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[..iIa..] NoName Plattenkamera (Unbekannt 017)
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23.03.15 07:12
sepplbauer 

BZF-Meister

23.03.15 07:12
sepplbauer 

BZF-Meister

[ ..iIa.. ] NoName Plattenkamera (Unbekannt 017)

NoName Plattenkamera

LG

Markus



Unbekannt 17

Datei-Anhänge
878.jpg 878.jpg (298x)

Mime-Type: image/jpeg, 425 kB


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30.03.15 23:16
Laufboden

nicht registriert

30.03.15 23:16
Laufboden

nicht registriert

Re: NoName Plattenkamera

Hallo Markus,

das könnte eine der üblichen anonymen Weltas sein, wenn der U-Bügel gegossen ist, ist er aus Blech, ist's eher eine Hausmarkenkamera.
Aber der Zeitrahmen, aus dem sie stammt, ist weit eher 1920-1930, auch wenn's erste gegossene U-Bügel schon 1910-12 gibt.
Allerdings gab's anfangs allem Anschein nach gelegentlich Probleme mit deren Dauerfestigkeit (Guß dieser dünnen Teile ist anfällig, Bruchgefahr durch Gußfehler, anfangs gelegentlich für Guß weniger geeignete Formgebung).

Pi-mal-Daumen-Regeln (gelten also meistens!):

  • 1914-1919 gab's wenige Kameras für friedliche Zwecke, und sehr wenige neue Kameramodelle auf dem Markt,
    auch wenn der Kamerabau kriegsbedingt Fortschritte machte
  • Kameras nach WK I sehen durchgehend anders aus als die davor
  • gegossene U-Bügel: ab ca. 1920
  • Drahtrahmensucher ab ca. 1920 (zeitgenössisch wurden sie blumiger benannt ... Ikonometer, Sportsucher, Bildmesser, Ausschnittmesser ... wobei diese Bezeichnungen auch für andere Visiereinrichtungen verwendet wurden, wenn auch nicht für alle wie z.B. das Plesiometer )
  • Brillantsucher statt mittig auf der linken Seite vom Fotografen aus ab ca. 1920
  • Rädchen-Compur und andere Rädchen-Verschlüsse bei Formaten bis 9x12 etwa bis 1930/1931, danach noch bei größeren Formaten

Ich vermute, daß genau eine einzige meiner Laufbodenkameras aus der Zeit zwischen 1914 und 1919 stammte, die ICA 292.
Die ist allem Anschein nach in keinem Katalog zu finden, dabei sind ICA-Modelle sonst sehr gut dokumentiert.
Diese Kamera hat bereits einen 'modernen' gegossenen U-Bügel, das Rückteil hat aber Führungen aus Hartholz (superdünn - kein Millionfalz mehr! Empfindlich, Neigung zum Ausbrechen). Ihre Kameranummer ließe nach heutigem Wissen übrigens einen noch größeren Zeitraum zu, man hatte allem Anschein nach ernstere Probleme als die, Erstellungsdaten zu dokumentieren.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 30.03.15 23:32

31.03.15 09:04
sepplbauer 

BZF-Meister

31.03.15 09:04
sepplbauer 

BZF-Meister

Re: NoName Plattenkamera

Hallo Laufboden,

Danke für deine ausführlichen Hinweise. Das ist genau der Grund warum ich hier im Forum meine ganzen Kameras einstelle. Ich will ja auch lernen davon.

LG
Markus

31.03.15 13:30
Laufboden

nicht registriert

31.03.15 13:30
Laufboden

nicht registriert

Re: NoName Plattenkamera

Hallo sepplbauer,

sepplbauer:
Danke für deine ausführlichen Hinweise. Das ist genau der Grund warum ich hier im Forum meine ganzen Kameras einstelle. Ich will ja auch lernen davon.
Vieles auch im Bereich der Fotografie nach 1900 ist ungenügend bekannt, und viel davon dürfte kaum noch genau eruierbar sein. Man muß sich deshalb manchmal leider auf unsichere Quellen, ungenaues Wissen und Erfahrungen stützen.
Dann befindet man sich jedoch auf schwankendem Boden und es kann immer wieder zu Überraschungen kommen.

Ich lasse mich übrigens auch gerne überraschen - auch dann, wenn das meine bisherigen Vorstellungen als subjektive Eindrücke oder gar als Vorurteile entlarvt
Eine wirklich aussagekräftige Quelle für den Hersteller des Fotar habe ich noch nicht gefunden, habe also keine irgendwie belastbare außer der Namensähnlichkeit ...

Das Fotar wurde nicht nur für Beier- und Erkos-Kameras verwendet. Vielleicht war das Fotar tatsächlich ein Objektiv von Erkos. Im Vademecum erscheint Erkos ja auch, aber nur mit einem einzigen Objektiv, dem Selar. Das erhärtet keineswegs den Verdacht, daß Erkos auch Objektive hergestellt hat.
Von Beier, gegründet 1923, ist einiges bekannt, siehe http://www.dresdner-kameras.de/ und <a href="http://www.beier-kamera.de" target="_blank">http://www.beier-kamera.de</a></a> , von Erkos sehr wenig und von Foth dem Anschein nach auch nicht viel. Überraschenderweise erwähnt die erste Referenz Erkos aber überhaupt nicht, obwohl es sich zweifellos um eine Freitaler Firma handelt und Erkos sogar denselben Kameratischler hatte wie Beier (das weiß ich von einem Beier-Experten)..
Fotare habe ich zwei, eins nach meiner schwankenden Meinung auf einer Foth-Laufbodenkamera, eines auf einer Hausmarkenkamera (vermutlich von Conrad A. Müller - hoppla - habe gerade ein Angebot gesehen, auf dem diese Kamera Balda zugeschrieben wird ...). Auf denen wird sonst kein Name erwähnt - weder Foth noch Erkos. Eine Aufschrift wie "Erkos Fotar" beweist übrigens nicht viel - es gab damals auch schon etliche Hersteller, die wie heutige OEMs wirkten.

Daß Kadlubek nur ein Objektiv von Foth kennt, ist nicht überraschend. Sein Objektiv-Katalog bietet, zumindest was meine Objektive angeht, viel mehr Lücken als Treffer.
Das Vademecum kennt zwar "C.F.Foth and Co, Berlin, Germany" und nennt einige von dessen Objektiven, ein Fotar erwähnt es jedoch nicht.

Interessant im Zusammenhang mit Deiner Kamera könnte http://www.cameramuseum.nl/erko.htm sein. Für die Erko-Kameras dort wird 1925 als Herstelungsjahr angegeben.

Grüße, Laufboden

Nachtrag: soeben sah ich https://www.flickr.com/photos/heritagefu...in/photostream/
Auszug: "Derby' camera folding plate folder fitted with Doppel-Anastigmat Selar (Foth 25) 3 'Derby' camera folding plate folder fitted with Doppel-Anastigmat Selar f/4.5 10.5cm (sn 12807) manufactured by Erkos Freital in Derby shutter"
Da verdichtet sich's zur Kuriosität. Oder klärt sich da die Situation? Ich strecke die Waffen ...
"Derby" und speziell der Derby-Verschluß stammen zweifellos von Foth.

Zuletzt bearbeitet am 31.03.15 15:33

16.10.23 23:24
axel 

BZF-Meister

16.10.23 23:24
axel 

BZF-Meister

Re: NoName Plattenkamera (Unbekannt 017)

Hallo Markus,

das ist eine "Beier Erika II" - vgl. dazu auch hier: https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...8&page=5#45

Beste Grüße

Axel

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