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[iIa] Rolleiflex 2,8 GX
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11.09.22 13:12
Jan_S 

BZF-Meister

11.09.22 13:12
Jan_S 

BZF-Meister

[ iIa ] Rolleiflex 2,8 GX

Hallo Forum,

die Produktion der zweiäugigen Rolleiflex endete 1981 mit dem Konkurs der Fa. Franke & Heidecke zunächst. Es ging in Braunschweig aber bekanntlich mit anderen Kameras weiter; die Nachfolgefirma Rollei Fototechnic stellte dann 1987 ein Nachfolgemodell vor, die Rolleiflex 2,8 GX. Ich erinnere mich noch gut daran, wie das seinerzeit in den Fotozeitschriften gefeiert wurde; für mich als Schüler kam sie allerdings damals nicht in Frage. Die Bezeichnung 2,8 GX suggeriert eine direkte Fortsetzung der Reihe nach der F, das X soll wohl auf die TTL-Blitzsteuerung hinweisen.
Es handelt sich allerdings um eine neu konstruierte Kamera, die in der Ausstattung in mancherlei Hinsicht abweicht, um nicht zu sagen abfällt.





In den Grundzügen ist sie natürlich gleich: Zweiäugige Spiegelreflex mit Rollei Planar 2,8/80 (Zeiss-Lizenz) als Aufnahmeobjektiv und einem Heidosmat-Sucherobjektiv 2,8/80; Parallaxenausgleich, abnehmbarer Lichtschacht, Filmtransport via Kurbel, Synchro-Compur X. Gegenüber den F-Modellen gibt es aber Unterschiede:



    – Es fehlt das Tastwerk, das seit 1937 Merkmal der Rolleiflex (mit Ausnahme der Sparmodelle Standard neu und T) war. Zum Filmeinlegen muss eine rote Marke bemüht werden wie bei anderen Fabrikaten auch.
    – Die Spulenknöpfe lassen sich nicht arretieren, das macht den Filmwechsel etwas fummelig.


Hier die geöffnete 2,8 GX im Vergleich mit der 2,8 E2:




    – Die Kamera besitzt nicht die (mechanisch aufwändige) automatische Schärfetiefeanzeige, wie sie die Rolleiflexen seit der 3,5 C sowie manche Zeiss- und Voigtländer-Objetkive haben. Zur Schärfetiefenanzeige dient eine Skala.
    – Es gibt keinen Selbstauslöser.
    – Nutzung des Zubehörs ist eingeschränkt; der Rolleikin-Kleinbildeinsatz kann nicht verwendet werden, auch die Nutzung von 220er Filmen war nicht möglich.


Die Verarbeitung erscheint mir im Detail etwas weniger wertig als bei den alten Modellen, man vergleiche beispielsweise die Ausführung des Spannverschlusses für die Rückwand.



Der Auslöser ist schwergängiger, auch die Stellräder für Zeit und Blende wirken nicht so mechanisch präzise – das hat aber technische Gründe, zu denen ich noch komme.

Was bietet nun die Kamera? Neu sind der integrierte TTL-Belichtungsmesser mit Siliziumdioden sowie die TTL-Blitzsteuerung (SCA-System), auch die Sucherscheibe ist deutlich heller als die der älteren Rolleis. Das Planar hat die im Vergleich zu den älteren Objektiven modernere HFT-Vergütung. Der Belichtungsabgleich erfolgt über 5 Leuchtdioden im Sucher; die Ausrichtung ist mittenbetont.

Dieser Belichtungsmesser war für mich der Beweggrund, eine GX zu kaufen. Ich fotografiere sehr häufig mit den zweiäugigen Rolleis, und wenn kleines Gepäck gefragt ist und nur eine Kamera mitkommt, ist es eine immer eine Zweiäugige aus Braunschweig. Da schien mir die GX als Ergänzung meiner Bestände richtig. Mein Exemplar ist im Zustand A, trotzdem war ich anfangs etwas enttäuscht. Der Belichtungsmesser ist sehr präzise, keine Frage. Mit Streulicht muss man aufpassen, also am besten mit Auge an der Lupe messen. Was mich immer noch etwas stört, ist der etwas schwergängige Auslöser. Ein ehemaliger Rollei-Techniker hat mir bei einer Revision erklärt, dass das mit dem in den Auslöser integrierten Schalter für den Belichtungsmesser zu tun hat. Man gewöhnt sich aber daran; mit einem Softauslöser verbessert sich die Handhabung. Ähnliches gilt für die Stellräder; dort sind Stufenwiderstände verbaut, die zur Kommunikation mit dem Belichtungsmesser dienen.

Ich musste mit der Kamera erst warm werden – mittlerweile gehört sie aber zu meinen meistbenutzten Kameras. Der Belichtungsmesser ist gut und verlässlich, und dieser Aspekt überwiegt bei mir. Das Filmeinlegen mit Marke funktioniert gut; immerhin vermeidet man so das Problem, dass zu dünnes Rückpapier mancher Filme zu Störungen beim Tastwerk führen kann. Das Planar ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Die Schärfentiefenbereich kann ich auch über die Skala ablesen – und die anderen Rolleis habe ich ja auch noch...

Die gezeigte GX gehört zur allerersten Serie 1987-88, danach gab es kleine Änderungen wie einen Zierring um die Blitzbuchse, beim 2. Modell wurden Trageriemenaufhängungen und Belederung geändert usw. Während der Produktionszeit gab es diverse Sondermodelle ("Helmut Newton", "Expression" usw.) in eher kleinen Auflagen; die Produktion endete 2000.




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Beste Grüße
Jan

Zuletzt bearbeitet am 11.09.22 13:15

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