die hier vorzustellende Kamera gehört zu der kleinen Gruppe japanischer zweiäugiger Spiegelreflexkameras im Format 4x4, die um 1958/59 auf den Markt kamen und deren Vorbild die Rolleiflex 4x4 von 1957 war (Übersicht über dieses Segment --> https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...8&thread=89).
Die Halma 44 Semi-Automat sieht der Tougodo Toyoca 44 De Luxe (--> https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...8&thread=84) recht ähnlich, und auch Konstruktion wie Bedienungskonzept weisen Übereinstimmungen auf. Die Fokussierung erfolgt wie bei allen Kameras dieser Gruppe über einen Knopf auf der linken Seite. Der Film wird mittels Drehknopf ‚halbautomatisch‘ transportiert; damit ist gemeint, dass der Transport bis Bild 1 über ein (verschließbares) Rotfenster erfolgt und danach das Zählwerk übernimmt; im Transportknopf befindet sich ein Freigabeknopf. Der Verschluss, ein Copal MXV mit dem Zeitenbereich 1–1/500, muss separat gespannt werden. Eine Doppelbelichtungssperre gibt es nicht. Die Belichtungsparameter werden über die beiden Hebel vorn am Objektiv gesteuert, dort müssen die Werte auch abgelesen werden. Der Lichtschacht ist wie üblich mit einer ausklappbaren Lupe ausgestattet, in das Vorderteil ist ein Sportsucher integriert.
Die Besonderheit der Halma 44 Semi-Automat besteht darin, dass sie neben der noch ambitionierteren Walz Automat 44 (--> https://camera-wiki.org/wiki/Walz_Automat_44) als einzige Kamera dieser Gruppe ein Aufnahmeobjektiv mit der Lichtstärke 1: 2,8 besitzt, ein Zunow 2,8/60. Beide Objektive sind mit Bajonett I ausgestattet.
Über die Kamera ist und ihren Hersteller ist wenig bekannt. In den Sammlerkatalogen außer McKeown 2005/2006 fehlt sie. Selbst in der Bedienungsanleitung ist kein Hersteller angegeben; die Zuschreibung zu Hara fußt gemäß camera-wiki auf Unterlagen, die sich auf der TLR-Seite von Barry Torgood finden (--> https://camera-wiki.org/wiki/Halma_44).
Eine Halma 44 gab es auch in einer einfachen Version (mit Transport über Rotfenster, einem einfachen Verschluss 1/25–1/300 und – wohl dreilinsigem – Aufnahmeobjektiv Halmar 1: 3,5). Die vorliegende Halma 44 Semi-Automat ist auch als Handelsmarkenmodell zu finden, nämlich als Tower 44B (vertrieben von Sears, USA, aber mit anderen Objektiven) sowie als Prinz 44 (vertrieben von Dixons, UK). Bei den Handelsmarkenmodellen von Sears muss man aufpassen – bei der Tower 44 handelt es sich um eine umgelabelte Toyoca 44 de Luxe (--> https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...8&thread=84), bei der Tower 44B eben um diese Halma – beide besitzen allerdings die Kinokkor-Objektive 1: 3,5 von Tougodo.
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