heute möchte ich meine ICA Lola 135 vorstellen. Laut der Seriennummer B 77267 ist die Kamera in den Jahren 1912 oder 1913 entstanden. Betrachtet man den zeitgenössischen Katalog (vielen Dank Jan) stellt man fest, dass die gezeigte Lola 135 mehr der Sirene 135 ähnelt. Das führt zu der Vermutung, dass beide Kameras in einer Übergangszeit nebeneinander produziert worden sind da die Lola eine andere Art der Fokussierung erhielt und dann als Lola 136 angeboten wurde. Das Modell mit der einfacheren Fokussierung wurde weiterproduziert und erhielt den Namen Sirene 135. Möglich ist auch, dass noch ein Restposten vorgeprägter Trageriemen "LOLA 135" auf Lager lag und, heute würde man es "Nachhaltigkeit" nennen, auf einigen Sirenen montiert wurde.
Das Kameragehäuse besteht aus mit Kunstleder bezogenem Holz und hat die letzten 113 Jahre erstaunlich gut überstanden. Der Laufboden ist aus Aluminium gefertigt und verfügt über einen einfachen Auszug. Wie bei Kameras dieser Bauart üblich rastet der Objektivträger beim Herausziehen in der Stellung "unendlich" ein. Soll ein Motiv näher als unendlich aufgenommen werden so ist die Meterskala leicht nach innen zu drücken und der Objektivträger weiter nach vorne zu bewegen. Die Schärfe kann dann über die Mattscheibe kontrolliert und eingestellt werden. Für "Schnellschüsse" ist die Lola 135 auch mit einem klappbaren, für Hoch- und Querformat, Brillantsucher ausgerüstet. Der Objektivträger ist in der Höhe und der Seitenbewegung verstellbar. Die Grundstellung ist durch weiße Punkte markiert.
Das Objektiv und der Verschluß sind im Laufe der Zeit wohl durch höherwertige Exemplare ersetzt worden. Ob der Verschluß tatsächlich von Hofmeister in Jena stammt ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Wahrscheinlicher ist, dass es sich um einen VARIO Verschluß handelt der seinerzeit von diversen Herstellern angeboten wurde. Ob das Namensplättchen später angebracht wurde oder quasi mitbestellt werden konnte ist derzeit (noch) nicht bekannt.
Hersteller: ICA Dresden Modell: LOLA 135 Tp: Plattenkamera für Trockenplatten, Filmpacks und Planfilm im Format 9x12 sowie Rollfilmkassetten Baujahr: 1912 oder 1913 Seriennummer: Gehäuse B 77267, Laufboden: B 32507 Verschluß: VARIO?, "T", "B", 1/25 - 1/100 Sekunde, mit Drahtauslöseranschluß Blenden: 5,4 - 36 Objektiv: Hofmeister Jena SYRCONAR-DOPPELANASTIGMAT 1:5,4 / 13,5 cm, Seriennummer: 34442 Fokussierung: manuell, 2 Meter - unendlich Filmempfindlichkeit: alle Gewicht: ca. 630 Gramm Neupreis (1912) mit Originalverschluß / Objektiv: zwischen 26 RM und 43 RM
-------------------------------------------------- Mit besten Grüßen aus dem "echten Norden" Andreas
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