| youtube: Wie eine einzige Entscheidung Deutschlands Kameraindustrie zerstörte |
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Gestern 12:14
Rainer  Administrator
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Rainer  Administrator

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youtube: Wie eine einzige Entscheidung Deutschlands Kameraindustrie zerstörte
Hallo zusammen,
ist wohl KI-generiert, aber trotzdem interessant. Das youtube Video zeigt an Beispiel Franke & Heidecke / Rollei, was Ende der 60-iger / Anfang der 70-iger Jahre zum Sterben der deutschen Kameraindustrie führte. Ein wenig holzschnittartige, aber ist schon was dran ....
https://www.youtube.com/watch?v=vBV7m9I9k7c
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
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vor 11 Stunden
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Re: youtube: Wie eine einzige Entscheidung Deutschlands Kameraindustrie zerstörte
Hallo Rainer,
das Kamerasterben kleiner Herstellerfirmen - außer Ernemann - begann schon mit dem Zusammenschluss zu I.C.A. und die spätere Übernahme durch Zeiss-Ikon.
Voigtländer konnte sich noch gut halten, hielt aber in den 60 Jahren immer noch am Zentralverschluss fest. Zeiss Ikon setzte den Schlitzverschluss bei SLR ein, der in der Kamera saß und war objektivunabhängig. Bei Voigtländer brauchte jedes Objektiv einen eigenen Verschluss und war damit schwerer, größer und teurer. Bessamatic/Ultramatic (!967) waren technisch brillant aber mit dem Zentralverschluss nicht mehr zeitgemäß. Außerdem eroberten japanische Kameras den deutschen Markt. Anstatt gemeinsame Synergien zu nutzen - hervorragende Kameratechnik/Objektivtechnik von Voigtländer und Schlitzverschluss von Zeiss Ikon - gab es Konkurrenzkampf und 1971 war die Firma Voigtländer wirtschaftlich am Ende.
Beste Grüße
Ingrid
Zuletzt bearbeitet am 31.07.26 13:59
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vor 8 Stunden
Holgerx  250-549 Punkte
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Re: youtube: Wie eine einzige Entscheidung Deutschlands Kameraindustrie zerstörte
Hallo,
Das Video kann man verharmlosend formuliert auf einen Sprecher mit Halbwissen reduzieren, der mehr oder minder beliebig einen Haufen jeweils zeithistorisch unpassender Bilder ablaufen lässt, die lediglich Images transportieren, die etwas mit der Sache zu tun haben scheinen. Die geschilderten Zusammenhänge sind so vereinfacht und entstellt, dass man sie getrost vergessen kann.
Nur z. B.: Kein Wort davon, dass die Firma von Franke & Heidecke 1920 zuerst in die Räume der Viewegstraße 32 in Braunschweig einzog, um eine Stereokamera zu bauen, das Heidoskop, und nicht eine zweiäugige Rolleiflex. Die Produktion stattete erst 1928 mit 10 Prototypen. Heidecke und Fanke kannten sich 1920 bereits jahrelang von Voigtländer und dachten zuerst darüber nach, wie man sich selbstständig machen könnte. Heidecke sicherlich auch darüber, seine Ideen selbstbestimmt umsetzen zu können. Die Fabrik auf neuem Grundstück kam erst nach mehreren Umzügen als die Zweiäugige sich so gut verkaufte, dass eine größere Fabrik dringend gebraucht wurde, da die alten Räume aus allen Nähten platzten. Damit ist die Darstellung: Weggang Heideckes von Voigtländer und neue Fabrik schon völlig entstellt geschildert.
Ich würde das Video als Desinformation bezeichnen. Egal ob KI oder nicht, irgendwo steckt da ein Mensch dahinter. So etwas sollte man in keinster Weise protegieren. Ich frage mich, was das soll, Geschichten zu erzählen, wenn man die Zusammenhänge nicht verstanden hat oder völlig entstellt darstellt. Kommt mir wie Egos vor, die zwanghaft in der Medienwelt vorkommen wollen, in der sie eigentlich für niemanden eine Bereicherung darstellen noch wirklich etwas zu erzählen haben. Erzählen, um vorzukommen – ich erzähle, also bin ich – wie armselig. Leidtragende sind alle, die sich so etwas auch nur kurz ansehen müssen. Das ist abstoßend. Sorry, aber dazu sollte man noch nicht mal etwas sagen müssen – die Notwendigkeit ist schon ein Armutszeugnis.
Grüße Holger
Zuletzt bearbeitet am 31.07.26 17:49
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vor 7 Stunden
Sammler  Moderator
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vor 7 Stunden
Sammler  Moderator
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Re: youtube: Wie eine einzige Entscheidung Deutschlands Kameraindustrie zerstörte
Hallo
Ich bin nicht der Meinung das durch die Zusammenschlüsse ein Sterben der Kameraindustrie stattgefunden hat denn da wurden ja nur einzeln nicht mehr lebensfähige Firmen gebündelt. Die Zeit vor ICA war doch geprägt von Firmen die bis auf etws Kosmetik identische Kameras gebaut haben und dann auch noch unzählige Ausführungen die zwar teilweise durch andere Linsen und andere Verschlüsse gekennzeichnet waren. Allerdings hat sich niemand getraut schon bestehende Konzepte weiter zu entwickeln.
Aber diese ganze Vielfallt die einige Firmen dann hatten (so um die 200) konnte von keinem einzelnen Hersteller gewinnbringend vermarktet werden, deshalb standen viele nicht mehr mit dem Rücken an der Wand sondern fast alle kurz vor dem Gang zum Konkursrichter. Da blieb eigentlich nichts anderes übrig zu fusionieren und viele Modelle auszusortieren.
Für mich gibt es nur eine Erklärung die Kameraindustrie in Deutschland war so unbeweglich und war auch wie in Deutschland üblich zu sagen wir sind Deutsche und was wir machen ist das ultimative und haben immer noch mit Holz geheizt und andere schon mit Solar.
Ich bin ja auch ein Deutscher und hebe diese überheblichkeit schon des öfteren erlebt. in der Deutschen Industrie wird doch schon immer das tote Pferd noch geritten.
Und dann gab es doch auch diese Monopolisten in der Zulieferindustrie die ja auch durch ihr gebaren kleine Firmen zum aufgeben zwangen um sie dann fast kostenlos zu übernehmen und unter eigenem Namen zu betreiben.
Gruß Wolfgang der Sammler
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vor 6 Stunden
Rainer  Administrator
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vor 6 Stunden
Rainer  Administrator

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Re: youtube: Wie eine einzige Entscheidung Deutschlands Kameraindustrie zerstörte
Hallo zusammen,
bei youtube tauchen immer mehr Videos auf, die aus meiner Sicht KI-generiert sind, ob ich das bei meinem oben erwähnten Video auch annehmen kann, ist eben nur eine Vermutung. Mir gefällt diese Entwicklung der KI-Videos auch nicht, trotzdem: Interessant fand ich das Video auch deshalb, weil man dabei seine eigene Sicht der Dinge mit der Sicht des eigentlichen-Video-Erzeugers vergleichen kann. DAS finde ich interessant, die Inhalte habe ich als holzschnittartig benannt, damit wollte ich aufzeigen, dass Vereinfachung immer auch Ungenauigkeit und Fehlerhaftigkeit bedeuten kann. Schön ist es, dass mein Video-Hinweis zur Befassung mit dem Thema "Deutsche Kameraindustrie Niedergang" im Forum geführt hat. Es ist nämlich ein interessantes Thema, zu dem es sicher unterschiedliche Einschätzungen gibt. In dem Video finde ich einige Begründungen nachvollziehbar, andere nicht. Mich hat das Video jedenfalls dazu "gezwungen" die Richtigkeit des Video-Tenors zu prüfen. Das habe ich ohne Verbitterung machen können und bin ohne drastische absolute "Urteile" über den / die Verantwortlichen ausgekommen. Zum Thema selbst: Mit dem Aufkommen der Elektrik und der Elektronik in Kameras während der 60-iger / 70iger Jahre kam die deutsche Industrie nicht so richtig mit. Die Japaner wurden schnell moderner und wagten die Einbeziehung von kleinen pfiffigen Details (manchmal als Schnickschnack abgetan) die von den eventuellen Kaufenden als gut angesehen wurden. Das ist eines der Punkte, die mir bei Betrachten des Videos in den Sinn kam. Aber, es hat sicher mehre Gründe für das Postulat des Videos gegeben. Ein Nachsatz zu Rollei. Damals bei Markteinführung der Rollei 35 war ich von dem Modell begeistert, allerdings hinderte mich (noch) der Preis am Erwerb. Später als ich mir dann schließlich eine Rollei 35S kaufen konnte und mit der Kamera nach Hause kam, war ich (zugegeben) erst mal erschreckt, als ich "Made in Singapore" auf der Kamera las. Ich habe damals also ein Modell vom neuen Produktionsort gekauft, wollte aber "Made in Germany"  haben, ich habe mich aber schnell an meine ausgezeichnete Singapur-Rollei 35S gewöhnt 
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Zuletzt bearbeitet am 31.07.26 19:19
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vor 2 Stunden
Holgerx  250-549 Punkte
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vor 2 Stunden
Holgerx  250-549 Punkte
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Re: youtube: Wie eine einzige Entscheidung Deutschlands Kameraindustrie zerstörte
Hallo,
jeder kann es natürlich als persönlich interessant empfinden, „seine eigene Sicht der Dinge mit der Sicht des eigentlichen Video-Erzeugers“ zu „vergleichen …“. Jedem sein Steckenpferd. Andererseits besteht für die weniger versierten Fotointeressierten der Nachteil von garantierter Desinformation. Ich erinnere nur mal an den Schlamassel, den schon ein Richard Hummel angerichtet hat. Und da muss man keineswegs verbittert sein, um sich dagegen zu positionieren.
Der Anspruch, verlässliches, kritisches und evidenzbasiertes Wissen über die Welt zu gewinnen, hat die Wissenschaft Jahrhunderte lang vorangetrieben und uns zumindest wissensbasierte und in kürzester Frist (im Vergleich mit unserer sonstigen Geschichte) Erfolge ohnegleichen beschert. Ich wüsste nicht, wieso man das ohne Not aufgrund persönlicher Vorlieben, zweifelhafter Persönlichkeitsstrukturen oder den neusten Trends wie der halluzinierenden KI und Co. aufgeben sollte. Für mich ist das Leben einfach zu kurz, um sich mit dem klar erkennbaren Bodensatz auseinanderzusetzen und den noch irgendwie schönzureden.
Ich bin immer froh, wenn ich neben einigen versierten Buchautoren mal in eine verlässliche Quelle hineinschaue, wie z. B. „zeissikonveb.de“. Es kann wirklich fesseln, die so gut recherchierten wie geschriebenen und mit Zeitdokumenten hinterlegten Artikel zu lesen. Meist ein Genuss mit garantiertem Erkenntnisgewinn – das macht Spaß. Die haben übrigens unter der Rubrik Geschichte ein paar Anmerkungen zu den Ergebnissen von fabulierenden Hobbyhistorikern und ambitionierten Fotosammlern mit Tunnelblick eingestellt. Das reicht schon, um gar nicht erst auf die Beliebigkeit von halluzinierender KI oder interessensbasierter Desinformation weiter einzugehen. Das Leben ist einfach zu kurz.
Grüße Holger
Zuletzt bearbeitet am 31.07.26 23:01
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vor 33 Minuten
Scannerhannes  600 und mehr Punkte
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vor 33 Minuten
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Re: youtube: Wie eine einzige Entscheidung Deutschlands Kameraindustrie zerstörte
Sammler:
Für mich gibt es nur eine Erklärung die Kameraindustrie in Deutschland war so unbeweglich und war auch wie in Deutschland üblich zu sagen wir sind Deutsche und was wir machen ist das ultimative und haben immer noch mit Holz geheizt und andere schon mit Solar.
Ich bin ja auch ein Deutscher und hebe diese überheblichkeit schon des öfteren erlebt. in der Deutschen Industrie wird doch schon immer das tote Pferd noch geritten.
N' Abend, als ich einen Kumpel in Delmenhorst nahe Bremen besuchte, machte er mit mir eine stundenlange Radtour um eine viele Kilometer lange Industriebrache herum. Dort war das Zentrum der deutschen Textilindustrie. Eindrucksvoll, was da an Milliardenwerten stillstand und dem Verfall preisgegeben war. Wie konnte es nur so weit kommen? Dazu passt meine persönliche Lebensgeschichte. Ich bin fast auf den Tag so alt wie die Bundesrepublik Deutschland, also in einem aufstrebenden Land mit genug Versorgung auch für die Kinder aufgewachsen. Meine Größe (Mutter hatte immer gesagt, das ist nicht Größe, das ist Länge ) war in den 60er Jahren mit 1,85mtr. erreicht, das Körpergewicht in der Jugend in den 60er Kilogramm, also entsprechend schlank. Es gab für mich als Jungen keine Hosen zu kaufen, es sei denn, welche, deren Beinlänge nicht weit unterhalb der Knie endete. Was waren wir in unserer Familie froh, als es plötzlich Hosen zu kaufen gab, bei denen die Länge und die Bundweite ausgewiesen und in allen Kombinationen zu kaufen war. Sie stammten aus den USA, während genau die erwähnten Textilfabriken für die Hosen die Maßverhältnisse von 1910 anwendete. Die Ernährungslehre weist auf einen deutlichen Zusammenhang zwischen Ernährung und Wachstum der Kinder hin, und die Ernährung für Kinder, die anfangs des 20. Jahrhunderts aufwuchsen, war nicht so dolle. Die Bevölkerung war eher untersetzt. Das Motto der Textilindustrie noch in der Untergangszeit war: "Das hat der Großvater so gemacht, das hat der Vater so gemacht, und wir machen's auch so". Ein weiteres Beispiel für eine Volkswirtschaft, die sich auf Privilegien und längst nicht mehr verdienten Lorbeeren ausruhte. Und heute? Wir haben, glaube ich mich zu erinnern, pro Kopf das größte Parlament (gesetzgebende Körperschaft) der Geschichte, zu ca. 80 Prozent aus Rechtsanwälten bestehend. Rechtsanwälte produzieren aber nur Papier, das haben sie gelernt. Wenn die Politik beschließt, wir bauen 400.000 Wohnungen pro Jahr, nicken alle beifällig und sagen, "Problem mit der Wohnungsnot gelöst". Davon kriegen die Studenten keine Bude gemietet, die Armen keine Siedlungen in der Nähe von Arbeitsplätzen. Von Volkswirtschaft und Kalkulation haben die Entscheidungsträger alle keine Ahnung. Daß der Wohnungsbau den Anfang eines Konjunkturzyklus bildet, die Kfz-Industrie als nächstes in ein paar Jahren nachzieht, davon haben die, die von uns fünfstellige Monatseinkommen bezahlt bekommen, noch nie gehört. Fortsetzung, wirtschaftsbezogen, kann in dem Buch "Nieten in Nadelstreifen" nachgelesen werden. Es gehört, um zum Thema zurückzukommen, schon ein Rekord an destruktiver Energie dazu, die älteste und kreativste Kamera-Industrie der Welt so schnell so tief in den Abgrund zu schicken.
Greetz,
Scannerhannes
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