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Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras
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27.11.17 19:52
Rainer 

Administrator

27.11.17 19:52
Rainer 

Administrator

Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo zusammen,

unabhängig von den Beschaffungsproblemen von echten Ersatzscheiben (u.u. feingeschliffene Mattierung selbst erzeugen) scheint es auch ein Missverständnis im Zusammenhang mit der Randform einer Laufbodenplattenkameramattscheibe zu geben.

Ich habe Ersatzlösungen gesehen, wo das Teil eine Rechteckform hatte, also nicht - wie oft üblich - an zwei Ecken einen 45 Grad-Abschnitt, durch den ausgleichsluft ziehen kann.

Es wird manchmal nicht beachtet, dass die "Luftecken" sinnvoll sein können: Öffnet man eine Laufbodenkamera, in dem man den Frontdeckel herausklappt und zügig die Frontstandarte herauszieht. Dabei kann leicht ein Hauch eines Vakuums entstehen weil der sich öffnende Balgenraum Luft nachzieht.

Deshalb gibt es bei manchen dieser Kameras eben diese "Luftlöcher".

Hier das Prinzip:



Im ungünstigen Fall könnte sich beim schnellen Ziehen der Balgen nach innen stülpen.


Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Aus Negativ wurde Positiv. Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Fotoapparate sind Zeitmaschinen, sie können die Vergangenheit erhalten.
Ein Leben ohne Facebook ist möglich, aber (und) sinnvoll.

Zuletzt bearbeitet am 27.11.17 20:04

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mattscheiben.jpg mattscheiben.jpg (101x)

Mime-Type: image/jpeg, 22 kB


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07.12.17 16:07
Laufboden 

BZF-Meister

07.12.17 16:07
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo miteinander,

Rainer:
.. unabhängig von den Beschaffungsproblemen von echten Ersatzscheiben (u.u. feingeschliffene Mattierung selbst erzeugen) scheint es auch ein Missverständnis im Zusammenhang mit der Randform einer Laufbodenplattenkameramattscheibe zu geben.

Ich habe Ersatzlösungen gesehen, wo das Teil eine Rechteckform hatte, also nicht - wie oft üblich - an zwei Ecken einen 45 Grad-Abschnitt, durch den ausgleichsluft ziehen kann.
Es wird manchmal nicht beachtet, dass die "Luftecken" sinnvoll sein können: Öffnet man eine Laufbodenkamera, in dem man den Frontdeckel herausklappt und zügig die Frontstandarte herauszieht. Dabei kann leicht ein Hauch eines Vakuums entstehen weil der sich öffnende Balgenraum Luft nachzieht.

Deshalb gibt es bei manchen dieser Kameras eben diese "Luftlöcher".
..
Im ungünstigen Fall könnte sich beim schnellen Ziehen der Balgen nach innen stülpen.
So ist es - im Prinzip. In der Praxis ist das wohl ein Problem, das weit eher Profifotografen betroffen hat.

Je nach Kameramodell gibt es ab Hersteller 0-4 solcher Eckabschrägungen unterschiedlicher Größe.
Keine z.B. dann, wenn der Hersteller Druckausgleich durch andere Öffnungen bewußt vorgesehen hat oder den ohnehin vorhandenen für ausreichend gehalten hat.

Bei manchen Modellen sind Abschrägungen der Mattscheibe sogar erforderlich, da unabgeschrägte nicht montierbar sind, die nötigen Schlitze sind nicht bis in die Ecken ausgearbeitet.

Ersatzmattscheiben fehlen sehr oft die Abschrägungen. Das ist leicht erklärlich. Oft passen Fotoplatten in der Größe. Manche Hersteller geben den Tip, man könne im Fall des Bruchs trotzdem sofort provisorisch weiterfotografieren, wenn man die Mattscheibe durch eine Fotoplatte ersetze. Die passt mehr oder weniger gut bzw. gar nicht, je nach Kamera. Je nach Glasplattenbeschichtung ist sie nicht oder provisorisch verwendbar. Gut passend ist sie eher für teuere und professionellere Kameras. Die hatten zudem üblicherweise leicht austauschbare Mattscheiben. Bei anderen oder älteren Plattenkameras war das z.T. weit aufwendiger. Oft wurde deshalb das Rückteil komplett gegen das eines z.B. von Rada getauscht, öfter wurden auch mehr oder weniger gute Plexiglasscheiben verwendet - nach Jahrzehnten oft stark vergilbt. Eine meiner besseren Kameras hatte eine vom Glaser zugeschnittene, an sich schöne, an den Rändern geschliffene opak beschichtete Milchglasscheibe - als Mattscheibe allerdings äußerst zweifelhaft (dunkel, unscharfes Bild). Es gibt heute transparente Kunststoffe, die weniger empfindlich gegen Vergilbung sind, sich wie Holz bearbeiten und sich so gut wie Glasplatten schleifen lassen (wobei der Vorschliff für 400er Korn zugunsten des Endschliffs mit 600er entfällt). Vorteil: kaum bruchempfindlich, je nach Kamera leichter montierbar, da geringfügig biegbar, leichter; Nachteil: weniger kratzfest und wenn man das Rückteil dreißig Jahre lang bei jedem Wetter in die Sonne legt, dürfte es mittelmäßig vergilbt sein.

Abschneiden von Ecken ist ein größeres Bruchrisiko als Schleifen von Mattscheiben.
Zuschneiden ohne Bruch ist für derart dünne Glasplatten schwierig. Es gibt Glasschneider für "Dünnglas" - das ist i.d.R. mindestens 3mm dick, während Mattscheiben 1-2mm dick sind (1.5mm paßt meist).

Schon länger gibt es kaum noch originale Mattscheiben, zumindest waren sie sehr teuer, heute sind sie erheblich teurer als die meisten Sammlerkameras.
Für alle, die nicht Profifotografen waren, war es weit leichter bzw. zweckmäßiger, da kostengünstiger, rechteckige Mattscheiben zu beschaffen.

Tatsächlich sieht man immer wieder Kameraangebote, bei denen Mattscheiben mit Abschrägungen als fehlerhaft angegeben werden .

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 07.12.17 16:22

10.12.17 18:14
Laufboden 

BZF-Meister

10.12.17 18:14
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo miteinander,

Rainer:
Deshalb gibt es bei manchen dieser Kameras eben diese "Luftlöcher".
Hier das Prinzip:

die Lösung, wie die Be- und Entlüftung erfolgt, ist wie so viele Parameter ein Herstellerspezifikum (allerdings ein schlechtes):
2xCertotrop aus verschiedenen Jahrgängen:

Sind es zwei Schlitze und an einer Schmalseite, so sind üblicherweise unten, da oben eher Himmel ist und das Bild auf der Mattscheibe ja verkehrtherum erscheint.
Aber selbst bei ein- und demselben Kameramodell, hier Certotrop, kann's z.B. mal anders herum sein:


Sind es zwei Schlitze und an einer Längsseite, so sollte sie bei Breitformat am Himmel stehen -
wenn's mal nicht stimmt, wie hier bei der Bergheil, kann's ein Vorbesitzer umgedreht haben:

(v.l.: Ihagee, Bergheil, Heag II/2, Goerz)

Daß die Öffnungen von ihrem Querschnittsanteil her selbst beim selben Modell im Lauf der Zeit sehr unterschiedlich ausfallen, deutet auf einen größeren Ermessensspielraum hin.

Im Grunde ist es bei diesen Kameras im Gegensatz z.B. zu einer Sinar aber recht unwichtig, wo die Schlitze sind und wie groß - es spielt beim Einstellen wenig Rolle, so genau erkennt man die Details in den Ecken sowieso nicht (genauer: man sieht sie kaum).
Und da Glasplattenfotografen, zumindest wenn es sich um Amateure handelt, nicht gerade dafür bekannt sind, zehn Bilder pro Sekunde zu machen, werden sie die Kamera auch nicht gerade als Blasebalg verwenden ..

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 10.12.17 18:25

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IMG_7373_CertotropMatt.jpg IMG_7373_CertotropMatt.jpg (93x)

Mime-Type: image/jpeg, 149 kB

1067372_Luftschlitze.jpg 1067372_Luftschlitze.jpg (94x)

Mime-Type: image/jpeg, 204 kB

14.01.19 12:24
Laufboden 

BZF-Meister

14.01.19 12:24
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo miteinander,

Mattscheiben haben bei vielen - keineswegs bei allen! - Plattenkameras dieselbe Größe wie Fotoplatten. Die kann man dann - wenn man's kann, Anleitung findet man im Web - schleifen, aber nur mit Schleifpulver (400er, 600er), nicht aber mit Schleifpapier etc.. Letzteres gibt, wenn schon nicht Bruch, dann grauslich verkratztes Glas.
Oft müßte man diese Platten zuschneiden. Leider geht das mit den Glasschneidern für Dünnglas nicht - das, was euphemistisch so bezeichnet wird, ist für richtig dickes Glas mit mind. 3mm Dicke geeignet. Bei den typischerweise 1.5mm dicken Mattscheiben schaffe ich jedenfalls fast nur Glasscherben.
Die Ecken lassen sich allerdings recht gut ohne größere Bruchgefahr mit langsam laufenden Naßschleifern abschleifen.

Grüße, Laufboden

P.S.: in der Bucht wird oft eine Kamera mit Blasebalg angeboten - das deutet dann aber nicht darauf, daß notwendige Ecken in der Mattscheibe fehlen, es ist der Qualität der Übersetzung geschuldet.

14.01.19 23:10
Laufboden 

BZF-Meister

14.01.19 23:10
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo jak,

jak:
hmm, wenn ich sowas lese, kommen meine Bastler-Ganglien wieder in Fahrt ...
Schön !

jak:
Ein gelernter Glaser hat mal vorgeführt, wie er dünnes Glas schneidet - Faden mit Spiritus getränkt, draufgelegt (klebt, weil nass), angezündet - »pling« - klarer 'Schnitt' genau dem Faden entlang, da muss man nichts mehr schleifen. Würde ich ausprobieren mit billigstem Glas (zB Verschnitt vom Glaser) entsprechender Dicke.
Danke für den Tip, das werde ich bald mal ausprobieren ... !
Wenn ich das so höre - irgendwie sagt mein Gedächtnis, daß mir der Tip bekannt vorkommt - aber warum hat es vorher so beinhart geschwiegen?
jak:
Ebenso das Mattieren ... da denke ich an Ventilschleifpaste 'fein' ..
Kenne ich nicht, könnte klappen.
Mattieren: professionell mit Flußsäure. Nichts für Normalverbraucher - allzu riskant. Wenn's nur Schwefelsäure rauchend wäre ...

Es geht aber einfacher, wenn man ein wenig Zeit mitbringt: Schleifen. So geht's z.B.:

Das Werkzeug:

  • Schleifwerkzeug: eine Gegenplatte aus Glas. Die ließ sich anstandslos mit dem Silberschnitt-Glasschneider aus 4mm-Glas anfertigen und - Luxus gegen kleine Verletzungen - mit dem Naßschleifer glätten und abrunden. Jetzt ist sie übrigens nur noch 2.5mm dick ... Als Handgriff habe ich einen Bauklotz aus einem Kinderbauklotzsatz angeklebt, hält seit Jahren.
  • Schleifpulver Korund, Körnung 400(Vorschliff) und 600(Fertigschliff). Für Plattenkameras wäre die 400er alleine auch noch nicht auffallend zu grob, und die 600er alleine bräuchte nur deutlich mehr Zeit. Gibt's in winzigen Mengen kaum billiger oder teurer als 1/2 oder 1 kg. **Die reichen zum Mattscheibenschleifen ein paar hundert Jahre lang ...**
  • Wasser - nicht trocken schleifen, das geht deutlich stärker auf die Lunge!
  • eine Unterlage: entweder Zeitungspapier (eine echte Schweinerei - wird naß und zerfusselt, aber am Ende ist die Gegenschicht auf der Fotoglasplatte ziemlich lose und läßt sich leicht abziehen) oder, wie im Bild gezeigt, eine der ganz dünne Luftpolsterfolie (sauber, nach Auswaschen einigemale wiederverwendbar, aber die Gegenschicht muß mühsam abgekratzt werden).

Der Vorgang: ein paar Tropfen Wasser und ähnlich viel 400er-Schleifpulver auf die zu schleifende Platte, Schleifwerkzeug aufsetzen und geduldig im Kreis, in Ellipsen, oder hin und her schleifen, gleichmäßig über die ganze zukünftige Mattscheibe. GGf. Wasser, vielleicht auch ein wenig Schleifpulver zugeben. Nach etwa 1/4-Stunde kann die Platte entnommen werden, abspülen, trocknen, prüfen. Je nachdem, wie eben das Glas war und wie gleichmäßig geschliffen wurde, kann schon jetzt auf 500er gewechselt werden.
Schleifdauer meist um 20 Minuten, nur manchmal doppelt so lang.

Wenn Glas z.B. wegen des Formats nicht auftreibbar ist:
Plexiglas (oder moderne Alternativen, die nicht zum Gilben neigen) gibt's auch mit 1.5mm Dicke (2mm habe ich mir erspart, Dünneres als 1.5mm sollte man vermeiden). Eine Platte reicht ewig, außer man 'spart' und nimmt eine mit z.B. 30x40 cm - kaum billiger! Besser nicht im Baumarkt kaufen, da gibt's so Teures wie Ungeeignetes, sondern im Web, z.B. in der Bucht.
Wie Holz zu bearbeiten. Beim Schleifen die 400er-Körnung auslassen, mit der 600er dauert's dann nicht viel kürzer als mit Glas, und am besten in einem Zug schleifen - zumindest vor Wiederansetzen alles gründlich säubern (Gefahr von Kratzern)
jak:
.. dünnes, planes Glas ohne Schlieren.. Da denke ich an Scanner, für die es keine Treiber mehr gibt ..
Scanner-Glas wäre schon interessant, ist aber, vermut' ich mal, zu dick. Wie gesagt, die Original-Mattscheiben für Plattenkameras (für andere kann ich nichts sagen) sind meist 1.5 mm dick, nur sehr selten dünner, und nur manche haben 2mm Dicke. 1mm- bis 1.5mm-Platten gehen auch, wenn 2mm original wäre, umgekehrt aber geht's praktisch nie.
Übrigens: Linux hat Treiber für die meisten alten Scanner. Ich habe einen Mustek MFS-12000SP (600dpi, Durchlicht ~DIN A4; Auflicht etwas mehr) und einen Microtek Scanmaker E6. Der Mustek wurde bereits vor XP nicht gestützt, und in XP nur Auflicht.

Zum Glück gibt's noch eine größere Menge alter Filmplatten. Ich habe welche von 6.5x9 bis 13x18.
jak:
.. aber die Antwort war verblüffend: »bring her, dauert doch keine 2 Minuten in meiner Werkstatt, kostet nix« - so habe ich die wohl einzige Linhof-Nikon.
Ja, da geschehen manchmal Wunder - leider nicht immer.

Grüße, Laufboden

P.S.: mit Körnung 1200 dürfte das Ganze wieder glasklar werden

Zuletzt bearbeitet am 16.01.19 12:24

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IMG_4367_Mattscheibe.jpg IMG_4367_Mattscheibe.jpg (30x)

Mime-Type: image/jpeg, 486 kB

15.01.19 00:47
Laufboden 

BZF-Meister

15.01.19 00:47
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo jak,

jak:
Scanner-Glas *ist* sehr dünn. Dürfte geeignet sein.
Hm - muß ich mal checken.
Es gibt noch anderes, was man mit alten Scannern machen kann - spezielle, recht unhandliche und unpraktische "Digitalkameras".
Da gibt's Fans davon ...
Dazu sind Änderungen vorzunehmen, sonst wird das Bild nicht richtig scharf.

Zum Rest demnächst, ich gehe schlafen ..

Grüße, Laufboden

15.01.19 12:50
Laufboden 

BZF-Meister

15.01.19 12:50
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo jak,

jak:
ja, ein Scanner-Rückteil für die Linhof wollte ich auch mal bauen. Das wird leider nix, da sind Auflösung und vor allem Lichtempfindlichkeit zu weit von 'brauchbar' auseinander.
Diese Schwierigkeiten kann man offenbar überwinden. Es gibt (bzw. gab bzw. ist angekündigt ...) Lösungen dafür auf dem Markt. Mit der Einschränkung, daß zeilenweise abgetastet wird und das natürlich Z e i t braucht, können dabei riesige Bilddateien entstehen.
Ein Bastler hat vor Jahren im Web beschrieben, wie er zu Bildern mit für jede Grundfarbe deutlich über (echten, also nicht leervergrößerten) 100 MB kommt;
ein Anbieter wirbt bei deutlich kleinerer Scanfläche mit bis zweieinhalb GB pro Bild ...

Ohne Änderung ist das Bild tatsächlich unscharf. Denn scharf ist i.w. nur die Scannerglasoberfläche. Auf einer Webseite hat jemand beschrieben, was zu tun ist, um dies zu ändern (er selbst habe dabei auch so manchen Scanner geschrottet). Leider finde ich zumindest auf die Schnelle nichts in meiner Sammlung. Im Prinzip soll zudem der Dynamikumfang deutlich höher sein als bei Digitalrückteilen.
Aber es ist klar - bei Eigenbastelei ist trotz allem ein Rückteil in Scannergröße nötig, 230 V Stromanschluß, Laptop-Anschluß, zudem muß es möglichst hell sein,und die Aufnahmezeiten liegen im Minutenbereich. Dazu kommt - nach Modifikation - die Scharfeinstellung auf den Abtaster. Das zusammen spricht nicht für weite Anwendbarkeit.

Also mich hat der Bericht offenbar nicht so heiß gemacht, daß ich ihm einen prominenten Platz in meiner Datensammlung zu Fotohardware zugewiesen hätte.

Grüße,Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 15.01.19 12:50

19.01.19 10:23
Sammelott 

BZF-Meister

19.01.19 10:23
Sammelott 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

jak:
Hallo Laufboden,

ja, an so etwas ähnliches hatte ich auch mal gedacht - die Charakteristik von Scanner-Abtastern passt halt nicht wirklich zu realen Lichtverhältnissen einer optischen Abbildung. Ich habe auch einiges über Basteleien dieser Art gelesen ... und letztlich davon Abstand genommen.

Wenn man entsprechende CCD-Arrays bestellt, alles anfertigt usw usw, dann übersteigt das Zeit, Geld, Geduld und vieles mehr. Schade.
Die Scan-Ebene genau auf die Bildebene zu bringen, wäre noch eines der kleineren Probleme.

Was ich gerne mal probieren würde - SW-Fotopapier auf 9×12 zuschneiden, in die Cassette stecken, auf ASA 1-3 belichten, entwickeln, scannen, Effekt anschauen. Hab leider keine Dunkelkammer-Reste mehr.


Kleiner Lichtblick ... ein Fotoladen in München (Gregor am Isartor) hat inzwischen einen eigenen Mittelformat-Scanner, verlangt auch nicht uferlos viel für Scans. Ein Singer Graflex Rückteil 6×8 hab ich noch, werde ich mal testen.


Hallo jak,
das kannst du hier sehen : https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...72&thread=3

und hier : https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...6&thread=35
bG-OTTI

Zuletzt bearbeitet am 19.01.19 10:58

12.02.19 02:03
Laufboden 

BZF-Meister

12.02.19 02:03
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo jak,

jak:
Danke für die Links.
Was mich da etwas irritiert, ist die etwas flaue Bildwirkung. Ist das die PE-Beschichtung, die Gradation '0', oder zeichnet das Objektiv einfach so?
Das ist das "Objektiv" - also das Loch.
Für eine optimale Wirkung müßte es in eine möglichst dünne Folie exakt gebohrt sein (Laserschnitt).
Dann wäre es ein wenig besser ....
Und dann ist zu beachten: eine Lochkamera löst zwar theoretisch, also unter idealen Bedingungen - also zusätzlich ein genau zum Abstand passender Lochdurchmesser - stärker auf als jedes andere noch so gute Objektiv mit derelben Öffnung, aber zum einen begrenzen Schwarzschild-Effekt und Lichtabfall zum Rand hin diese "Schärfe" (die Größe des Lochs begrenzt ja doch die Zahl der Linien), zum anderen entstünde das Bild einer Lochkamera mit einer Öffnung vergleichbar zu einer KB-Kamera in ein paar Kilometer Abstand .
Zusätzlich ist zu beachten, daß eine Lochkamera vom Prinzip her eine extreme Weitwinkelkamera ist - die theoretisch so hohe Auflösung bezieht sich auf den großen Winkel - je größer der realisierte Bildwinkel ist, desto stärker fallen obige "Objektivfehler" ins Gewicht, und auch der Lichtabfall zum Rand.

Bisher habe ich mit meinem "professionellen" Lochkameraequipment (Sinar) nur ein paar Bilder mit einer Canon 400D als Rückteil gemacht, viel besser wäre z.B. 18x24cm oder noch deutlich größer, und das verkleinert z.B. auf 13x18, leichter realisieren könnte ich 13x18cm - beides wäre deutlich eindrucksvoller.
Das Interessante an Bildern mit der Lochkamera ist ja der gleichmäßige Schärfeeindruck unabhängig vom Abstand der Objekte, also die fehlende Tiefe.

Ich überlege also, ob es sich wirklich lohnt, die fehlenden Teile auf 13x18cm nachzurüsten - mäßig verkleinerte Bilder einer 30x40cm -Lochkamera wirken besser ...
... aber derart großes Fotomaterial ist erst recht nicht billig.

Aus einem SW-Negativ ein Positiv zu machen, ist einfach: z.B. in Gimp wählen: Farbkurve (einstellen) - Wert. Zu sehen ist eine gerade Linie von links unten nach rechts oben. Die einfach umkehren - gerade Linie von links oben nach rechts unten.
Natürlich wählt man letztlich eine gekrümmte Linie, um die Grautöne passend hinzubekommen.

Etwas kniffliger ist die Farbumkehr der typischerweise maskierten Farbnegativfilme (die sehen orange aus, es gibt Filter, die das ausgleichen - ich habe meine Farbnegative durch eine möglichst gut passende blaue Maske fotografiert und die filmfabrikatbedingten Unterschiede in Gimp ausgeglichen, heute würde ich das mit RAWTherapee besser hinbekommen. Ohne Vorfilterung bei der Aufnahme verlöre man selbst bei RAW-Bearbeitung etliches an Qualität des Ergebnisses, bei Bearbeitung eines JPG's, das aus mit weißem Licht fotografierten Farbnegativ entstanden ist, ist die erreichbare Farbqualität erst recht sehr mau).
Übrigens ist selbst die Farbkorrektur digital fotografierter Farbdiafilme erheblich kitzliger als die SW-Umkehr von SW-Negativen.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 12.02.19 02:10

12.02.19 03:58
Laufboden 

BZF-Meister

12.02.19 03:58
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo jak,

jak:
Unter dem Bild ist die Holzkamera mit einem Glasobjektiv zu sehen.
Es ist natürlich ganz alleine meine Schuld, daraus zu schließen, dass auch das Bild mit diesem Objektiv gemacht worden sei.
Hm - ich habe leider nur auf den ersten Link geachtet, der zu den Lochkamerabildern führt und gemeint, Sie würden sich darauf beziehen (https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...72&thread=3).
Sie haben recht, das ( https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...6&thread=35 ) war mit der anderen Kamera mit klassischem Aufnahmeobjektiv, von deren Existenz hatte ich noch nicht gewußt.
Das Bild sieht etwas flau aus, speziell am Rand. Die starken Kontraste des Motivs, Gegenlicht oder ein seitlicher Lichteinfall könnten die Ursache sein. Das Objektiv war ja wohl ein unvergütetes. Sollte das Objektiv mehr als vier freie Glasflächen haben, wäre das ein Grund für allgemein geringeren Kontrast. Andererseits könnte man einen durchgehend mangelhaften Kontrast wegen eines unvergüteten Objektivs heute leicht ausgleichen.

jak:
Ich hab meinen Durchlicht-Scanner vor ein paar Tagen weggeschmissen. Mein sonstiger Foto-Analog-Käse wird, bis auf ein paar Schaustücke fürs Regal, demnächst ebenfalls rausfliegen. Die Leica von 1934 hat 250 € Erlös gebracht, da kann man sich vorstellen, was der Rest wert ist -- nix halt. Schade.
Mein SCSI-Durchlicht-Scanner von Anno Schnee ist noch in Betrieb ...
'Ne Leica von 1934 ... schönes Stück! ... so teure alte Kameras habe ich gar nicht in meiner Sammlung ...*)

Ich wollte niemand ärgern. Die Kommunikation über's Web ist eine sehr indirekte, und manchmal kommt leider etwas auf der anderen Seite anders an, als es gemeint war.

Grüße, Laufboden

*) Klar, die digitale, mit der ich fotografiere, ist wesentlich teurer. Ich habe ein paar hundert Sammelkameras. Könnte ich die alle zusammen für durchschnittlich einen schlappen 50er verklopfen, hätte ich das längst getan ...

P.S.: habe zur Probe einige meiner alten Digitalaufnahmen von Dias (alle in RAW-Formaten) neu mit aktueller Software bearbeitet. Geht tatsächlich und bei wesentlich weniger Mühen als früher oft merklich besser.

Zuletzt bearbeitet am 12.02.19 04:17

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