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Großformat-Durchlichtscanner für'n Appel und'n Ei
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17.04.15 19:05
Laufboden 

BZF-Master

17.04.15 19:05
Laufboden 

BZF-Master

Großformat-Durchlichtscanner für'n Appel und'n Ei

Hallo alle miteinander,

wenn ich die Kommentare hier so lese und die Ergebnisse anschaue, bin ich mit meinem Großformat-Oldtimer-Durchlichtscanner recht zufrieden.
Als Auflichtscanner hat er etwas über DIN A4 (ca. 21.5x33.5cm), der Durchlichtaufsatz bietet fast DIN A4 ( ca. 21.3x27cm ).
Für 6x9-Negative habe ich mir eine Führung gebastelt, das war für die manchmal recht krummen Negative meines Vaters recht sinnvoll - jahrzehntelang teils gerollt gelagert, manche mit Knick.

(Zwei der drei eingelegten Negative sind erkennbar wegen Verformungen etwas widerspenstig und erfordern noch 'gutes Zureden').

Der Scanner selbst ist ein mir zum Nulltarif zugelaufener Mikrotek Scanmaker E6.
Für dieses Gerät bzw. dessen Durchlichtmodus gibt es schon lange keine Unterstützung durch Spielzeugsbetriebssysteme, genauer gesagt spätestens seit Windows XP.
Linux bietet aber immer noch praktisch volle Unterstützung, man braucht allerdings eine SCSI-Karte - es reicht aber eine mit Anschluß für ein einziges SCSI-Gerät. Die waren wiederum nicht selten. Jedenfalls die davon mit PCI-Anschluß passen auch heute noch. Die meisten PCs - nicht aber Laptops - haben noch einen geeigneten PCI-Steckplatz. Lästig ist, daß der Scanner nur beim Neustart erkannt wird, also nur dann, wenn er dabei angeschaltet ist. Lästiger ist allerdings, daß mein schon recht altersschwacher PC seit ein paar Jahren nur noch entweder Scanner oder Internet 'versteht' - vermutlich ein Problem der Spannungsversorgung.

Daß so ein altes Möbel langsam scannt, ist klar. Daß es maximal 600x1200 dpi scannt, erscheint bei größeren Formaten hingegen als eher weniger wichtig.

Zum Vergleich: Für übliche Auflichtvorlagen bietet 600x600 dpi schon eine Menge Leervergrößerung, da erscheinen die 300x300dpi, die hier schon jemand angegeben hat, als sinnvolle Obergrenze, übliche Amateurfotos geben kaum mehr her als 200x200dpi, für Scan aus Zeitschriften erscheinen mir eher 75x75 bis 150x150dpi als sinnvoll.
Bei vielen der 6x9-Negative meines Vaters, aufgenommen mit einer Agfa Billy mit 6.3-Igestar, wären übrigens 300x300dpi ausreichend gewesen, und nur für seine allerbesten Bilder machte 600x1200dpi einen noch erkennbaren Unterschied zu 600x600dpi. Allerdings zeigte sich, daß bei 600x600dpi oft etliche hundert Fehler auf dem Scan zu sehen waren, bei Bildern, die bei 300x300dpi makellos erschienen (Entwicklungsfehler wie z.B. zu grobes Korn, Pilzspuren, Mikrokratzer, Schmutz durch Anfassen, und natürlich Staubreste, wenn ich zuwenig sorgfältig geputzt und gepustet hatte).
Weder die Sorgfalt, mit der ein früherer MF-Fotoamateur Aufnahmen machte bzw. seine Negativsammlung verwahrte und behandelte, noch die Entwicklungsqualität durch den örtlichen Fotografen reichten für Vergrößerungsfaktoren, wie sie für KB nötig sind, aus.

Klar, für KB braucht es höhere Auflösung.
Professionelle Digitalisierung war mir für mein Archiv schlicht zu teuer. Ansonsten würde nichts dagegen sprechen, zumindest die allerbesten Dias so behandeln zu lassen.
Meine KB-Dias 'scanne' ich mit - ja, womit denn eigentlich: Sinar f oder Canon 400D ?
Mit T2-Adapter an Canon und Objektivplatte habe ich einen Anschluß an die Sinar gebastelt, das Gegenstück mit einer "Formateinlage Dia 5x5", Objektiv ist ein 1:4/80mm-Rodagon für EUR 20.-

Für eine geringere Zahl an (i.w. Farb-)Negativen habe ich auch einen passenden Adapter gebastelt. Farbnegative sind maskiert. Bei Belichtung mit natürlichem Licht oder üblichen Blitzlicht fällt deshalb etwa die Hälfte der Farbabstufungen weg. Dagegen half blaues Licht - Blitz durch eine experimentell bestimmte geeignete Kombination blauer Folien (Wer Farbvergrößerungen gemacht hat, hat natürlich bessere Filter). So austariert, daß durch einfache Farbumkehr beim hauptsächlich verwendeten Negativmaterial ein vernünftiges Ergebnis entsteht. Das Ergebnis ist nach etwas digitaler Nacharbeit durchaus brauchbar, wenn auch zeitaufwendig und nicht für alle Negative gleich gut, da ich die Abstimmung nur für den häufigsten Filmtyp vornahm. Den Rest und die Farbumkehr habe ich mit Software (Gimp) erledigt.
Für alle dabei nötigen Aufnahmen ist wegen der erreichbaren Farbtreue das RAW-Format sehr anzuraten. Ein gut Teil der Farbkorrektur kann dann sogar automatisch über RAW-Konvertierer erfolgen. Bei der Diaverarbeitung zeigt sich dabei, daß neuere Konvertierer schon automatisch zu visuell guten Ergebnissen tendieren, die manchmal sogar besser erscheinen als die, die ich vor ein paar Jahren mit deutlich mehr Aufwand bekam.
In der Regel ist zwar nicht alles, was im Dia steckt, herausholbar, aber oft genug stellt sich heraus, daß z.B. das ursprüngliche Dia, das einen völlig ausgeblichenen Himmel zeigte - auch in Abzügen - bei Bearbeitung noch gut nutzbare Strukturen aufweist.
Ich erwarte, daß künftige RAW-Konvertierer noch besser als heutige solcherlei Informationen visuell aufbereiten können werden.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 17.04.15 19:14

Datei-Anhänge
MF_Negativ-Fuehrung.jpg MF_Negativ-Fuehrung.jpg (210x)

Mime-Type: image/jpeg, 114 kB


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18.04.15 13:22
Laufboden 

BZF-Master

18.04.15 13:22
Laufboden 

BZF-Master

Nachtrag: Großformat-Durchlichtscanner / KB-Digitalisierung

Hallo alle miteinander,

noch was zu KB-Digitalisierung mit Digitalspiegelreflex.
Es kursieren um über Faktor 10 unterschiedliche Angaben zur notwendigen Auflösung der 'Digiknipse'.
Das ist durchaus verständlich.
Für die Übernahme der eigentlichen Bildinformation üblicher Amateuraufnahmen reichen 10MPx durchaus aus. Ist jedoch das Filmkorn bildwichtig, braucht es, wenn es sich nicht um grobes Korn handelt, höhere Auflösung.

Schon bei 10MPx-Kameras zeigt sich, daß exakte Entfernungseinstellung sowie genaue und möglichst plane Einstellung des Dias wichtig sind.
Bei unterschiedlicher Dicke von Diarähmchen müßte man für bestmögliche Ergebnisse nachjustieren.
Auf Staubfreiheit ist besonders zu achten (Abstauben mit Pinsel und Blasebalg, möglichst antistatisch).
Überraschenderweise ist allerdings gute (und natürlich gleichmäßige) Beleuchtung deutlich wichtiger. Bei sonst gleicher Einstellung wird das Ergebnis immer noch sehr stark von der Lichtqualität und Lichtfarbe bestimmt. Die Lichttemperatur sollte dem natürlichen Licht entsprechen. Die besten Erfahrungen habe ich damit gemacht, mit zwei per E-TTL gesteuerten Blitzen durch eine größere, feine Mattscheibe durch das Dia zu belichten - der Blitz ist dabei also gegen die Kamera gerichtet.
Bei weniger günstiger Beleuchtung, z.B. Lichtfarbe von 2000-3000°K, ist unter sonst identischen Bedingungen damit zu rechnen, daß die (automatisch oder manuell farbkorrigierten) Aufnahmen deutlich weniger Details zeigen und etwa halb soviel Speicher belegen.

Für die Einstellung verwende ich nicht etwa ein Dia. Deutlich besser, über das ganze Format gleichmäßige Beurteilung ermöglicht eine mattiert-durchsichtige, mit etwas Text bedruckte Folie mit feinen Bleistiftmarkierungen, natürlich eingelegt in ein Diarähmchen. Das ergibt bei guter Einstellung trotz fast SW-Vorlage neben außergewöhnlich großen RAW-Files jpg-Fotos mit bis zu 7 MB Größe. Druckbuchstaben und Bleistiftstriche bestehen darauf nicht etwa aus schwarzen Strichen, sondern sie sind in feine Details aufgelöst.
Ein Problem ist gute Einstellung des Fotoausschnitts. Natürlich ist dafür die Dia-Begrenzung maßgeblich. Um möglichst keine Nacharbeit zu haben, ist es zweckmäßig, etwas knapper einzustellen - es soll kein schwarzer Rand entstehen. Das ist nichts neues - es ist im Prinzip das Gleiche wie bei klassischen Papierabzügen. Natürlich gibt es Dias, bei denen man den Bildausschnitt gegenüber Laborabzügen erweitern will und dafür Nacharbeit in Kauf nimmt.
Papprähmchen, wie sie Kodak z.B. für Kodachrome verwendet hat, führen bei möglichst treuer Formatausnutzung schier zwangsweise zu Nacharbeit - die Ränder der Rähmchen sind ziemlich fusselig. Die feinen Fäden ragen z.T. einen Millimeter ins Dia! Es ist mir ein Rätsel, warum das auf Abzügen nie zu sehen war.
Wer das hat, ist gut beraten, passende Farbkorrekturfilter zu verwenden. Da ich im Lauf der Jahre unterschiedliche Diafilme verwendet habe, wären das auch verschiedene, und das Material müßte man auch erst mal bestimmen. Hinzu kommt, daß sich nicht nur Emulsionen und Farbqualität der Filme sich in diesen Jahren deutlich verändert haben, sondern auch, daß sich die Farben im Lauf von ein paar Jahrzehnten sowieso verändern. Insbesondere bei den ältesten meiner Dias ( 1970er-Jahre) und bei Dias von Bergtouren reichen die automatischen Farbkorrekturen (Kamera, Software) nicht aus, und es sind manuelle Korrekturen angezeigt.(hoher Kontrast, Blau-grün-Abstimmung). Wenn Vergleichsmöglichkeiten existieren fällt auf, daß sich ganz einfach auch die Ansprüche an die Wiedergabe deutlich erhöht haben, parallel zu der sehr stark verbesserten Farbwiedergabe in Büchern. Insbesondere erwartet man heute von Bildern aus dem Hochgebirge eine deutlich besser dem menschlichen Empfinden angepaßte Wiedergabe gerade auch dann, wenn es darum geht, wie etwa bei Bildern aus dem Hochgebirge mit dem hohen Kontrast, den unterschiedlichen Farbtemperaturen in besonnten und scharf beschatteten Partien, und der Blauverschiebung bei größerer Entfernung umgegangen wird.

Zu beachten ist, daß Diarähmchen in der Formatmaske ("Kaiser Formateinlage Dia 5x5 für Kaiser System V-Buchbildbühne 4483") - die ja aus einem Vergrößerer stammt - für eine exakte Positionierung eigentlich noch viel zuviel Spiel aufweisen. Es erscheint mir deshalb im Nachhinein nicht verwunderlich, wie sehr nicht nur Belichtung, sondern auch der Ausschnitt selbst bei Großlaborabzügen variiert haben. Um das zu begrenzen und möglichst viel vom Dia übernehmen zu können, sorge ich u.a. durch leichtes Schiefstellen und gleichartiges Einlegen dafür, daß die Dias immer möglichst an derselben Stelle liegen.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 18.04.15 15:35

19.04.15 07:00
Rainer 

Administrator

19.04.15 07:00
Rainer 

Administrator

Re: Großformat-Durchlichtscanner für'n Appel und'n Ei

Hallo Laufboden,

ich wollte nur eine Lesebestätigung geben. Interessante Beiträge.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

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