bei der Agfa Jsolette (spätere Schreibweise Isolette) bezeichnet der Buchstabe "V" nicht - wie bei folgenden Modellen - eine römische Ziffer sondern ist die Abkürzung des zu Anfang der Baureihe verwendeten VARIO Verschlusses.
Die ersten Exemplare der Jsolette V entstanden in einer Art Vorserie 1949 in einer Auflage von 100 Stück und sind deshalb extrem selten anzutreffen. Die Serienfertigung begann 1950. Der zeitgenössische Agfa Prospekt führt dazu aus: "Eine weitere Neuerscheinung des Agfa-Camera-Werkes, deren niedriger Preis ebenfalls auf die geschwächte Kaufkraft der Photoliebhaber Rücksicht nimmt; ist die Agfa Isolette V." Bei Einführung kostete die Jsolette V 66,-- DM, verfügte über einen Vario Verschluß mit 1/25, 1/75 und 1/200 Sekunde und "B". Der Blitzschuh war auf der rechten Kameradeckelseite angebracht. Ziemlich rasch wurde die Verschlußzeit 1/75 in 1/50 geändert und der Blitzschuh in die Mitte des Apparates auf den Sucher verlegt. Die bei Butkus zu findende, englischsprachige Anleitung
zeigt eine solche frühe Variante. Am Ende ist noch ein Beiblatt angefügt auf dem auf die zwischenzeitlich durchgeführten technischen Änderungen hingewiesen wird.
Als Objektiv bekam die Jsolette V ein farbkorrigiertes, 3-linsiges Agfa Agnar 4,5 mit einer Brennweite von 85mm spendiert, welches laut Werbung "hervorragend scharf bei Schwarz-Weiß- sowie Farbaufnahmen" zeichnet.
Spätere Versionen konnten auf Wunsch auch mit einem PRONTO Verschluß geordert werden. Auch war ein Gehäuseauslöser im weiteren Verlauf der Produktion (1950 - 1952) erhältlich.
Beim gezeigten Exemplar befindet sich der Auslösehebel direkt am Verschluß und kann über einen kleinen Hebel in Stellung "B" gesperrt werde. Somit sind auch Langzeitbelichtungen möglich.
Leider wurde die Jsolette V mit billigen, man könnte fast sagen minderwertigen, Balgen (vermutlich englischer Herkunft) bestückt. Im Laufe der Jahre traten und treten sehr häufig Lichtlecks auf. Die vorgestelle Kamera hat einige dieser Schäden, bevorzugt an den Balgenecken.
Der Apparat belichtet Negative im Format 6x6 auf 120er Rollfilm.
Oberseite: Filmtransportrad, Entriegelung der Frontklappe, Blitzschuh ohne Mittenkontakt (PC-Buchse am Verschluß)
Rückseite: klappbare Rückwand mit Filmandruckplatte, Rotfenster (nicht abdeckbar)
Unterseite: Stativgewinde
Vorderseite: Frontklappe mit Einprägungen
Hersteller: Agfa Kamerawerk München Modell: Jsolette V Typ: Rollfilmsucherbalgenkamera für 120er Rollfilm, Format 6x6, max. 12 Aufnahmen Baujahr (Serie): 1950 - 1952 Verschluß: Gauthier VARIO, 1/25, 1/50 und 1/200 Sekunde, "B", mit Drahtauslöseranschluß, Verschluß muß vorgespannt werden Blenden: 4,5 - 32 Objektiv: Agfa Agnar 1:4,5/85mm, Seriennummer: 578917 Fokussierung: manuell, 1 Meter - unendlich Filmempfindlichkeiten: alle Gewicht: ca. 560 Gramm Neupreis (1950): 66,--DM
zum leichteren Einlegen des Filmes kann die Aufnahme herausgeklappt werden
-------------------------------------------------- Mit besten Grüßen aus dem "echten Norden" Andreas
Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln, die über begründete Bildzitate hinaus gehen.
Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken / Gebäuden / Museen, Ausstellungen, Theatern, usw.
Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen deutlich als Zitat erkennbar mit genauer Quellenangabe.
Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuord-bar sind, ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO). Ebenso keine erkennbaren KFZ-Kennzeichen oder Fragmente davon! !
Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.
Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffszahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt!