| Passwort vergessen?
Sie sind nicht angemeldet. |  Anmelden

Sprache auswählen:

WWW.BLENDE-UND-ZEIT-FORUM.DE (BZF)
Forum für Photographica-Sammelnde und Interessierte.
Virtuelles Kameramuseum
Sie sind nicht angemeldet.
 Anmelden

[iIa] San Giorgio Janua
  •  
 1
 1
10.09.21 12:17
mazdaro 

BZF-Meister

10.09.21 12:17
mazdaro 

BZF-Meister

[ iIa ] San Giorgio Janua

Die Janua des Herstellers San Giorgio (Genoa) gab es in zwei Ausführungen: mit oder ohne Blitzanschluss. Ursprünglich (1949) gab es keine Synchronisierung. Die Janua konnte aber diesbezüglich (werkseitig) nachgerüstet werden (Siehe Bild). Die noch seltenere Janua S war das offizielle Modell mit Synchronisierung. Zu den technischen Besonderheiten und zum Zubehör werde ich noch etwas schreiben.

  • Hersteller, Modell: San Giogio Janua
  • Baujahr: 1949
  • Format: Kleinbild
  • Objektiv: austauschbar mit Bajonett
  • Sucher: Durchsicht, kombiniert mit Entfernungsmesser, Dioptrie-Ausgleich
  • Verschluß: 1 Minute bis 1/1000 Sek Schlitzverschluß
  • Blenden: je nach Objektiv
  • Belichtung: Lichtvergleichsmessung mit Tabelle
  • Entfernungsmessung: Mit Entfernungsmesser
  • Sonstiges: Blitzschuh (hier mit Synchronkontakt), Selbstauslöser












Gruß Roland

Datei-Anhänge
P1640547.jpg P1640547.jpg (87x)

Mime-Type: image/jpeg, 1.022 kB

P1640545.jpg P1640545.jpg (85x)

Mime-Type: image/jpeg, 1.420 kB

P1640544.jpg P1640544.jpg (77x)

Mime-Type: image/jpeg, 945 kB

2.jpg 2.jpg (83x)

Mime-Type: image/jpeg, 537 kB

Obj.3.jpg Obj.3.jpg (74x)

Mime-Type: image/jpeg, 826 kB


Hinweise:

  • Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln.

  • Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken / Gebäuden / Museen, Ausstellungen, Theatern, usw.

  • Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen deutlich als Zitat erkennbar mit genauer Quellenangabe.

  • Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuord-bar sind, ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO). Ebenso keine erkennbaren KFZ-Kennzeichen oder Fragmenten davon! !

  • Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.

  • Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffszahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt!


11.09.21 10:57
Rainer 

Administrator

11.09.21 10:57
Rainer 

Administrator

Re: San Giorgio Janua

Hallo zusammen,

diese Leica-Nachempfindung scheint mir recht gelungen zu sein. Insbesondere die große Mess-Basis (gegenüber der Leica) finde ich hervorhebenswert, ebenso die Kombination von Entfernungsmesser und Sucher in einem Fenster. Der eingebaute Lichtvergleich-Belichtungsmesser mit der Interpretationstabelle ist sicher auch eine gute Idee gewesen. Dagegen ist der Sucherdurchblick nicht mehr Mitten-symmetrisch wie bei der Leica. Die Verschlusszeiten des Schlitzverschlusses von 1 - 1/1000 müssen allerdings ohne die langen Zeiten der Leica auskommen.

Insgesamt aus meiner Sicht eine feine Kamera und Zierde jeder Sammlung. Ob es damals Patent-Streitigkeiten mit Leitz gegeben hat?


p.s. Interessant wäre: Passen Leica-Objektive an diese Kamera? Scheint mir aber etwas anders auszusehen.




Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 11.09.21 11:22

13.09.21 08:34
mazdaro 

BZF-Meister

13.09.21 08:34
mazdaro 

BZF-Meister

Re: San Giorgio Janua

San Giorgio baute ursprünglich Autos und stellte vorwiegend Geräte für den Kriegseinsatz her. Die Janua war eine Messsucherkamera mit strahlend hellem Sucherbild und ausgesprochen breiter Basis. Darüber hinaus verfügte sie über ein sich nicht mitdrehendes Verschlusszeitenrad, über das auch die langen Zeiten eingestellt wurden.

Der Auslöser wurde nach vorne versetzt und der R-Hebel nach hinten. Der Selbstauslöser befindet sich hinter dem Zubehörschuh und kann nur im aufgezogenen Zustand gespannt werden. Des Weiteren wurde ein optischer Belichtungsmesser eingebaut. Man visiert damit die dunkleren Bildteile an, die am Film noch Zeichnung haben sollen. Dann liest man die gerade noch sichtbare Zahl ab. Auf der Rückseite der Kamera befindet sich eine Drehscheibe, mit der die Filmempfindlichkeit eingestellt wird (äußerer Ring). Der innere Ring weist die Zahlen auf, die unterhalb des Suchereinblicks abgelesen werden können. Die ermittelte Zahl muss dann dem entsprechenden Symbol gegenüber stehen.

Die Symbole:

Gleißender Sonnenschein (Schnee etc.) / Sonnenschein / Leicht bewölkt mit schattigen Partien / Innenraum (Lichteinfall durchs Fenster) / Kunstlicht (normale Intensität) / Kerzenbeleuchtung.

Es wurden nur 1000 bis 3000 Stück gebaut. Die genaue Anzahl kennt man nicht. Von der synchronisierten Janua S wurden nur wenige hundert Stück gebaut.

An Wechselobjektiven für das spezielle Bajonett gab es nur Prototypen (Kleitos 28 mm und Teleos 200 mm), die nie ausgeliefert wurden! Die einzige Ausnahme war das äußerst seltene Normalobjektiv Kritios mit der Lichtstärke 1 : 2.

Für das Weitwinkel war ein Aufstecksucher vorgesehen. Für das langbrennweitige Tele gab es einen eigenen Spiegelkasten.
An Zubehör gab es eine spezielle Schiene für Makroaufnahmen, Vorsatzlinsen, Tuben für die Mikroskopie und einen speziellen M42-Adapter


http://bencinistory.altervista.org/002Ae...RGIO%20eng.html


Eine aufklapp- oder abnehmbare Rückwand wäre alles gewesen, was man sich noch gewünscht hätte. Ansonsten ein echtes Sahnestück, das zu dieser Zeit der Leica (III c/d) weit voraus war.

Ein weiteres Feature, das man als Brillenträger sehr zu schätzen weiß, ist der Drehknopf oberhalb des Suchers. Damit lassen sich bequem +/- 3 Dioptrien einstellen.


Gruß Roland

13.09.21 10:03
mazdaro 

BZF-Meister

13.09.21 10:03
mazdaro 

BZF-Meister

Re: San Giorgio Janua

Janua-Prospekt

Datei-Anhänge
Janua-Prosp.jpg Janua-Prosp.jpg (93x)

Mime-Type: image/jpeg, 354 kB

13.09.21 13:21
Rainer 

Administrator

13.09.21 13:21
Rainer 

Administrator

Re: San Giorgio Janua

Hallo Roland,

ich habe in den Startbeitrag einige technische Daten als Tabelle zugefügt.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

13.09.21 15:38
mazdaro 

BZF-Meister

13.09.21 15:38
mazdaro 

BZF-Meister

Re: San Giorgio Janua

Sehr schön. Danke!

10.04.22 10:02
Sammler 

BZF-Meister

10.04.22 10:02
Sammler 

BZF-Meister

Re: San Giorgio Janua

Rainer:
Hallo zusammen,

diese Leica-Nachempfindung scheint mir recht gelungen zu sein. Insbesondere die große Mess-Basis (gegenüber der Leica) finde ich hervorhebenswert, ebenso die Kombination von Entfernungsmesser und Sucher in einem Fenster. Der eingebaute Lichtvergleich-Belichtungsmesser mit der Interpretationstabelle ist sicher auch eine gute Idee gewesen. Dagegen ist der Sucherdurchblick nicht mehr Mitten-symmetrisch wie bei der Leica. Die Verschlusszeiten des Schlitzverschlusses von 1 - 1/1000 müssen allerdings ohne die langen Zeiten der Leica auskommen.

Insgesamt aus meiner Sicht eine feine Kamera und Zierde jeder Sammlung. Ob es damals Patent-Streitigkeiten mit Leitz gegeben hat?


p.s. Interessant wäre: Passen Leica-Objektive an diese Kamera? Scheint mir aber etwas anders auszusehen.




Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.


so meine Erinnerung mich nicht täuscht kann es keine Patentrechtsverlezung gegeben haben.

Alle deutschen Patente wurden zwischen 1945 und 1951 nicht gerade ungültig aber den Besitzern entzogen und die Verfügungsgewalt
lag bei den Besatzungsmächten die damit sehr großzügig umgingen, so wurde schon mal eine Genehmigung für den Bau eines eigentlich Patentgeschützten Artikel für 1 bis 5 Dollar erteilt.
Aus diesem Grund gab es auch auch die vielen Leica Kopien. Die waren wenn sie bis 1951 gebaut wurden Legal, ausnahmen waren natürlich die Kopien von vor 1945 (nur Russland) und Kopien nach 1951.
Hierzu noch alle Kopien die mit dem Ursprünglichem Namen gekennzeichnet waren waren auch Illegal, das traf ja aber auch nur für die russischen Modelle zu denn kein anderes Land hat sonst den ursprünglichen Namen verwendet.
Die Herstellernamen und die Markennmanen waren nie frei sondern nur das Produkt daher gab es auch nie Henkel Persil unter dem Namen eines anderen Herstellers da musste man sich schon einen anderen Namen ausdenken.

In meiner Langen Sammlerzeit sind mir um die 30 verschiedene Leicakopie Hersteller untergekommen.
Einige Kamerahersteller sind erst mit der Kopie großgeworden.

 1
 1
Patentgeschützten   Interpretationstabelle   Kerzenbeleuchtung   Entfernungsmesser   Entfernungsmessung   Mitten-symmetrisch   Lichtvergleich-Belichtungsmesser   Synchronisierung   Schlitzverschlusses   Dioptrie-Ausgleich   Besatzungsmächten   Lichtvergleichsmessung   Patentrechtsverlezung   Leica-Nachempfindung   Verschlusszeitenrad   Wechselobjektiven   Schlitzverschluß   Filmempfindlichkeit   Patent-Streitigkeiten   Belichtungsmesser