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[iIa] Rhaco Präzisionskamera 6,5x9
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05.03.26 17:41
Jan_S 

Moderator

05.03.26 17:41
Jan_S 

Moderator

[ iIa ] Rhaco Präzisionskamera 6,5x9

Hallo zusammen,

die hier vorzustellende Kamera wurde längere Zeit vergeblich in den Kleinanzeigen angeboten. Unscharfe Fotos ließen nur einen insgesamt mäßigen Zustand erkennen und deuteten darauf hin, dass die Kamera wohl nicht ganz vollständig sein würde. Da ich das Modell aber nirgendwo gefunden habe, war ich neugierig und habe letztlich doch zugegriffen.
Rhaco ist die Handelsmarke der Fa. Richard Henning & Co. aus Frankfurt a.M., die Kameras verschiedener Hersteller unter eigenem Namen verkaufte, beispielsweise die Rhacofix, eine umgelabelte Zeca Goldi 3x4. Die Bezeichnung Präzisionskamera lässt spontan an Perka oder Linhof denken. Aber zunächst der Befund:



Es handelt sich um eine Laufbodenkamera in quadratischer Bauform für das Format 6,5x9. Das Rückteil ist dementsprechend drehbar. Die Kamera besitzt dreifachen Auszug; die Entfernungseinstellung erfolgt über einseitigen offenliegenden Zahntrieb. Auffällig ist die Entfernungsskala direkt am groß dimensionierten Triebknopf, so etwas ist typisch für Perka-Kameras (https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...&thread=306).







Die Kamera besitzt eine stabile U-Standarte; für die Handhaben ist die Abdeckung seitlich um 90° hochgezogen; zur Lösung der Arretierung dient ein gesonderter Hebel. Das Objektivbrett ist vertikal und horizontal verstellbar. Für die vertikale Verstellung war ein Spindeltrieb vorgesehen, die Spindel fehlt aber. Das Objektivbrett kann trotzdem manuell verschoben werden. Die horizontale Verstellung erfolgt serienmäßig durch bloßes Verschieben, ist aber z. Zt. verharzt. Weitere Verstellungen, die die Bezeichnung Präzisionskamera erwarten lässt, sind nicht vorgesehen – der Laufboden ist nicht absenkbar, und die Standarte kann nicht geneigt werden. Die Bezeichnung Präzisonskamera zielt offenbar auf sorgfältige Verarbeitung und Stabilität, und die kann man der Kamera durchaus attestieren, hinzu kommen die Vorteile der quadratischen Bauform.

Das Gehäuse ist unbeledert und wirkt dadurch etwas ‚roh‘. Vermutlich hat ein früherer Besitzer die Belederung inkl. Trageriemen entfernt und das Gehäuse nachlackiert. Zufälligerweise wurde das gleiche Modell in der letzten Woche beim Schweizer Auktionshaus eingestellt, sodass man vergleichen kann: Ursprünglich war das Gehäuse schwarz beledert und besaß an der rechten Seite einen Tragegriff. Die Bohrungen für die Befestigung sind noch erkennbar.



[Fortsetzung im Folgebeitrag]

Zuletzt bearbeitet am 05.03.26 17:44

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Hinweise:

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  • Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln, die über begründete Bildzitate hinaus gehen.

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05.03.26 17:44
Jan_S 

Moderator

05.03.26 17:44
Jan_S 

Moderator

Re: Rhaco Präzisionskamera 6,5x9

[Fortsetzung]

Das Mattscheibenrückteil fehlt leider, montiert war eine Rollex-Rollfilmkassette. Allerdings fehlt auch ein Sucher. Zuvor dürfte ein Newtonsucher wie beim Schweizer Vergleichsexemplar montiert gewesen sein, die Bohrungen auf der rechten Oberseite zeugen davon. Links davon befindet sich eine Dosenlibelle, die noch gefüllt ist. Bestückt ist die Kamera mit einem Schneider Xenar 4,5/12 von ca. 1921 in Rad-Compur, ebenfalls aus der Zeit um 1920. Ob das die originale Ausstattung ist, steht aber nicht fest. Das Objektivbrett ist ohnehin leicht wechselbar; es wird gegen eine Feder nach oben gedrückt und kann dann entnommen werden. Falls es sich um die ursprüngliche Bestückung handelt, können die Seriennummern eine zeitliche Eingrenzung der Kamera ermöglichen. Eine Seriennummer am Gehäuse habe ich bislang nicht entdecken können. Eine Datierung um 1920/21 scheint mir mit Blick auf die Gestaltung der Laufschienen und des Zahntriebs durchaus plausibel.

Nach einer ersten oberflächlichen Reinigung präsentiert sich die Kamera in einem besseren Zustand, als zu erwarten war. Die Verstellungen muss ich noch gängig machen, insbesondere die horizontale Verschiebung. Beim Ausprobieren des Drehrückteils zeigte sich, dass ein Vorbesitzer den unteren Teil des Balgens am Drehrahmen festgeklebt hatte… Das lässt sich aber beheben. Ansonsten funktioniert alles, und der Balgen ist dicht. Einen passenden Newtonsucher gibt mein Fundus sicherlich her. Vielleicht versuche ich mich gelegentlich auch mal an einer Neubelederung, das ist aber noch nicht sicher – so schlecht sieht das unbelederte Gehäuse gar nicht aus.



Vorerst stellt sich die Frage nach einem passenden Rückteil und geeigneten Kassetten. Ich habe diverse Rückteile unterschiedlicher Hersteller probiert, bislang ohne Erfolg. Vielleicht hat jemand eine Idee, was hier passen könnte? Und zum Schluss die entscheidende Frage: Worum handelt es sich hier eigentlich – ist es tatsächlich eine von Henning produzierte Kamera, oder wurde sie zugekauft? Nach Thiele (2023) gab es tatsächlich Rhaco-Kameras aus eigener Produktion. Aber war das dann gleich eine solche Präzisionskamera mit Merkmalen anderer Hersteller? Stammt sie möglicherweise von Perka oder Linhof? Auch vom Frankfurter Hersteller Plaubel gab es mal eine Präzisions-Peco, die, nach den Abbildungen zu urteilen, gewisse Ähnlichkeiten aufweist. Vielleicht hat jemand Ideen oder konkrete Hinweise? Vielen Dank vorab!

--
Beste Grüße
Jan

Zuletzt bearbeitet am 05.03.26 17:45

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vor 11 Stunden
JORGE_PHOTO 

50-99 Punkte

vor 11 Stunden
JORGE_PHOTO 

50-99 Punkte

Re: Rhaco Präzisionskamera 6,5x9

Hallo zusammen. Hallo Jan.

Die große Fokustaste ist vielleicht das auffälligste Merkmal der Kamera. Es bleibt keineswegs unbemerkt und sollte sicherlich einen entscheidenden Hinweis auf den Hersteller bieten. Ich hatte ihn noch nie außerhalb einer Perka-Kamera gesehen. Es muss eine Beziehung zwischen Perka und Linhof gegeben haben. Aber Rhaco war vor allem ein Händler, und selbst wenn es einige teilweise hergestellte oder fast fertig montierte Geräte fertigstellen könnte, bezweifle ich, dass es seine eigenen Geräte vollständig herstellen könnte, insbesondere eines dieser Merkmale.

Grüße aus Spanien

vor 11 Stunden
Jan_S 

Moderator

vor 11 Stunden
Jan_S 

Moderator

Re: Rhaco Präzisionskamera 6,5x9

Hallo Jorge,

vielen Dank für die Einschätzung! Ja, es ist auch meine Auffassung, dass Henning/Rhaco kaum der Hersteller gewesen sein kann. Die Kamera ist wirklich sehr gediegen verarbeitet, da muss ein Qualitätshersteller am Werk gewesen sein, und der Fokusknopf weist tatsächlich in Richtung München...

Vielleicht kommt man mit dem Falz weiter: Es war eine Rollex-Kassette mit der Breite von 75 mm dabei, Schlitztiefe ca. 3 mm. Vielleicht kann jemand, der eine Perka 6,5x9 hat, einmal nachmessen?


--
Beste Grüße
Jan

vor 8 Stunden
axel 

Moderator

vor 8 Stunden
axel 

Moderator

Re: Rhaco Präzisionskamera 6,5x9

Hallo zusammen,

ich habe mal ein wenig verglichen und auf Grund ihrer Merkmale sollte die Kamera aus den Trio-Präzisions-Camerawerk stammen.

Beste Grüße

Axel

vor 7 Stunden
Jan_S 

Moderator

vor 7 Stunden
Jan_S 

Moderator

Re: Rhaco Präzisionskamera 6,5x9

Hallo Axel,

vielen Dank für den Hinweis! Im Forum gibt es ja im Zusammenhang mit der von Dir vorgestellten Silar ja sogar eine Abbildung einer Trio; da scheint es sich tatsächlich um die gleiche Kamera zu handeln: https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...mp;thread=311#6. Da muss ich mal weitersuchen

--
Beste Grüße
Jan

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Vielleicht   Objektivbrett   Trio-Präzisions-Camerawerk   oberflächlichen   blende-und-zeit   Hersteller   sirutor-und-comp   Präzisionskamera   Präzisions-Peco   Entfernungseinstellung   Entfernungsskala   Qualitätshersteller   Mattscheibenrückteil   Zufälligerweise   Präzisonskamera   dimensionierten   unterschiedlicher   dementsprechend   Rollex-Rollfilmkassette   Vergleichsexemplar