahersteller, das ist auch in der stereoskopischen Literatur detailliert dargestellt (z. B. H. Lüscher: Stereophotographie, 1931, S. 24 u. 36). Gleiches gilt für Zubehör wie Stereoschieber usw. (--> https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...5&thread=30). Ein solcher Näherungswert ist natürlich ein Kompromiss, das scheint ungeachtet unterschiedlicher persönlicher Dispositionen aber gut funktioniert zu haben.
Sammler: Es gibt doch auch deshalb Kameras mit veränderbarem Augenabstand.
Von Kameras aus meinem Sammelgebiet (Stereokameras 4,5x10,7 und 6x13 aus der ersten Hälfte des 20. Jh.s) kenne ich das nicht. Hast Du Hinweise auf konkrete Modelle? Könnten es Kameras in kleineren Formaten sein, vermutlich solche mit doppeltem Sucherokular?
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo Pavel,
vielen Dank für den Hinweis auf dieses interessante Modell! Ich habe mal im Katalog nachgesehen; da gab es offenbar ein separates "Stereo-Nahbrett" als Sonderzubehör.
Möglich sind solche Verstellungen ja ohnehin nur bei Schlitzverschluss-Kameras; bei Kameras mit Stereo-Zentralverschluss ist der Abstand der Objektive ja zwangsläufig fixiert.
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo Jan S
Ich habe den Text aus meiner Erinnerung herau geschrieben. Eine direkte Kamera kann ich nicht mehr nennen aber bei meinen Führungen im Deutschen Kameramuseum war dies immer eine Frage bei der Erklärung der Stereo Vitrine und das Immer mit einem bestimtem Modell.
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo zusammen,
ich wollte noch mal auf diesen Punkt im Startbeitrag des Threads verweisen:
Wählt man eine größere Basisbreite (als 6-7 cm) werden Entfernungen über 4 -6 Meter deutlich räumlicher dargestellt, aber die Motive beginnen den Lilliput-Effekt zu zeigen (Motive wirken klein wie im Modellbau).
Ich meine damit: Nur Kameras, deren Objektiv-Mittelachsen ca 6-7cm auseinander liegen, erzeugen beim Betrachter mit einem zu seinem Augenabstand passenden Betrachter ein natürlich empfundenes Raumbild.
Ist die zu betrachtende Aufnahme mit einer größeren Basis bei der Kamera gemacht worden, wirken die Bilder leicht übernatürlich räumlicher auch in entfernteren Teiles des Motivs, aber gleichzeitig beginnt sich der Lilliput-Effekt auszuwirken.
Wer also eine Kamera hat mit größerer Basis als 6-7 cm hat, muß die im Vorabsatz beschrieben Wirkungen bedenken.
Das ist sozusagen für mich der Grund, dass bei Stereo-Kamerabeschreibungen für Modell mit mehr als 7 cm eine Basisbreitenangabe eigentlich ganz sinnvoll sein könnte.
Vielleicht haben aber alle Stereokameras eine Basisbreite unter 7 cm?
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.