Instamatic-Film-Format-Kameras: Nicht besonders wertig?
Kodak generierte 1963 ein eigenes Filmformat: Instamatic Kassettenfilm. Andere Firmen boten bald ebenfalls Kameras in diesem Format an. Ziel war: Das Filmeinlegen sollte wesentlich vereinfacht werden. Darauf bezieht sich der Wortteil "matic".
Das Format krankte ein wenig daran, dass zumeist einfache billige Kameras / Objektive mit eher reduzierten Abbildungsleistungen angeboten wurden. Auch war prinzipbedingt die Planlage des Films in der Kassette instabiler, als damals sonst üblich. Die Kamera konnte nicht in die Filmführung eingreifen, die wurde nur von der Kassette bestimmt. So machte sich bei den Käufern bald eine gewisse Frustration hinsichtlich der Bildqualität breit. Trotzdem war gerade dieses Instamatic-Format über ein Jahrzehnt recht beliebt.
Darüber hinaus waren die Kameras oft mit Fixfokus-Objektiven bestückt, hatten also keine Möglichkeit, auf die gewünschte Zielentfernung einstellen zu können. Jedes Objektiv hat immer nur eine Entfernung, auf der scharf abgebildet wird, es sei denn man kann diese Einstellung ändern. Dadurch konnte nur die Tiefenschärfe-Regel zu halbwegs brauchbaren Fotos führen. Die Konstrukteure wählten den Schärfepunkt zumeist auf ca 2,5 - 3 Meter. So waren Aufnahmen mehrerer Personen im Vordergrund die Einsatz-Domäne der Instamatics.
Die Planlage-Problematik des Films konnten auch bessere Modelle, wie z.B. Rollei A26, Rollei SL26 *, Zeiss Ikon Contaflex 126, Kodak Instamatic 500 und Kodak Instamatic Reflex nicht verringern. Trotzdem konnten diese Modelle doch immerhin die Möglichkeiten des Film-Formats und der Filmführung deutlich besser ausnutzen, als die Fixfokus-Modelle. Frage: Wer kennt weitere eher höherwertige Instamatic-Kameras?
Besonders hervor zu heben ist die Kodak Instamatic 500 *, die schon 1963 herauskam, ein sehr gutes Schneider-Kreuznach hatte. Kodak wollte wohl zu diesem Zeitpunkt auch noch Qualität mit dem Instamatic-Format verbinden. Die Käufer sind aber diesen Weg nicht mitgegangen. Dem Publikum war die Bedienung vielleicht zu kompliziert. So blieb das Instamatic-Konzept eher im "Knips-Bereich" angesiedelt.
Die Instamatics nicht sammelwürdig? Natürlich doch. Auch diese Kameras sind Zeitzeugen und belegen eindrucksvoll den Wunsch vieler Menschen - die sich nicht so sehr mit der Fotografie auskannten - und das auch garnicht wollten und (nicht unwichtig) eher weniger Geld ausgeben wollten, eben auch Fotos machen zu können.
Die Zielfotogröße (Papierbilder) lag damals bei 9 x 11 cm. Dafür reichte in den meisten Fällen ein Fixfokus-Objektiv aus. Zumal man oft Motive in der besten Fixfokus-Entfernung aufnahm. Landschaftstotale waren nicht die Domaine der Instamatic-Kameras.
ASA-Erkennung: Die Position des Schlitzes (vom linken Rand zählend) bestimmt die ASA-Zahl, je mehr nach rechts, desto höherer ASA-Wert. Kann von Kameras mechanisch oder elektrisch abgetastet werden. 25-800 ASA. Siehe Details (ISO3029): https://cdn.standards.iteh.ai/samples/20...O-3029-1995.pdf
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Re: Instamatic-Film-Format-Kameras: Nicht besonders wertig?
Rainer:Nicht sammelwürdig? Natürlich doch. Auch diese Kameras sind Zeitzeugen und belegen eindrucksvoll den Wunsch vieler Menschen, die sich nicht so sehr mit der Fotografie auskannten - und das auch gar nicht wollten ...
Hallo Rainer! Sicher sind die Instamatics sammelwürdig. Auch meine Frau hat eine in die Ehe mitgebracht und auch nach dem sie einen Fotografen geheiratet hat noch damit fotografiert http://www.blende-und-zeit.sirutor-und-c...36&thread=2 Mit Schauder erinnere ich mich an die Müllmengen im Labor: Die Kassetten wurden vor der Entwicklung bei der Aufwickelspule abgebrochen um den Film zu entnehmen. Täglich war der Labormülleimer voll mit Plastik - und damals gabs noch keine Wiederverwertung - alles landete im Restmüll auf der Deponie. Das war das amerikanische Wirtschaftswunder.
Re: Instamatic-Film-Format-Kameras: Nicht besonders wertig?
Hallo, ich habe jetzt insgesamt 7 Instamatic ( den Blitz 3 mal ) und 4 Agfamatic Modelle, ich finde so nebeneinander sind sie doch recht interessant, was man sammelt oder für sammelwürdig hält ist ja jedem selbst überlassen :-).
Re: Instamatic-Film-Format-Kameras: Nicht besonders wertig?
Servus, betreffend des 126er Instamatic Film hätte ich eine Frage: Dieser Film war ja wohl der erste, der eine Codierung für die Filmempfindlichkeit hatte. Die Codierung wurde durch eine Kerbe am Filmgehäuse vorgenommen und die Abtastung durch einen Stift in der Kamera. Kann mir einer erklären, wie genau kodiert wurde und wie die Abtastung realisiert wurde. Ein paar Bilder dazu wären da vielleicht nützlich. Gab es auch unkodierte Filme, das heisst ohne Kodierung? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen Gruß Herbert
Re: Instamatic-Film-Format-Kameras: Nicht besonders wertig?
Servus Rainer, Danke für die Links, aber die hatte ich schon gesehen. Ich hätte es aber gerne genauer gewusst, wie die Kodierung technisch umgesetzt wurde. Aussparung Länge, Lage und wie die Kamera das mit ihrem Stift erkennt. Ich habe leider weder Kassetten noch eine Kamera, die da kann. Ich schreibe gerade einen Artikel über die Historie von Filmtypen. Gruß Herbert
Re: Instamatic-Film-Format-Kameras: Nicht besonders wertig?
Hallo Herbert,
zu Deinen Fragen steht im Startbeitrag dieses Threads das Funktionsprinzip, auch der Hinweis auf ISO3029 mit den Abmessungen der Aussparungen für die ASA-Empfindlichkeiten.
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Re: Instamatic-Film-Format-Kameras: Nicht besonders wertig?
Hallo
War die Planlage wirklich soo schlecht? Wenn ich die Kassetten so anschaue dann liegt der Film doch hinten an der Rückseite an und vorn wird er oben und unten geführt.
Re: Instamatic-Film-Format-Kameras: Nicht besonders wertig?
Hallo Wolfgang,
die Kassette selbst wird gut in der Kamera positioniert und fixiert. Das eigentliche Problem ist dass in der Kassette der Film einen Hauch (hervor - zurück) Spiel hat, er wird während der Aufnahme nicht festgeklemmt. Das Spiel ist nötig, weil sich sonst der Film nicht weiter bewegen ließe.
Drückt man auf die Filmfläche, sieht man den Hauch einer Bewegung. Die Filmfläche biegt sich also leicht nach vorn (in Richtung Objektiv) durch, der Film liegt nicht plan.
Kassette halb heraus geschwenkt.
Man sieht hier, dass die Kamera-Passung nicht auf die Filmfläche selbst drücken kann, sondern nur die Kassette (Patrone) berührt.
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.