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[iIa] Contax RTS II
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11.11.13 20:01
StraDi

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11.11.13 20:01
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[ iIa ] Contax RTS II

Die Contax RTS II folgte 1982 ihrer erfolgreichen Vorgängerin Contax RTS und führte so daß von Yashica/Zeiss eingeführte "Real Time System" fort. Während das Äussere der RTS II bis auf wenige Details dem Vorgängermodell gleicht, hat sich im Inneren vieles geändert. Man kann die RTS II somit als eigenständiges, neues Modell betrachten, als denn bloß eine aufgewertete RTS.

Mit ihr wurden einige neue Features in das RTS-Kamerasystem eingeführt, so z.B.

- TTL Blitzlichtmessung
- quartzgesteuerte Zeitenbildung
- Belichtungsmeßwertspeicher
- mechanische "Notzeit" von 1/50 sec bei Batterieausfall
- größeres, helleres Sucherbild (97 % statt 92 % des KB-Formates)
- gut lesbare Sucherinformationen per LED-Anzeige (passt sich Sucherhelligkeit an)

Der an sich schon legendäre und zuverlässige Sugaya-Verschluß wurde im Prinzip beibehalten. Dabei werden beide Verschlußrollos nach dem Spannen in der Kamera in die gleiche Ausgangsposition gebracht, so daß ein absolut gleichmäßiger Ablauf mit exakter Schlitzbreite des Verschlußes über das ganze Filmformat garantiert ist. Die RTS II enthält jedoch einen horizontalen Schlitzverschluß aus Titanfolie, statt gummiertem Seidentuch. Daraus ergibt sich ein geringeres Gewicht, eine hohe Robustheit und längere Lebensdauer.

Die Quartzsteuerung des Verschlußes garantiert absolut gleichbleibende Verschlußzeiten ohne meßbare Schwankungen. Dies wurde z.B. bei Leica erst mit der R7 ab 1992 - also 10 Jahre später - eingeführt.

Die Spiegelvorauslösung hat sie von ihrer Vorgängerin beibehalten.

Trotz TTL Blitzlichtmessung bot die RTS II aufgrund des horizontalen Schlitzverschlußes nur eine Blitzsynchronzeit von 1/60 sec. Damit war sie bereits 1982 schon nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit (Nikon F3: 1/80 sec, Pentax LX: 1/75 sec, Leica R4 und R5: 1/100 sec).

Die RTS II erhielt eine komplett neue Elektronik, welche deutlich zuverlässiger, präziser und langlebiger war, als die ihrer Vorgängerin.

Dank ihrer Ausstattung und ihrer hochwertigen, robusten Verarbeitung (Ganzmetallgehäuse) spielte die Contax RTS II wieder in der damaligen, aktuellen Profikameraliga mit und bot passend dazu auch ein neues Zubehörsortiment. Neu hinzu kamen so u.a. der Real Time Winder RTW-3, welcher mit 6 AA-batterien bis zu 3 Bilder/sec schaffte und bereits einen Hochformatauslöser besaß. Der Motor Drive PMD W-6 bot bis zu 5 Bilder/sec und eine Intervallfunktion, jedoch leider keine motorische Rückspulung des Filmes. Yashica brachte eine Vielzahl Zubehör zur Fernsteuerung der Kamera, für medizinischen/wissenschaftlichen Gebrauch, etc. heraus. Durch die elektronische Auslösung und Steuerung der Kamera war diese in ihrem Funktionsumfang anderen Herstellern, wie Minolta oder Nikon um Jahre voraus.

Besonders die Objektive von Carl Zeiss genießen einen hervorragenden Ruf in der ganzen Welt. Diese zählen teils zu den besten Optiken und auch davon profitiert die Nachfolgerin der RTS. Wurden die Objektive von Carl Zeiss anfänglich noch in W. Germany gefertigt, verlagerte sich die Produktion mehr und mehr nach Japan.

Auch Yashica hatte - nicht zuletzt nach der Übernahme von Tomioka - das Know How, hochwertige Objektive zu fertigen. Gerade die Yashica ML Objektive (insbesondere das ML 2.8/135 mm) sind von überraschend erstklassiger Qualität und stehen den Zeiss Optiken nur sehr wenig nach.

Wo Licht ist, ist auch Schatten ... und so hat auch die RTS II einige oft bemängelte Ecken und Kanten, die aber m. E. nicht wirklich schwer wiegen:

- nur eine 1/60 sec Blitzsynchronzeit
- der Schwingspiegel ist geklebt und rutscht nach einigen Jahren um wenige Millimeter herunter. Dabei stößt der Spiegel oft an dei Rückseite besonders von Weitwinkelobjektiven oder bleibt gar ganz hängen.
- trotz Porsche Design wirkt die Kamera wenig "elegant" und ist (im Gegensatz z.B. zu Leica) recht klobig und schwer (3/4 kg Nettogewicht für das Gehäuse)
- der Belichtungsmeßwertspeicher speichert einen Wert permanent, dieser muß per Hebel wieder zurückgesetzt werden. Andere Kameras löschen den Wert z.B. nach Loslassen eines Knopfes. So kann man bei der RTS II durchaus schonmal vergessen, einen gespeicherten Wert zu löschen.

Größter Vorteil aber aller Contax Kameras ist die Tatsache, daß man mit Carl Zeiss Optiken Spitzenobjektive von Weltruf nutzen kann oder - bei schmalerem Geldbeutel - hochklassige und bezahlbare Objektive von Yashica (ML-Serie, nicht DSB!).

Die RTS II wurde nur wenige Jahre gebaut und erreichte nicht die hohen Verkaufszahlen der RTS ... trotz der deutlichen Verbesserungen. So hatte Yashica/Kyocera nach der RTS II viele Jahre eine Lücke im Profibereich, der erst mit der RTS III 1990 geschlossen wurde. Die RTS III zählt bis heute zur Spitze der nonAF-Kleinbild-SLRs, wenngleich sie eigentlich kein "Real Time System" mehr ist.


Datei-Anhänge
ContaxRTS2.jpg ContaxRTS2.jpg (411x)

Mime-Type: image/jpeg, 80 kB


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