Weit verbreitet in Filmakademien war sie vielfach die erste Filmkamera für den Beginn der Karriere vieler Filmschaffenden, die Paillard-Bolex H16. Sie war robust, universell, zuverlässig und lieferte qualitativ hochwertige Bilder, sie war perfekt für viele wissenschaftliche und künstlerische Aufgaben und der Traum jedes Filmamateurs. Seit 1935 hatte sich im Grundaufbau wenig verändert, kleine Änderungen und Verbesserungen, wie z.B. die Umstellung auf einseitige Perforation, Doppelgreifer, verstellbare Sektorenblende, Einzelbildzähler oder Filtereinschub kamen dazu, ein Highlight der H16 war die automatische Filmeinfädelung. 1956 wurde ein Reflexsucher integriert (H16REX), viele bevorzugten jedoch weiterhin das Nicht-Reflex Modell. Die Kamera der H-Serie gab es auch für Doppel-8 und 9,5mm Film (H8, im Forum vorgestellt und H9).
Eine Schwachstelle der alten H-Serie von Anfang an war, wie auch bei einigen anderen Filmkameras, die zu kleine Bodenfläche. Als Abhilfe bot Paillard-Bolex einen Kamerasockel an.
Die vorliegende H16 stammt aus dem Jahr 1954, es ist ein Modell H16 Supreme das von 1954 bis 1958 gefertigt wurde. Der dreifach Objektivrevolver ist mit Kern-Objektiven bestückt, als Sucher dient das Bolex Oktameter am Kameradeckel, ein Multifokalsucher mit Parallaxenausgleich für 16…150mm Brennweite. Zusätzlich gibt es eine Einstellhilfe mit Mattscheibe mit Einblick von oben oder über eine Prismeneinrichtung von hinten (Die Parallaxe zwischen Mattscheibenbetrachtung und Aufnahmeobjektiv kann mit einem zusätzlich lieferbaren Schlitten ausgeglichen werden).
Der Kameradeckel mit der Befestigungsmöglichkeit für verschiedene Sucher.
Die Einfädelautomatik, ganz rechts an der Gehäusewand der Wahlhebel für die Filmlaufkontrolle.
Der Einschub für Filterfolien bzw. Bolex-Filter.
In der oberen Objektivaufnahme ist die mattierte Seite des Prismas der Einstellhilfe zu sehen.
Die Bedienungselemente: Mitte: Aufzugskurbel, links daneben der Wahlschalter: Federwerk/externer Antrieb, schräg darunter der Meterzähler, oben rechts neben der Kurbel der Einzelbildzähler mit Einstellung der 100er Schritte, darunter die Einstellung der Einerschritte mit der Einer-Antriebsachse, weiter unten die Belichtungseinstellung Moment/Zeit, dann die Bildfrequenzeinstellung 8-64 B/Sek und darunter ein Auslöser Lauf/Einzelbild (ein weiterer Auslöser für Lauf befindet sich auf der Frontplatte) Ganz oben, etwas angeschnitten, die Prismeneinrichtung, die die Betrachtung des Mattscheibenbildes der Einstellhilfe von hinten gestattet.
Wie in vielen anderen Filmfirmen, haben das Super8-Format und die digitale Bildaufzeichnung auch bei Paillard-Bolex zu Veränderungen geführt. Ende 1969 wurde von Paillard der Geschäftsbereich Bolex an Eumig verkauft. Nach dem Konkurs von Eumig 1982 führten Mitarbeiter in der gegründeten Bolex International, S. A. bis ca. 2020 das Geschäft mit der H16 weiter, soweit noch Einzelteile vorhanden waren.
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