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[iIa] Optique & Precision de Lavallois Focaflex
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04.10.23 18:52
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

04.10.23 18:52
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

[ iIa ] Optique & Precision de Lavallois Focaflex

Weiter geht’s mit einer ganz besonderen Kamera aus Frankreich, einer Optique & Precision de Lavallois Focaflex.

Chic modern und elegant, aus dem Hause Optique & Precision de Lavallois aus Paris wie schon die zuvor vorgestellte Focamatic. Dagegen sieht die Konkurrenz im Jahr 1959 ziemlich „alt“ aus.



Was macht sie besonders? Nun, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht, es ist eine Vollformat Spiegelreflex Kamera.

Wie bei der Focamatic hatten hier offenbar die Designer das sagen und die Techniker mussten sehen wie sie das hinbekommen.

Selbstverständlich wurden alle Bedienelemente versenkt um eine klare Linie zu schaffen, Rückspulkurbel, Spannhebel, Auslöser, Zählwerk alles kein Problem, aber was tun mit dem hässlichen Sucherbuckel? Der muss weg Herr Ingenieur, aber wie?

Die Lösung ist ebenso pfiffig wie elegant. Die Kamera hat sehr wohl ein Prisma oben hinter dem Sucher eingebaut, nur ist es wesentlich kleiner als bei anderen Spiegelreflexkameras. Wie ist das möglich, muss es nicht ein klobiges Pentaprisma sein und an der Einlasseite Filmgröße haben um das Mattscheibenbild komplett abbilden zu können? Die Lage ist auch nicht beliebig, die Mattscheibe muss im gleichen Abstand zum Spiegel liegen wie der Film.

Der Trick: Statt wie normal nach oben, reflektiert der halbdurchlässige Hauptspiegel zunächst nach unten auf einen konkaven Spiegel im Boden der Kamera. Dieser wirft das Bild durch den halbdurchlässigen Hauptspiegel wieder zurück nach oben und verkleinert es dabei. Ein kleines einfaches Prisma bringt es dann seitenrichtig in den Sucher.

Und wo steckt die Mattscheibe? Es gibt keine! Der halbdurchlässige Spiegel verschluckt schon viel Licht und eine Fresnel- oder ähnliche Mattscheibe hätte noch mehr Helligkeit genommen. Stattdessen hat der Spiegel im Kameraboden einen rechteckigen Ausschnitt in der Mitte unter dem, leicht geneigt, ein weiterer kleiner Spiegel angebracht ist. Das funktioniert als Focusierhilfe nach dem gleichen Prinzip wie das Schnittbild einer Mattscheibe. Letztlich ist der Sucher nicht dunkler als bei anderen Kameras aus der Zeit.

Auch orginell, der untere Spiegel liegt hinter einem Deckel in einer Schublade und lässt sich zur Reinigung rausnehmen und man kommt dann auch an den Hauptspiegel.



Die Technik ist gehobener Standard für die Zeit. Verschluss mit 1/250, Selbstauslöser, Zählwerk läuft rückwärts gegen 0 und blockiert dann den Aufzugshebel, Anzeige ob der Film sich bewegt. Dieses Modell hat ein fest eingebautes Tessar Typ Oplar-Color 50mm 2,8. Es gab die Kamera auch mit Belichtungsautomatik und Wechselbajonett.

Die Focaflex ist übrigens etwas kleiner und leichter als eine OM2 oder ME-Super… wer hats erfunden?



Noch ein Wort zur Pen-F, diese hat ebenfalls keinen Buckel für das Prisma, man ging dort aber andere Wege. Der Aufbau ist wie üblich mit Mattscheibe. Durch das Halbformat ist das ganze schon von vornherein wesentlich kleiner. Zusätzlich lenkt der Spiegel der Pen-F zur Seite auf die Mattscheibe um, dann durch zwei Prismen und einen Spiegel zum Sucher.
Deshalb ist die Kamera recht breit und das Objektiv nicht in der Mitte. Und wer hat‘s erfunden? Nein, nicht Herr Maitani in Japan, sondern der Franzose Lucien Dodin, der schon 1952 mit der Alsaflex eine solche Kamera auf den Markt brachte.

Datei-Anhänge
foflex1.jpg foflex1.jpg (28x)

Mime-Type: image/jpeg, 459 kB

foflex3.jpg foflex3.jpg (35x)

Mime-Type: image/jpeg, 179 kB

foflex6.jpg foflex6.jpg (24x)

Mime-Type: image/jpeg, 453 kB


Hinweise:

  • Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln.

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04.10.23 20:15
Scannerhannes 

BZF-Meister

04.10.23 20:15
Scannerhannes 

BZF-Meister

Re: Optique & Precision de Lavallois Focaflex

Hi, PeterS,

so viele Fakten, die wohl noch nicht allgemein bekannt waren.
"Alsaflex" führt bei Google alsbald zu einem Link, in dem steht: "a lens-plate which can be slid upwards (front rise, for perspective control)". Das ist ja, abgesehen von vielen anderen, bis heute unerreichten Leistungsmerkmalen, von allen anderen ingeneursmäßigen Entwicklungen der Hammer

Greetz, Hannes

05.10.23 12:10
Rainer 

Administrator

05.10.23 12:10
Rainer 

Administrator

Re: Optique & Precision de Lavallois Focaflex

Hallo Peter,

das sind alles interessante Kameras, die Du da vorstellst, Respekt. Bei dem Prima, könnten da auch patentrechtliche Fragen mit eine Rolle gespielt haben? Jedenfalls entsteht so ein eigenständiges Design.

Elegant wirkt die Kamera allemal.



Beste Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 06.10.23 09:26

05.10.23 12:15
Scannerhannes 

BZF-Meister

05.10.23 12:15
Scannerhannes 

BZF-Meister

Re: Optique & Precision de Lavallois Focaflex

Moin,
Lucien Dodinder gäbe nicht anders als Watzke, auf den u.a. die Rollei 35 zurückgeht, ein tolles Thema für ein Buch.
Schade ... wer sollte es schreiben.

Gruß, Hannes

05.10.23 16:26
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

05.10.23 16:26
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

Re: Focaflex

Rainer:
Hallo Peter,

das sind alles interessante Kameras, die Du da vorstellst, Respekt. Bei dem Prima, könnten da auch patentrechtliche Fragen mit eine Rolle gespielt haben? Jedenfalls entsteht so ein eigenständiges Design.

Elegant wirkt die Kamera allemal.



Beste Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Hallo Rainer,

ganz sicher waren Patente und Schutzrechte, die es zu umgehen galt, der Grund für so manch eine oft suboptimale Kamerakonstruktion. In diesem Fall sieht es mir aber tatsächlich nach einem der seltenen Fälle aus, wo das Design die Technik bestimmt, statt andersherum.

Peter

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