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"Nur doppeläugige Spiegelreflexkameras sind gut"
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15.05.14 08:27
Rainer 

Administrator

15.05.14 08:27
Rainer 

Administrator

"Nur doppeläugige Spiegelreflexkameras sind gut"

Hallo zusammen,

diese These vertrat gnadenlos ein mir in den frühen sechziger Jahren bekannter Berufsphotograph. Er selbst arbeitete nur mit einer doppeläugigen Rollei.

Und ich muß zugeben. Seine Rollei sah richtig gut aus. Ich nutze zu dieser Zeit gern meine Retina 1a und der Edixa D meines Vaters.

Klar die Rollei hatte das Riesenformat 6 x 6 cm. Bei Standardaufnahmen war sicher auch das große Sucherbild (von oben betrachtbar) gut zur Motiv-Beurteilung. Eine Einstell-Lupe erleichterte die exakte Schärfefindung.

Aber schon erschwerte das seitenverkehrte Sucherbild schnelles richtiges Mitschwenken bei bewegten Motiven. Der Sportsucherteil half zwar, aber der Reflexsucher-Vorteil verschwand dadurch.

Auch wurde der Photograph gewissermaßen in eine Standardhaltung gezwungen. Das Quadrat-Bildformat entsprach auch nicht ganz typischen Papierbild-Gewohnheiten. Viele 6x6 Photographen machten also in der Dunkelkammer aus Quadrat eben Rechteck.

Der Parallaxenausgleich war zwar schon ein Vorteil gegenüber typischen Nichtreflexsuchern, die eher selten einen dynamischen Parallaxenausgleich hatten, aber es konnte vorkommen, daß es im Sucher keine Lichtreflexe im Sucher gab, aber später auf dem Photo schon.

Das alles veranlaßte mich schon früh, der einäugigen Spiegelreflexkamera (insbesondere mit Prismenhttp://www.blende-und-zeit.sirutor-und-compur.de/thread.php?board=67&thread=11aufsatz) den Vorzug zu geben.

Freude der doppeläugigen Spiegelreflexkameras werden aber sicher meiner Einschätzung widersprechen und Vorteile dieses Systems anführen können.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber),
der sich über Anrede und abschließenden Gruß in Beiträgen freut.


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15.05.14 12:31
Willi 

BZF-Meister

15.05.14 12:31
Willi 

BZF-Meister

Re: "Nur doppeläugige Spiegelreflexkameras sind gut"

Hallo Rainer!

Die Aussage "nur doppeläugige Spiegelreflexkameras sind gut" war Anfang der 1960er Jahre, als ich meine Photographenlehre begonnen habe, allgemein zu hören. Es gab zwar schon seit 1957 die einäugige Hasselblad 500C, die der Bildqualität der Rolleiflex um nichts nachstand, aber die Photographen von damals konnten sich das schwedische "Wunder" meist nicht leisten. Wir sind in unserem Betrieb ab 1965 auf die Hasselblad umgestiegen und haben die zweiäugige Rollei bei Reportagen noch immer weiterverwendet. Der große Vorteil der Hasselblad war das Wechselmagazin um rasch von SW- auf z.B. Farbfilm wechseln zu können. Als logische Nachfolge kam dann dei der Umstellung auf die Digitalphotographie die Hasselblad 1D.


45 Jahre liegen zwischen der Rollei und der H1D, und jede war in ihrer Zeit das Spitzengerät für professionelle Bilder.

Liebe Grüße
Willi

Zuletzt bearbeitet am 15.05.14 13:26

Datei-Anhänge
45 Jahre.jpg 45 Jahre.jpg (270x)

Mime-Type: image/jpeg, 195 kB

24.06.14 13:11
Laufboden

nicht registriert

24.06.14 13:11
Laufboden

nicht registriert

Re: "Nur doppeläugige Spiegelreflexkameras sind gut"

Rainer:
Hallo zusammen,

diese These vertrat gnadenlos ein mir in den frühen sechziger Jahren bekannter Berufsphotograph. Er selbst arbeitete nur mit einer doppeläugigen Rollei.

Hallo Rainer,

klar, diese Rollei war schon ein Traum - aber schon damals erkennbar beschränkt in ihren (Ausbau-)Möglichkeiten.

"Nur doppeläugige Spiegelreflexkameras sind gut" ist im übrigen ein Spruch aus der Klasse "Jeder Krämer lobt seine Ware".
Gab's und gibt's auch bei Autos, Rechnern, Software, ...
Abgesehen davon, daß es immer mal führende Produkte gibt, zeugen solche Sprüche eher von mangelnder Vorstellungskraft des Autors als von besonderer Kompetenz. Hat sich erst mal so ein Vorurteil festgesetzt, kann es den Fortschritt über Jahre hemmen.
Bei Rechnern, Betriebssystemen, Software und Programmiersprachen führten und führen bis heute zementierte Fehlurteile in dieser Richtung zu massiven Fehlentwicklungen.

In der Datenverarbeitung habe ich "Unübertreffliches" und "a priori bestes" bis zum Erbrechen kennengelernt.
Diese Sprüche waren selbsterfüllende Wahrheiten - wer immer daran gezweifelt hat, war einfach kein Fachmann, nicht auf der Höhe der Zeit.
Ich habe es mehrfach gewagt, Leute, die im Bewußtsein ewiger Wahrheiten so getönt hatten, Kritiker schroff abgekanzelt hatten, all die, die leiseste Zweifel geäußert hatten, als Volldeppen eingestuft hatten, fünf Jahre später darauf anzusprechen.
Und was sagten sie dann alle? Nein, geirrt hatte keiner - alle hatten immer schon gewußt, daß das, was sie früher notgedrungen verwenden hatten müssen, der allerletzte Müll war ...

Soviel zu ewigen Urteilen begnadeter Fachleute.

So wie zuvor Großformat von 9x12 bis 13x18 war Mittelformat damals das "Butter-und-Brot-Format" der Zeitungsredaktionen und damit der Berufsfotografen.
Auch die gewünschten Dateiformate ändern sich. War früher TIFF das "einzig brauchbare" Format, sind es heute oft RAW-Formate wegen ihrer flexiblen Anpaßbarkeit an Notwendigkeiten des Farbdrucks. Interessanterweise bieten Spiegelreflexkameras in den letzten Jahren, weil ausreichend für normale Zeitungsbilder, auch kleinere RAW-Formate an.

Grüße, Laufboden

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