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[iIa] Paxina I
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16.06.20 20:28
Clack1967 

BZF-Meister

16.06.20 20:28
Clack1967 

BZF-Meister

[ iIa ] Paxina I

Die „Paxina I“ eröffnete die Reihe der „Paxina“-Kameras der Nürnberger Kamerafabrik Braun. Sie ist die Nachfolgerin der „Pax“ (= ‚Frieden‘; 1954). Die Serie gipfelte in der „Gloria“ (1954-57), einer hochwertigen Tubuskamera mit ungekuppeltem Entfernungsmesser und „Praxanar“-Objektiv (1:2,9).



Bei der Paxina I“ von 1954 handelt es sich um eine einfache Mittelformatkamera (für den Film 120), die Aufnahmen im Format 6 x 6 belichtet. Im Grunde handelt es sich um eine zusammenklappbare Box, allerdings bereits mit einigen Qualitätsmerkmalen: Es gibt drei Lochblenden (7,7 , 11, 22) und drei Zeiten (B, 1/30 für Blitzaufnahmen, 1/100). Man kann das Objektiv fokussieren, und zwar auf die Bereiche „1 - 3 m“ und „3 m - ∞“. Einen Blitzschuh oder eine Blitzsynchronisation gibt es noch nicht, dafür einen Drahtauslöser-Anschluss.







Die quadratische Frontplatte mit dem (scheinvergüteten bläulich unterlegten) „Paxanar“-Achromaten wird herausgezogen und mit zwei Metallspangen arretiert. Der Auslösestift sitzt hinter der Frontplatte und ist im eingeschobenen Zustand in einer Öffnung fixiert. Der mittige Sucher ist hell und klar, allerdings wird ca. ein Drittel des Sucherbildes vom eckigen Tubus verdeckt! Das ändert sich merkwürdigerweise auch bei den späteren „Paxinas“ mit rundem Tubus nicht und ist im Grunde ein Konstruktionsfehler. Beim Fotografieren muss man sich das fehlende Drittel des Bildes quasi hinzudenken. Transportiert wird der Film mit einer großen Rändelschraube links. Ein Rotfenster zeigt die Bildnummern an.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Die „Paxina I“ ist eine Weiterentwicklung der Box zur „richtigen“ Kamera, kompakter, hübscher und leistungsfähiger und mit mehr Einstellmöglichkeiten. Aufgrund der wenigen Variationen kann man bei normalem Licht wenig falsch machen, und die Kamera macht wirklich passable Fotos mit guter Farbwiedergabe.

Ich finde sie gerade wegen ihrer „Rustikalität“ attraktiv, und sie ist ein schönes Beispiel für den (schwierigen) Neuanfang der deutschen Kameraindustrie nach dem Krieg mit „Kameras für alle“. Ich werde hier demnächst auch die nachfolgenden Modelle der „Paxina“-Serie vorstellen.








Zuletzt bearbeitet am 17.06.20 10:52

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17.06.20 10:27
Rainer 

Administrator

17.06.20 10:27
Rainer 

Administrator

Re: Paxina I

Hallo zusammen,

eine gut aussehende Kamera! Die Sache mit dem Suchergesichtsfeld zeigt wieder mal, wie wenig damals bei den Konstrukteuren Ergonomie und Haptik und sonstige Nutzer-Bequemlichkeit im Fokus stand. So ist sicher auch der Auslöser bei der Paxina kein ergonomischer Höhepunkt.

Aber: Wenn ich so an die Einblicköffnungen anderer Kameras denke (z.B. Kodak Retina 1a), wo man kaum was Vernünftiges sehen konnte, noch richtige Motivgestaltung praktizieren konnte, dann reiht sich hier die Paxina mit der 30%-Abdeckung brav mit ein.

Sogar bei der Leica 3g ragt ein kleiner Bereich etwas in den Sucherblickbereich hinein, auch wenn man kein Brillenträger ist.

Fotografen waren damals hart im Nehmen






Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 17.06.20 13:09

17.06.20 13:14
RolandG 

BZF-Meister

17.06.20 13:14
RolandG 

BZF-Meister

Re: Paxina I

Hallo miteinander,

die Sache mit dem Sucherbild muss man sicher zeit- und format-spezifisch sehen. Zum Vergleich das Sucherbild einer Zeiss-Ikon Nettar aus demselben Jahr mit dem gleichen Filmformat:



Ok, das sind jetzt nicht 30%, die verdeckt sind, es hat mich aber als Fotografie-Anfänger doch gestört. Die erste eigene Kamera hatte das "Problem" nicht mehr und sogar einen Parallaxenausgleich (@ Rainer: ja ich weiß, meine Eltern...):


ein dutzend Jahre später und Kleinbild statt 6x6; Zeiger und Rahmen bewegen sich beim Fokussieren

Mit freundlichen Grüßen
Roland

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vitoretSucher.jpg vitoretSucher.jpg (16x)

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Fotografie-Anfänger   Weiterentwicklung   „Paxina“-Serie   Konstruktionsfehler   Drahtauslöser-Anschluss   Einstellmöglichkeiten   Suchergesichtsfeld   „Praxanar“-Objektiv   „Rustikalität“   Mittelformatkamera   „Paxanar“-Achromaten   Einblicköffnungen   scheinvergüteten   Parallaxenausgleich   Blitzsynchronisation   Sucherblickbereich   Qualitätsmerkmalen   „Paxina“-Kameras   merkwürdigerweise   Nutzer-Bequemlichkeit