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[iIa] Kodak Tele-Instamatic 530, die deutsche Pocket
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18.07.17 10:05
Tengor

nicht registriert

18.07.17 10:05
Tengor

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[ iIa ] Kodak Tele-Instamatic 530, die deutsche Pocket

Liebe Foristen,
die Kodak Pocket Tele-Instamatic 530 von 1975 verfügt über einen dreilinsigen Anastigmaten "Reomar" von 25mm Brennweite und Lichtstärke 5.6, sowie ein per Schieber schaltbares Teleobjektiv, ebenfalls ein Reomar mit Lichtstärke 5.6, aber einer Brennweite von 42mm. Man kann schön beobachten, wie bei Tele-Einstellung das kurzbrennweitige Objektiv *hinter* den Verschlußlamellen beiseite geschoben und das Tele-Objektiv weiter vorne *vor* die Verschlußlamellen gesetzt wird.
Die Tele-Instamatic 530 hat eine stufenlos einstellbare, rautenförmige Blende (ein auf der Spitze stehendes Quadrat), deren Schieber von "sonnig" (wohl Blende 5.6) bis "wolkig" markiert ist, und einen elektronisch gesteuerten Verschluß, in Abhängigkeit von der vorgewählten Blende, mit Zeiten von 20 bis 1/300 Sekunde bei einer Warnung im Sucher unterhalb 1/50 Sekunde. Für die Freigabe der langen Zeiten muss erst ein kleiner Schieber an ihrer Unterseite betätigt werden.
Das vorgestellte Exemplar hat den Camerosity-Code YSSO (07/76) in der Klappe. Entgegen mancher Quellen hat die Tele-Instamatic 530 keinen Taster rechts unten im Kassettenschacht für die Erkennung codierter 400-ASA-Kassetten. Sie hat die Pocket-übliche Ausstattung wie, in diesem Fall, zwei Leuchtrahmen, von denen mit der Betätigung des Telemodus der kleinere eingewechselt wird, Parallaxenmarken, ein Stativgewinde aus Kunststoff annähernd unter dem Schwerpunkt der Kamera, einen Auslöser mit ziemlich kurzem Weg, der blockiert ist, wenn der Objektivschutz vorgeschoben ist, ein Drahtauslösergewinde, eine Handschlaufe und einen Hotshoe. Ihre Größe beträgt 145x60x32 Millimeter, ihr Gewicht leer 205 Gramm. Als Kraftquelle hat sie eine 6-Volt-V28PXL Lithiumbatterie.


Sie trägt stolz auf der Oberseite die Auszeichnung "Made in Germany".




Das Teleobjektiv lässt sich zwischen 1,20 Meter und Unendlich einstellen. Die Entfernung muß man schätzen, einen Entfernungsmesser hat die Kamera nicht. Raffiniert: die Entfernungseinstellung ist unter dem Tele-Schieber verborgen. So kommt niemand auf die Idee, für das Normalobjektiv (Fixfocus 25mm Brennweite) eine Entfernungseinstellung zu versuchen.
Ganz unten ist die Blendenvorwahl zu sehen. Ihre Hauptbedeutung hatte sie wohl in dem einfacheren Modell 430, das keine Belichtungsautomatik besaß, sondern nur diese Blendeneinstellung nach Symbolen sowie zwei manuell zu wählende Verschlußzeiten, 1/50 und 1/100 Sekunde.


Nanu, sie hat ja unter einer Klappe ein Würfelblitzgerät versteckt. Ich habe das erst nach mindestens 25jährigem Besitz festgestellt (collection-appareils.fr hat's aber auch nicht mitbekommen...). Deutlich ist der Schlaghammer zu erkennen. Die Würfelblitze brauchten keine Batterie und keinen Kondensator, sondern wurden mechanisch ausgelöst.

Die Edelpockets mit ihren Meßsuchern und hochgezüchteten Vier- bis Fünflinsern hatten im praktischen Gebrauch nicht die Bedeutung, die ihrem Preis entsprach, da das winzige Filmformat die theoretisch mögliche Auflösung ihrer Objektive gar nicht ausnützen konnte. Hier ist ein ganzer Film auf der Scan-Fläche eines Epson V700 Flachbettscanners zu sehen:



Die Kodak Tele-Instamatic 530 hatte aber etwas, was die hochstehenden Pockets nicht hatten, nämlich ein integriertes Teleobjektiv. Daher zog ich sie für das leichte Gepäck einer Motorradreise durch den Wilden Westen vor. Hier ein Beispielfoto vom 28.10.1993:



(Anmerkung zum Bild: Mit der Pocket in der Tasche schoß man keine anspruchsvollen Ausstellungsfotos, war aber doch in der Lage, Erinnerungen und Bemerkenswertes jederzeit festhalten, da sie immer dabei sein konnte. Hier Yuma Proving Ground, im Hintergrund eine M65 Kanone "Atomic Annie", mit 280mm die größte fahrbare, die die USA je hatten, Konstruktion 1:1 übernommen vom deutschen K5 Eisenbahngeschütz. Von einer solchen wurde in der Versuchsreihe "Upshot Knothole" das einzige Mal in der Geschichte eine Atomgranate abgefeuert).

Grüße,

Hannes

Zuletzt bearbeitet am 18.07.17 10:24

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