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Eckig gegen rund. Kameras der 50iger und 60iger Jahre
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08.06.20 11:20
Rainer 

Administrator

08.06.20 11:20
Rainer 

Administrator

Eckig gegen rund. Kameras der 50iger und 60iger Jahre

Hallo zusammen,

Kameragenerationen (Dekaden-Geschwister) ähnelten sich oft, insbesondere auch in den fünfziger und sechziger Jahren.

Bestimmte Designformen lagen quasi "in der Luft". Ich will hier nur auf "eckige" und "runde" Ecken eingehen.

Es gab in diesen Jahrzehnten bestimmte technische Notwendigkeiten der Formgestaltung. So waren die Belichtungsmesser-Module und die Entfernungsmesser.Module eigentlich immer oben "aufgesetzt". Diese Module vergrößerten die Kamera-Höhen. Die Folge: Die Kameras wurden mehr Quadrat-ähnlich als die bisherige eher rechteckige Gehäuseform (von vorn betrachtet).

Grundsätzlich waren Kameras der fünfziger Jahre eher an den Ecken angerundet, in den sechziger Jahren wurden die Kamera eckiger. Allerdings gab es in beide Richtungen sozusagen auch Design-Grenz-Verletzer.

Ein Vertreter der runden Formen, die Braun Paxette Super II BL von 1964:


Mehr zu dieser Kamera:
https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...=3&thread=3


Noch deutlicher zeigt die Badamatic I (vorgestellt von Clack1967 hier Forum) von 1959 die Rundungen:


Foto: Clack1967

Mehr zu dieser Kamera:
https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...&thread=202

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Ein Vertreter der eher eckigen Formen die Voigtländer Vitoret DR von 1967:


Mehr zu dieser Kamera:
https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...3&thread=36

Noch deutlicher zeigt die Agfa Optima 500 Sensor von 1969 die eckigen Kanten:



Mehr zur dieser Kamera:
https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...3&thread=45


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Quadrat gegen Rechteck (Frontansichten)
Wie schon erwähnt brachte der Einbau von Belichtungsmessern und teilweise Entfernungsmessern Veränderungen in dem Frontansichts-Format.

Eine eher rechteckige Form im Querformat:



Eine eher quadratische Form:





Ein weiterer Thread im Forum geht auch auf diese Designformen mit Fokus auf den "Bauhaus"-Stil ein:

https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...71&thread=1


Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 08.06.20 21:29


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09.06.20 09:40
Scannerhannes 

BZF-Meister

09.06.20 09:40
Scannerhannes 

BZF-Meister

Re: Eckig gegen rund. Kameras der 50iger und 60iger Jahre

Eine schöne Analyse, wie sie in letzter Zeit öfter von Dir zu lesen sind :) .
Allerdings bereiteten sich "hinter den Kulissen" ja auch Trends und wichtige Neuerungen vor. Wie alles aus dem Einflußgebiet der Sowjetunion wurden die DDR-Produkte als minderwertiger Ausstoß der Mangelwirtschaft verleumdet, und dennoch kamen Profikameras, vom 6x6 Format bis zu fortschrittlichen Kleinbild-Spiegelreflexkameras von dort (ist irgendwo ein biologisches Labor oder ein astronomische Großteleskop ohne eine Exakta Varex mit Mikroskop-Ansatz denkbar?).

Da war die Penti, klein und den verbesserten Filmen entsprechend mit Halbformat; bei ihr und einigen anderen, auch westdeutschen, Kameras probierte man mit schnelleren Transporthebeln herum, bei der Penti mit einer Filmtaste mit geradem Weg, und übrigens einem richtungweisenden Kassettensystem. (Gab es nicht mal eine Ikon Nettar Kleinbildkamera mit einem großen, griffigen Schnelltransporthebel, der sich axial um das Objektiv bewegte? Auch diese Kamera musste man nicht vom Auge nehmen, um das nächste Bild zu machen). 1961 wagte sich Voigtländer an die erste Kamera mit eingebautem Elektronenblitz (Vitrona) - eigentlich eine Täuschung, denn den halben Blitz, den Batteriehalter, musste man trotzdem extern befestigen (und bildtechnisch halte ich den fest eingebauten Frontalblitz sowieso für die größte Fehlentwicklung in 125 Jahren Fotografie), und doch eine Pionierleistung.

1959 kommt die Bessamatic mit Zoom-Objektiv auf den Markt und leitete die Entwicklung ein, daß heute auch ernsthafte Fotoamateure als Nerd belächelt und gleichzeitig bewundert werden, wenn sie auf Festbrennweiten bestehen :) .
Die Kleinbildkameras für Consumer, denen in Jahren gerade mal ein bisschen Wechsel zwischen quadratischer und etwas rundlicher Silhouette anzumerken war, sind wohl einfach die Brot-und-Butter-Modelle, die die Kamerahersteller voneinander abgekupfert oder gleich alle bei Balda eingekauft haben ;) .

09.06.20 20:32
Clack1967 

BZF-Meister

09.06.20 20:32
Clack1967 

BZF-Meister

Re: Eckig gegen rund. Kameras der 50iger und 60iger Jahre

Lieber Rainer,

bei der Baldamatic hat die runde Gehäuseform sicher auch etwas mit der Zielgruppe zu tun: Beworben wurde die (einfach zu bedienende) Kamera damals mit dem Slogan "Die geeignete Kamera für die Dame!" (vgl. Photo Deal I/2001, S. 63). Man versuchte offenbar, die Kamera weniger technisch und dafür leichter und gefälliger wirken zu lassen, wie es heute die Autoindustrie oder die Hersteller von Rasierapparaten bei "Damenmodellen" machen. Insofern war die Formgebung wohl auch ein (erfolgreiches!) Marketing-Instrument.

Viele Grüße

Heiko

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