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Compur: wann Papier-, wann Metallblendenlamellen?
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07.07.14 18:25
Laufboden

nicht registriert

07.07.14 18:25
Laufboden

nicht registriert

Compur: wann Papier-, wann Metallblendenlamellen?

Hallo, alle miteinander!

Bis jetzt bin ich davon ausgegangen, daß 'nur die allerältesten Compure' Blendenlamellen aus Papier haben.
Das wird oft behauptet.
Tatsächlich haben die meisten meiner Compure (und Compounds) Papierlamellen. Na gut, die sind alle aus der Zeit vor WK II ...

Mein 'neues' Objektiv ist von 1921 - ein 120mm-Tessar, eine eher ungewöhnliche Brennweite - hat einen Rädchen-Compur aus der Zeit nach 1914 und vor 1920.
Und dessen Blende ist definitiv aus Metalllamellen.
Sind die original? Wenn ja, warum haben spätere Compure Papierlamellen?
Es ist allem Anschein nach nicht so, daß das mit der Größe des Compurs zusammenhängt.

Weiß jemand Genaueres zur Frage 'welche Compure haben Metall-, welche Papierlamellen?'

Obiger Compur, mein ältester, hat einen sicherlich nachträglich eingebauten Gewindeanschluß für Drahtauslöser.
Klar, manchmal ist eines der üblichen Nippel kaputt- oder verlorengegangen. Manchmal wurde ein Ersatz dafür installiert.
Der am obigen Tessar ist der bislang überzeugendste.

Es stellt sich zudem die Frage:
Hatten Compure von Anfang an einen Drahtauslöseranschluß?

Angeblich oder wirklich nachträglich eingebaute Blitzsynchrobuchsen sehen so professionell aus, daß sie wohl fabrikmontiert sind, während obige Nippel danach aussehen, individuell vom Feinmechaniker angefertigt worden zu sein. Hat die Blitzsynchronisation kleinere Werkstätten überfordert?

Es gäbe da eine Parallele - Amateure, die kein Labor hatten, mußten noch in den 1970ern ihre Filme zum Entwickeln zum Fotohändler bzw. Fotografen tragen. Die fühlten sich berufen, SW-Filme selbst zu entwickeln und verwendeten für die Filme des nichtprofessionellen Pöbels offenbar das Abwasser ihrer Labore, während sie sich bei Farbfilmen überfordert sahen und sie in Großlabors gaben. Deshalb wurden Farbfilme i.d.R. weit, weit besser verarbeitet.
Bei 9x13-Abzügen von auf 27 DIN - 400 ASA - gepushten 23-DIN-Farbfilmen sah man noch kein Korn - im Gegensatz zu feinkörnigem SW-Film, egal, ob 15, 18 oder 21 DIN. Deshalb habe ich SW-Fotografie bald aufgegeben - mit Farbfilm hatte ein Nicht-Selbstentwickler zwar keine überzeugenden, aber dramatisch bessere Ergebnisse.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 07.07.14 18:26


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09.07.14 15:52
Rainer 

Administrator

09.07.14 15:52
Rainer 

Administrator

Re: Compur: wann Papier-, wann Metallblendenlamellen?

Hallo Laufboden,

zu den Papier- oder Metall-Lamellen hat es im WWW ein gute Seite gegeben. Da hatte ein deutscher Sammler für Dutzende Objektive auch Angaben über Papier oder Metall gemacht, auch mit Baujahresangaben. Leider finde ich über gogle diese Seite nicht mehr.


Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

09.07.14 16:01
Rainer 

Administrator

09.07.14 16:01
Rainer 

Administrator

Re: Compur: wann Papier-, wann Metallblendenlamellen?

Hallo zusammen,

ich habe Beiträge aus diesem Thread in einen neuen Thread verschoben:
http://www.blende-und-zeit.sirutor-und-c...9&thread=27

Leider ist mir dabei ein Beitrag des Threads verloren gegangen: Asche auf mein Haupt.




Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

10.07.14 11:18
Danimann 

BZF-Meister

10.07.14 11:18
Danimann 

BZF-Meister

Re: Compur: wann Papier-, wann Metallblendenlamellen?

Hallo!

Also ich finde äusserlich interessant das mit den Papierlamellen! Ich hatten immer gedacht, diese wären immer aus Metall gewesen. Ich habe sogar einige Compurs und andere Verschlüsse demontiert, und ich habe immer dabei Metalllamellen gefunden, sogar an einem frühen IBSO von Gauthier. Vielleicht ist es mir auch einfach nicht aufgefallen in der Glaube, alle wären aus Metall. Das nächste Mal werde ich aber achten!

Bzgl Compur mit Gewinde für Drahtauslöser. Ich habe noch nie (weder direkt noch auf Literatur) ein Compur gefunden ohne dieser Gewinde. Im Gegenteil zu dem Compound, der Compur hat keine Version mit Pneumatischen Zylinder. Die Fernauslösung war daher „nur“ mit Drahtauslöser möglich. Der Compur wurde ja auch nach der Einführung dieser Gewinde seitens Gauthier für sein IBSO in 1908. Es gabt zu der Zeit (bis etwa 1914) doch andere Gewinde (der Compound für Drahtauslöser selbst hatte eine andere Gewinde) , die vom IBSO hat sich aber durchgesetzt. Ich nehme an, alle Compurs hatten die Gauthier Gewinde seit Anfang an, bin aber hier nicht ganz sicher.

Nach dem Krieg war relativ normal Kameras & Verschlüsse mit PC Synchronbuschen nachzurüsten, aber auch die Drahtauslöser Gewinde nachrüsten? Ich schliesse es nicht aus, normal ist es aber auch nicht, hauptsächlich auch, weil nur wenige (meistens billige, nicht wie der Compur) Verschlüsse ohne diese Gewinde hergestellt wurden (sogar die meisten Boxkameras –ab sagen wir 1930- hatten diese Gewinde serienmässig).

Gruß

Dani

20.07.14 21:38
Laufboden

nicht registriert

20.07.14 21:38
Laufboden

nicht registriert

Re: Compur: wann Papier-, wann Metallblendenlamellen?

Hallo Danimann,

Danimann:
..Nach dem Krieg war relativ normal Kameras & Verschlüsse mit PC Synchronbuschen nachzurüsten, ..

Aus aktuellem Anlaß - Bestimmung des ungefähren Herstellungsdatums für zwei Certotrops - habe ich einiges nachgelesen.
Blitzsynchronisierung - die PC-Buchse? - gab es offenbar seit 1934.
Den Prontor II gibt es seit 1934, ab 1938 wurde Prontor II mit PC-Buchse ausgeliefert - die neuere Certotrop stammt deshalb vermutlich aus 1935-38.

Da AGC die 'billigeren' Verschlüsse baute und Zeiss als - wenn auch geheimer - Mitgesellschafter sehr darauf achtete, daß nichts in seinem Imperium Original-Zeiss-Produkte übertraf. Compur baute in diesem Reich die teureren Verschlüsse.
Es würde mich deshalb sehr wundern, wenn Compure nicht schon deutlich vor 1938 regelmäßig damit ausgerüstet worden wären.

Es heißt immer mal wieder, der Dübel-Fischer hätte die Blitzsynchronisierung erfunden, und das war eindeutig nach WW II, aber das ist so nicht richtig.
Er hatte da zwar eine Synchronisierung erfunden und ein Patent darauf, das er mit gutem Gewinn an Agfa verkaufen konnte. Was genau er erfunden hatte, habe ich noch nicht erfahren, ich vermute, daß dieses Patent u.a. für die Synchro-Box verwendet wurde.

Objektiv bzw. Verschluß meiner beiden Kameras mit PC-Buchse stammen allerdings aus bzw. vor 1930, die PC-Buchsen wurden also später eingebaut.

Grüße, Laufboden

P.S.: wann Papier- und wann Metalllamellen verwendet wurden, weiß ich immer noch nicht ...

Zuletzt bearbeitet am 20.07.14 21:42

22.07.14 14:21
Danimann 

BZF-Meister

22.07.14 14:21
Danimann 

BZF-Meister

Re: Compur: wann Papier-, wann Metallblendenlamellen?

Hallo Laufboden!

Es wird immer interessanter!

Es gibt tatsächlich Flashsynchronisation vor dem II WK. Wie fast immer bei solchen Entwicklungen, gabt es mehrere Arten von Synchronisierungen (manchmal Herstelleranhängig) bis die PC Synchronbuchse sich einigermassen durchgesetzt hat. Wann genau diese Buchse eingeführt wurde ist mir auch unbekannt.

Allerdings, die ersten Kameras die ich mit PC Busche gefunden habe sind aus kurz vor dem Krieg oder in den Anfangsjahren des Krieges. Ich besitze ein Prontor-II (laut meiner Recherchen ab 1936 zu haben!) bei einem vorkriegs Agfa Billy ohne PC Buchse und ein Prontor-II von einem Nachkriegs Balda Fixfocus mit PC Buchse (Wobei die Balda wahrscheinlich aus Restbestände aus der Zeit vor dem Krieg stammt).

Hier der Prontor-II der Agfa Billy Record 4,5 ohne PC Buchse (ca. 1938):



Und hier der Prontor-II der Balda Fixfocus mit PC Buchse. Achtung! Die Kamera wurde auch bereits ca. 1938 gebaut, dieses Exemplar ist aber deutlich junger, da als "Belfoca 6x9" "Balda-Werk VEB Dresden" verkauft wurde! Also ca. 1950-51!!





Auch Vorkriegs Leicas oder Praktiflex oder Contax verfügen nicht über PC Buchse, die nach dem Krieg (oder bestenfalls während) nachgerüstet wurden. Wenn diese "High-End" Kameras keine PC Buschse hatten, kann ich mir auch gut vorstellen dass die Compur auch es nicht gewagt haben sie einzuführen.

Vorreiter der Blitzsynchronization bei "Taschenkameras" war zB Ihagee mit der Exakta, die allerdings ihre eigene (nicht PC) Blitzbuchsen vor dem Krieg hatte (PC erst nach dem Krieg).

Ich habe eine Praktiflex aus 1947 (auf dem Forum vorgestellt) mit nachgebauten PC Buchse (Serienmässig ohne). Genau die gleiche Praktiflex (aber mit einem kleinerem Objektiv ) wird gerade bei einer Antiquariat meiner Stadt verkauft. Diese hat auch eine Synchronisation nachgebaut, allerdings eine mit 2 überstehenden Pins (wie bei der Kodak Flash Supermatic des gleichen Zeitraums).



Ich meine das gleiche ist mal zB mit der Gewinde für Drahtanschluss passiert. Wie vor kurzem auch gesprochen, Etwa 1908-1914 gabt es zahlreiche Methoden, die dann veraltete Luftzylindertechnik zu ersetzen. Nicht alle haben Gewinde verwendet, und zB auch die Gewinde eines Compounds war nicht gleich wie die eines IBSO. Letztendlich hat sich die Gauthier Variante durchgesetzt (auch nicht bei allem, zB Leica).

Deswegen könnte gut sein, dass Deckel nicht gleich sich auf die PC Buchse (Hiess sie bereits damals so?) ganz gefreut hat, und seine Compuren sofort damit ausgerüstet. Das Gebiet war einfach noch zu frisch (kaufe ich mir ein VHS, eine Betamax oder ein 2000?).

Somit hat Deckel in 1936 sein Compur Rapid Vorgestellt, ohne Synchronisierung. Sonst wäre es gleich ein (Nachkriegs) Synchro-Compur gewesen!

Also ich denke, ein Compur könnte (oder kann) man mit PC Buschse nachrüsten, aber serienmässig wurde diese (allerdings vor dem Krieg) noch nicht produziert.

Ich habe auch zahlreiche Verschlusspatente Recherchiert, und noch keine mit PC Buchse gefunden (doch mehrere mit Synchro, à la "Vacublitz").

Wäre natürlich schlüssig die PC-Buchse Patente zu bekommen. Hatte ich aber bisher kein Glück...

Gruß

Dani

Zuletzt bearbeitet am 24.07.14 21:15

Datei-Anhänge
supermatic.JPG supermatic.JPG (244x)

Mime-Type: image/jpeg, 55 kB

agfa_billy_record_4_5_21.jpg agfa_billy_record_4_5_21.jpg (262x)

Mime-Type: image/jpeg, 143 kB

balda_fixfocus_26.jpg balda_fixfocus_26.jpg (220x)

Mime-Type: image/jpeg, 130 kB

manual_fixfocus.JPG manual_fixfocus.JPG (276x)

Mime-Type: image/jpeg, 77 kB

31.08.14 21:10
Laufboden

nicht registriert

31.08.14 21:10
Laufboden

nicht registriert

Re: Compur: wann Papier-, wann Metallblendenlamellen?

Hallo Danimann,

im Forumsbeitrag von PeterW auf http://cameracollector.proboards.com/thread/2342 heißt es,
"On some early Lukos shutters the blades weren't vulcanite, they were thin card treated with some form
of baked-on and rolled shellac, and yours obviously got rather drunk when you soused them in alcohol!"

Danimann:
Also ich finde äusserlich interessant das mit den Papierlamellen! Ich hatten immer gedacht, diese wären immer aus Metall gewesen.
In obigem Artikel fand ich auch die vermutliche Herkunft meiner Cameo - mehr dazu bei der Spreizenkamera ( http://www.blende-und-zeit.sirutor-und-c...ard.php?board=1 )

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