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[iIa] Berning Robot II
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10.09.08 23:08
Rainer 

Administrator

10.09.08 23:08
Rainer 

Administrator

[ iIa ] Berning Robot II

Hallo zusammen,

der Robot II (Insider nennen die Kamera Robot II "den Robot") verwendet die heute sehr sehr seltenen Robot-Filmkassetten Typ N / T. Nötig war die Verwendung von Spezial-Kassetten (T-Patronen), weil die Original-35mm-Film-Patronen wegen des zu hohen mechanischen Reibwiderstandes den Filmtransportmotor überfordert hätten. Es gab ein Umspulgerät, um KB-Filme verwenden zu können. Der mechanische Aufziehmotor steuerte außerdem den Rotationsverschluss und bildete eine Funktionseinheit.

Es gab wohl ein Zubehör (Robot Tageslichtumspuler), mit dem von einer Standard-35mm-Patrone in die Robot-Patrone umspult werden konnte und nach der Belichtung umgekehrt. Weiter gab es Aufbewahr-Gehäuse für die Patronen mit dem Hinweis "belichtet" und "unbelichtet".

Der Filmtransport- und Verschluss-"Aufzugs"-Motor wurde von Hand über ein griffiges Drehrad oben auf der Kamera gespannt. Es wird bererichtet, dass geübte Photographen durchaus freihändig bis zu drei Aufnahmen pro Sekunde schafften.

Es gab 1951 eine Nachfolgeversion, den Robot IIa.Unterschied zum Robot II: Doppelkontakt zur Blitzsynchronisation und kann statt mit den T-Patronen mit normalen Kleinbildpatronen arbeiten.

Kamera öffnen: Links (von hinten) Schieber nach unten.



  • Hersteller, Modell: Otto Berning Robot II (Robot 2), Düsseldorf

  • Baujahr: 1939-1951 in Varianten

  • Format: Kleinbildfilm. 24 x 24 mm. Spezial-Kassetten Typ K und N waren erforderlich.

  • Objektiv: Wechselobjektiv mit Schraubgewinde. Lichtstarkes Rodenstock Heligon 1:1,9 f=4 cm. 0,6 Meter bis unendlich. Schärfentiefe-Tabelle. Das Heligon war wohl recht selten an der Kamera im Einsatz. es hat hier die Serien-Nr.: 2028147. Die Kamera wurde auch mit anderen Objektiven geliefert. Geeignet für Wechselobjektive unterschiedlicher Brennweiten. Das Gewinde passt zwar zu verschiedenen Filmkamera-Objektiven, ist aber optisch nicht verwendbar.

  • Aufnahmen: 50

  • Blenden: 1,9 - 16

  • Verschluss: Rotationsverschluss, B, 1/2 bis 1/500 Sek. Einstellrad unten links neben Objektiv.

  • Blitz: Blitzschuh . Getrennter Synchronkontakt neben dem Zeitenrad.

  • Entfernungsmesser: nein

  • Filmzählwerk: ja, mit Rückstellung und Sicherung gegen versehentliches Verstellen.

  • Sucher: 2 Durchsichtsucher, einer mit 90 Grad Winkel, umschaltbar. Kein Parallaxenausgleich.

  • Filmtransport / Auslöser: Drehknopf für mechanischen Aufzugsmotor auf Oberseite für ca. 15 Aufnahmen. Auslöser direkt daneben, blockierbar.

  • Entfernungsmesser: nein

  • Selbstauslöser: nein, aber optional mechanische Fernauslöser und elektromechanische Selbstauslöser

  • Film-Empfindlichkeiten: alle

  • Film-Typ: Kleinbild 135 (allerdings umgespult in Spezial-T-N-Patronen)

  • Filmtyp-Merkscheibe: nein

  • Besonderheiten, Sonstiges: Stativgewinde, Doppelbelichtungssperre, Drahtauslöser, Auslösesperre, Vollmetallgehäuse. Serienbildaufnahme. Film-Ebenen-Anzeige. Filmführung und Rück-Klappdeckel-Passung sehr exakt. Zahnrad für Perforation (Filmtransport) durch federnde Eingreif-Stabilisierung sehr gut. Film-Ebene-Markierung.





Hier sind die Spezial-Kassetten gut zu erkennen. Diese Kassetten waren leichtgängiger, sodass der Federmotor den Film besser durchziehen konnte.


Der Verschluss ist hier recht gut zu erkennen.


Der Aufziehmotor befindet sich im Drehrad. Es gab Ausführungen der Robot mit wesentlich stärkeren Motoren, um längere Filme durchziehen zu können. Dann war das Drehrad dreifach - vierfach so hoch.


Die beiden Sucher-Einsichtfenster mit dem Umschalter.


MFG Rainer

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

Zuletzt bearbeitet am 20.08.20 18:46

Datei-Anhänge
robot.jpg robot.jpg (2297x)

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robot2-1.jpg robot2-1.jpg (479x)

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robot2-2.jpg robot2-2.jpg (449x)

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robot2-3.jpg robot2-3.jpg (426x)

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robot2-4.jpg robot2-4.jpg (470x)

Mime-Type: image/jpeg, 137 kB


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02.07.11 10:57
Rainer 

Administrator

02.07.11 10:57
Rainer 

Administrator

Re: Robot (Berning) Robot II

Hallo zusammen,

Nachtrag: Bei YouTube gibt es ein kleinen Clip zur Robot II:

http://www.youtube.com/watch?v=nQ3qgVIPoBI




MFG Rainer (Admin)

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

Zuletzt bearbeitet am 02.07.11 11:13

02.07.11 12:40
Klaus 

BZF-Meister

02.07.11 12:40
Klaus 

BZF-Meister

Re: Robot (Berning) Robot II

Hallo Rainer,

tolles Gerät, diese kleine Kamera.

Lassen sich denn auch Serienaufnahmen belichten, wenn man den Finger gedrückt hält?
Das geht aus dem Video nämlich nicht hervor. Bei den elektronischen Kameras ist das heute bekanntlich gar kein Problem mehr.

Sonne lacht - Blende 8
LG Klaus

03.07.11 09:53
Rainer 

Administrator

03.07.11 09:53
Rainer 

Administrator

Re: Robot (Berning) Robot II

Hallo Klaus,

leider muss man für jede Aufnahme neu den Auslöser drücken.


MFG Rainer (Admin)

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

03.07.11 10:43
Rainer 

Administrator

03.07.11 10:43
Rainer 

Administrator

Re: Berning Robot II

Hallo zusammen,

ich habe oben im Startbeitrag noch einige Photos zugefügt, um die Kamera genauer mit ihren Besonderheiten darzustellen.

MFG Rainer (Admin)

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

03.07.11 14:34
Klaus 

BZF-Meister

03.07.11 14:34
Klaus 

BZF-Meister

Re: Berning Robot II

Hallo Rainer,

danke, dann weiß ich Bescheid.
Daueraufnahmen erscheinen mir manchmal ganz praktisch, wenn ich bei Personen die beste Aufnahme heraussuchen möchte; wenn man aber schnell genug auslöst, dürften hier ähnliche Sequenzen entstehen.

Interessant finde ich, dass sich der Verschluss in der Kamera befindet; bei einer SLR sitzt er bekanntlich in jedem Wechselobjektiv.
Vermutlich wurde es hier anders gelöst, da es sich eben nicht um eine SLR, sondern eine Sucherkamera handelt?

Sonne lacht - Blende 8
LG Klaus

03.07.11 17:24
Willi 

BZF-Meister

03.07.11 17:24
Willi 

BZF-Meister

Re: Berning Robot II

Hallo Rainer, Hallo Klaus!

Die Robot hat mich früher immer fasziniert. Für einen unserer Kunden hab ich immer die Robotkassetten mit Schwarzweiss-Meterware gefüllt.
Der Verschluss der Robot ist ein Hinterlinsen-Rotationsverschluss ähnlich dem in einer Filmkamera!
http://www.robot-camera.de/Robot_Kameras/robot_kameras.html

@ Klaus: In einer SLR mit Wechselobjektiv arbeitet in den meisten Fällen ein im Gehäuse eingebauter Schlitzverschluss.

Liebe Grüße
Willi

"Altes bewahren - Neues prüfen"

Zuletzt bearbeitet am 03.07.11 17:38

03.07.11 18:20
Klaus 

BZF-Meister

03.07.11 18:20
Klaus 

BZF-Meister

Re: Berning Robot II

Hallo Willi,

du hast natürlich Recht.

Leider habe ich Verschluss mit Blende verwechselt - Asche auf mein Haupt.
Natürlich läuft auch in meiner VSL 2 der Verschluss im Gehäuse ab, lediglich die Lamellen der Blende befinden sich in den verschiedenen Objektiven.

Sonne lacht - Blende 8
LG Klaus

03.07.11 20:04
Rainer 

Administrator

03.07.11 20:04
Rainer 

Administrator

Re: Berning Robot II

Hallo Willi,

ich hatte den Robot II nie im echten Einsatz. Kannst Du beschreiben, wie die KB-Filme umgespult wurden? Hattest Du einen Umspule-Adapter oder wurde Dafür die kleine Doppelpatrone genutzt?

MFG Rainer (Admin)

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.
Aus Negativ wird Positiv.

03.07.11 20:38
Willi 

BZF-Meister

03.07.11 20:38
Willi 

BZF-Meister

Re: Berning Robot II

Hallo Rainer!

Für die Arbeit mit dem Robot 2 waren zwei verschiedene Kassetten, 1xT und 1xN, erforderlich. Für den älteren Robot 1 brauchte man 2 Kassetten vom Typ K. Man musste den Film in der Dunkelkammer in die kameraspezifische Kassette einspulen, die dann in anderen Fabrikaten nicht verwendbar war. Daher brauchte man zwei Kassetten zum Robot, ohne diese kann man die Kamera nicht verwenden. Beim Kauf eines gebrauchten Robot sollten daher auch zwei entsprechende Kassetten in der Kamera sein. In der Dunkelkammer wird ein Stück Film von bis zu 1,6 Meter Länge von Hand in die Kassette eingespult und ein Stück herausgezogen. Dann wird der Film bei Raumlicht in der zweiten Kassette befestigt. Der Film wurde in der Kassette durch eine Metallklammer festgehalten. Diese beiden Kassetten werden dann in die Kamera eingelegt. Das Filmrückspulen entfällt - die Kamera hatte keine Rückspulmöglichkeit. Das System war der Vorgänger des späteren Karat und Rapid Systems von Agfa.
Das ist alles schon fast 50 Jahre her. Ich hoffe, dass mich meine Erinnerung nicht zu sehr täuscht.

Liebe Grüße
Willi

"Altes bewahren - Neues prüfen"

Zuletzt bearbeitet am 03.07.11 22:25

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