Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo Wolfgang,
ja, die Stereax ist mir ein Begriff (ich besitze aber kein Exemplar), sie hat ebenfalls einen Schlitzverschluss. Der Objektivabstand ist m.W. aber fest, Pritschow gibt ihn mit 65 mm an. Beim 6x13-Modell ist aber wie – bei vielen anderen Modellen – eine Panoramafunktion gegeben, das Objektivbrett wird also verschoben, und zwar so, dass ein Objektiv in die Mitte des geschoben wird und das andere ganz aus dem Strahlengang gerät.
Pritschow nennt aber ein anderes Modell, das in diesem Zusammenhang interessant ist: "Stereo-Fokal-Primar" von Bentzin (Görlitz). Er notiert dazu: "Das besondere Kennzeichen dieses aus Hartholz bestehenen Spezialmodells , das in den Formaten 6x13, 10x15 und 9x18 hergestellt wird, ist eine Einrichtung zur Verstellung des Objektivabstandes von 5,6 bis 6,4 cm." (S. 253)
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Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
HALLO JAN
Ich habe eine Abbildung von einer Contessa Nettel Stereax Tropical im Netz gefunden und da kann man wunderbar sehen das das eine Objektiv nicht miittig auf einer Grundplatte montiert ist und durch drehen näher an das andere Objektiv gebracht werden kann da andere Objektiv aber weiterhin zur Aufnahme benötigt wird
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo Wolfgang,
vielen Dank, sehr interessant! Das ist offenbar ein durch einen späteren Besitzer modifiziertes Exemplar mit zwei separaten Compurverschlüssen (und Voigtländer-Objektiven!). Den Ring-Compur gab es zu Zeiten von Contessa Nettel ja noch nicht. Die Kamera hat ja eigentlich nur den Schlitzverschluss; entweder wollte jemand tatsächlich die Stereobasis modifizieren, oder es ist der Versuch, den defekten Schlitzverschluss durch zwei (nicht gekoppelte) Zentralverschlüsse zu ersetzen. Die Skopare mit der Brennweite 8,3 cm dürften jeweils aus einer Voigtländer Rollfilm 5x8 stammen. Auf jeden Fall ein interessantes Exponat, vielen Dank für den Hinweis!
Sammler:HALLO JAN
Ich habe eine Abbildung von einer Contessa Nettel Stereax Tropical im Netz gefunden und da kann man wunderbar sehen das das eine Objektiv nicht miittig auf einer Grundplatte montiert ist und durch drehen näher an das andere Objektiv gebracht werden kann da andere Objektiv aber weiterhin zur Aufnahme benötigt wird
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo Wolfgang,
herzlichen Dank, überzeugt! Da ist ja wirklich die Änderung der Stereobasis serienmäßig. Die Koppelstange scheint man zu diesem Zweck aushängen zu können.
Im Text wird ja angedeutet, dass es Ähnlichkeiten mit der Stereo-Deckrullo-Nettel gibt. In der Tat dürfte es tatsächlich keine Stereax, sondern die Stereo-Deckrullo-Nettel sein, die übrigens später von ZI als Nr. 331 bzw. 613/9 angeboten wurde. Die Kamera besitzt allerdings das Format 10x15, das dürfte auch für das Exponat des Kameramuseums zutreffen, die Brennweite 12 cm spricht dafür (die Kamera u.a. auch bei Kerkmann unter 0325 [Contessa Nettel], 02170 und 02179 [Zeiss Ikon].
Vielleicht läuft mir mal ein Exemplar über den Weg, spannend.
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo
Ich habe noch einmal in meinen Unterlagen geblättert und bin dabei auf die folgenden Kameras gestossen bin aber nicht überzeugt ob das tatsächlich Kameras mit verstellbarer Basis sind.
Baudry Isographe Stereo Bentzin Stereo Fokal Primar Cornu Ontoscope Ernemann Heag III Stereo Ernemann Klapp Kamera Modell II Stereo Gallus Stereo Photo Hall Perfect Stereo Richard Homeos Typ I Richard Homeos Typ II Spitzer Stereo Gasporone Voigtländer Spiegelreflex Stereo 6,5 x 12
Da haben die beiden Bedienschieber für die Objektive eine Verschiebe-Justage-Option. Allerdings kann ich auf dem Foto nicht erkennen, ob man die beiden Standarten-Segmente weiter auseinander schieben könnte.
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo Wolfgang,
ja, "verschiebbarer Objektivträger", aber nur als ein gemeinsames Teil für beide Objektive. Der Abstand der beiden Objektivteile zu einander konnte nicht verändert werden, so deute ich zumindest Fotos der Kamera.
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Re: Sollte man bei Stereo-Kameras die Stereo-Basisbreite mit angeben?
Hallo zusammen,
in Betracht kommen konstruktionsbedingt nur Kameras mit Schlitzverschluss. Bei Stereo-Zentralverschlüssen ist der Abstand der Objetkive zueinander notwendigerweise fix.
Aus Wolfgangs Liste kann ich die Bentzin bestätigen (s. meinen Beitrag oben), für diese Kamera wird bei Pritschow die Verstellmöglichkeit ausdrücklich erwähnt.
In der Frühzeit hatte Voigtländer aber zugekaufte Kameras im Programm, die von Busch bzw. Bentzin hergestellt wurden; bei diesen Kameras dürfte tatsächlich eine Verstellung des Objektivabstands möglich sein (--> Prochnow PR 2864-67 und PR 2870-73); das sind allerdings keine Spiegelreflexkameras.
Die Heag III hat einen Zentralverschluss und scheidet ebenfalls aus. Im Katalog 1904/05 wird auf horizontale und vertikale Verschiebung des Objektivs hingewiesen, verschoben wird hier aber das Objektivbrett mitsamt Verschluss/Objektiven:
Für die frz. Kameras muss ich nochmals nachsehen; ich meine aber, dass Ontoscope (davon gab es diverse Modelle) und die anderen Modelle Zentralverschlüsse besitzen.