die Vredeborch Felicette kam 1959 ursprünglich als Vredeborch Felinette auf den Markt. Nach Namensrechtsstreitereien mit Kodak erfolgte die Umbenennung in Felicette um dann ab 1965, nach weiteren Streitigkeiten mit Kodak, endgültig in Felicetta umbenannt zu werden.
Im Laufe des Bauzeitraumes erblickten 4 Varianten der Felicette das Licht der Welt. In der ersten Version befand sich der Namenszug "Felicette" rechts vom Sucher (die bei Butkus: https://cameramanuals.org/pdf_files/vredeborch_felicette.pdf einsehbare Bedienungsanleitung zeigt diese Kamera). Im weiteren Verlauf wanderte der Schriftzug, nun in roten Buchstaben, auf das Fenster links neben dem Sucher. Hinter diesem Fenster lag nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, die Selenzelle für einen Belichtungsmesser sondern hier ist der Leuchtrahmen verborgen. Das gezeigte Exemplar stammt aus dieser 2. Bauserie. Die 3. Variante lässt sich an dem nun aus Kunststoff gefertigten Verschlußeinstellring erkennen. Zum Abschluß erhielt die vierte Version ein NORDINA 3,5 Objektiv.
Bemerkenswert ist, dass Vredeborch während der gesamten Produktionszeit keinerlei Preiserhöhungen vornahm und der VK von 49,80 DM stabil blieb. Dafür wurden an der Kamera auch keine, bis auf die genannten minimalen, technischen Änderungen vorgenommen.
Insgesamt betrachtet ist die Baureihe eine recht einfache Kamera die den Anwender vor keine großen Probleme stellen sollte. Technische Feinheiten wie ein Belichtungsmesser, ein Entfernungsmesser oder ein Selbstauslöser wurden der Felicette nicht mit in die Wiege gelegt. Dafür war der Verkaufspreis zu seiner Zeit sehr günstig.
Das sollte sich aber 1965 schlagartig ändern als eine der Felicette (Felicetta) sehr ähnliche Kamera bei z. B. FOTO-QUELLE (Revue) als "Revue 35" für 35,00 DM auftauchte. Was war passiert? Ein chinesischer Hersteller (HAKING) hatte eine fast originalgetreue Kopie (mit einigen marginalen Veränderungen) als "Halina Rolls", natürlich ohne Wissen und Zustimmung von Vredeborch, auf den Markt gebracht. Mit dem Preis sank allerdings auch die Qualität. Auf der Seite https://schulzeknipst.de/womit-2/felicette_und_rolls werden beide Kameras, auch mit Beispielfotos, verglichen. Das chinesische Plagiat kann dabei nicht wirklich überzeugen.
Laut camerawiki.org wurden insgesamt 177724 Felicetten hergestellt.
Oberseite: Filmmerkscheibe, Blitzschuh ohne Mittenkontakt (PC-Buchse vorne links), Auslöser mit Drahtauslösergewinde, Bildzählwerk
Rückseite: Filmrückspulrad, Sucher mit Leuchtrahmen, Entsperrknopf für die Filmrückspulung, Schnellspannhebel, komplett abhehmbare Rückwand mit Filmandruckplatte
Unterseite: Staivgewinde 1/4", Entriegelung der Rückwand
Zubehör: Bereitschaftstasche aus Echtleder und Hartplastik
Hersteller: Vredeborch Nordenham, Niedersachsen Modell: Vredeborch Felicette Typ: KB-Sucherkamera mit Leuchtrahmen, 24x36 mm, max. 36 Aufnahmen Baujahr: 1960 - 1965 Stückzahl: 177724 Exemplare in 4 Varianten Seriennummer: 116258 Verschluß: Vredeborch Zentralverschluß, "B", 1/30 - 1/125 Sekunde, Blenden: 3,5 - 22 Objektiv: VREDEBORCH NORDINAR 1:3,5/45 mit "Seriennummer" 60547 Fokussierung: manuell, 1 Meter - unendlich Filmempfindlichkeiten: alle Gewicht: ca. 380 Gramm Neupreis (ab 1960): 49,80 DM Bereitschaftstasche 13,80 DM
Bildzitat aus dem Foto-Quelle Katalog 1965
-------------------------------------------------- Mit besten Grüßen aus dem "echten Norden" Andreas
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Vredeborch ist wohl eine unterbewertete Firma gewesen. Die vielen einfachen Boxen bis hin zu den Modellen, zu der auch Deine Felicette gehört. Durchaus ordentliche Kameras dabei. Vredeborch hat ja seine Niche gefunden, seine Kameras auch für andere Firmen bereit zu stellen und dabei bewußt auch die Nennung seines Namens zu verzichten.
Daß er gern auch mal ein nicht vorhandenes Bauteil (z.B. Belichtungsmesser) "vortäuschte" kann man ihm eigentlich nicht wirklich vorwerfen, zumal das andere Hersteller auch gemacht haben.
Die Belegfotos auf der von Dir verlinkten Seite machen auch einen ganz guten Eindruck.
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Ja, ich finde auch das Vredeborch durchaus eine unterschäzte Firma war.
mit seinen Fotoapparaten hatte das Werk seine Berechtigung
aber dann gab es ja auch die Sparte Fremdfertigung: Blitzlichtgeräte eigen und Fremd Dabetrachter eigen und Fremd Diaprojektoren eigen und Fremd Filmbetrachter Fremd
eine Ganze Reihe ca. 40 erschiedene Geräte wie Klebepressen u. Filmbetrachter und Zubehör für Hähnel
Für Hoh und Hahne wurde Reprokameras und Reprozubhör hergestellt
für viele Wettbewerbsfirmen wie Agfa,Bauer,Bosch,Braun,Canon,Cooper,Hoffmann,Metz,Ecograf,Neckermann,Porst,Praga,Quelle,Voigtländer,Wolf
ist schon eine beachtliche Menge
und ich durfte als Großhandelszuliferer dabei sein
bemerkenswert finde ich auch, dass Vredeborch sich nicht dem Stress ausgesetzt hat "alle Nase lang" neue Modelle oder "Innovationen" auf den Markt zu bringen. Die Fremdferigungen werden sicherlich zu einer Verwässerung des eigenen Namens, auf der anderen Seite auch für volle Auftragsbücher gesorgt haben. Und wenn man bedenkt, dass ab einer Abnahme von 2000 Einheiten der eigene Name auf der Kamera erscheinen durfte........... könnte man doch glatt von einer BZF Kamera träumen
-------------------------------------------------- Mit besten Grüßen aus dem "echten Norden" Andreas