| Passwort vergessen?
Sie sind nicht angemeldet. |  Anmelden

Sprache auswählen:

WWW.BLENDE-UND-ZEIT-FORUM.DE (BZF)
Forum für Photographica-Sammelnde und Interessierte.
Virtuelles Kameramuseum
Sie sind nicht angemeldet.
 Anmelden

[iIa] INDO FEX Weber
  •  
 1
 1
08.10.23 12:54
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

08.10.23 12:54
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

[ iIa ] INDO FEX Weber

Nachdem die bisher hier vorgestellte Kameras alle aus dem mittleren bis oberen Amateursegment stammten, geht es heute in die Niederungen der Billigkameras.

Fast alle Knipsen für die Massen waren in Frankreich für Rollfilm 127 oder später Instamatic, das Angebot an preisgünstigen 24x36 Kleinbildkameras war eher gering. Eine paar Ausnahmen gab es aber, zum Beispiel die INDO FEX Weber.



Die Firma INDO (INDustrie d’Optique) und der Markenname FEX hat eine lange Geschichte. Schon 1905 wird die Marke in Düsseldorf von Julius Kaftanski eingetragen. 1927 gründet sein Sohn Fritz in Berlin unter dem Name Fotofex die Kamerafertigung. Als *(N)* war er 1937 gezwungen nach Prag flüchten und er beginnt dort die Fertigung günstiger Fotoapparate aus Bakelit. 1939 muss er wiederum das Land zu verlassen und kommt so nach Lyon, wo er 1943 die Firma FEX gründet. Sein alter Markenname steht nun für „France EXport“. Es werden, wiederum aus Bakelit, günstige Rollfilm Kameras produziert. Das Modell UltraFex wird über 40 Jahre in millionenfacher Auflage verkauft. Fex Kameras wurden weltweit exportiert, auch nach Deutschland wo es in Düsseldorf eine Zweigniederlassung gab.



Die Weber Fex Kleinbildkamera kam 1959 auf den Markt und wurde bis 1968 in hoher Auflage gefertigt. Dieses Exemplar stammt aus dem Jahr 1962 oder 1963. Es gab eine Vielzahl von Versionen die sich, außer im Preis, so gut wie nicht unterschieden. Die einzige wirkliche Aktualisierung gab es 1964 als die Kamera anstelle der Drehknöpfe einen Schnellspannhebel und eine Rückspulkurbel erhielt.

Das Gehäuse ist aus Kunststoff und entsprechend leicht. Man gab sich viel Mühe der Kamera einen wertigen Eindruck zu verschaffen. Das Vorderteil und die Drehknöpfe sind lediglich Silber angemalt, nur die obere Kappe ist aus Aluminium gefertigt.
Es gibt ein Zählwerk, Blitzanschluß, Zubehörschuh und der einfacher Sucher erfüllt seinen Zweck.



Für das immer gleiche Objektiv, ein 50mm 3-Linser, gab es allerlei Phantasienamen. Dieses hier ist ein “Ugo Lantz IKAR“, der deutsch klingende Name war kaum ein Zufall. Es gab die gleiche Optik auch als Rectar, Juni, Tonar oder Akir beschriftet. Krönung der Flunkerei ist die Seriennummer, die war nämlich aus Kostengründen bei allen gleich: 796334. Die Linsen sind in einem Plastik Tubus verklebt. Die 2,8 und 3,5er Versionen unterschieden sich lediglich durch die Beschriftung und einen anderen Anschlag für die Blende. Immerhin ging man hier nicht so weit wie bei der UltraFex, die es mit einem blauen Plastikring vor der Linse gab um den Eindruck einer Vergütung zu erwecken.

Die Optik stammt von Tourret-Narat, ein durchaus renommierter Hersteller der von ehemaligen Angénieux Mitarbeitern gegründet wurde. Dennoch ist das Objektiv so ziemlich das schlechteste das mir je bei einer Kleinbildkamera untergekommen ist. Es vignettiert deutlich, Gegenlicht geht gar nicht und so etwas wie Schärfe gibt es erst ab Blende 8 und auch nur in der Bildmitte, perfekt für die Lomographen.

Recht gut ist der Verschluss mit 1/25 bis 1/300 Sekunde vom Hersteller Atoms, der auch in der konkurrierenden Focasport Verwendung fand. Die Fex Weber kostete 1962 127,00 neue Franc, die Konkurrenz wollte für die Foca Sport 188,00 FF und die Royer Savoy kostete 200,00 FF bei jeweils ähnlicher Ausstattung. Ein Arbeiter verdiente damals etwa 1200 FF im Monat, die Weber war damit für viele erschwinglich und entsprechend gut verkaufte sie sich.

Bilder der Kamera:








_____________

https://schulzeknipst.de

Datei-Anhänge
weber4.jpg weber4.jpg (26x)

Mime-Type: image/jpeg, 399 kB

weber2.jpg weber2.jpg (19x)

Mime-Type: image/jpeg, 468 kB

weber1.jpg weber1.jpg (24x)

Mime-Type: image/jpeg, 480 kB

Weber_Fex1.jpg Weber_Fex1.jpg (19x)

Mime-Type: image/jpeg, 461 kB

Weber_Fex2.jpg Weber_Fex2.jpg (19x)

Mime-Type: image/jpeg, 442 kB

Weber_Fex5.jpg Weber_Fex5.jpg (19x)

Mime-Type: image/jpeg, 442 kB


Hinweise:

  • Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln.

  • Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken / Gebäuden / Museen, Ausstellungen, Theatern, usw.

  • Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen deutlich als Zitat erkennbar mit genauer Quellenangabe.

  • Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuord-bar sind, ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO). Ebenso keine erkennbaren KFZ-Kennzeichen oder Fragmenten davon! !

  • Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.

  • Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffszahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt!


08.10.23 13:37
Rainer 

Administrator

08.10.23 13:37
Rainer 

Administrator

Re: INDO FEX Weber

Hallo Peter,

kannst Du was zum Modell-Namen-Teil "Weber" sagen?



Beste Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

08.10.23 14:00
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

08.10.23 14:00
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

Re: INDO FEX Weber

Hallo Rainer,

zum Ursprung des Namens habe ich nichts finden können. Ich vermute es sollte, wie auch bei den Objektiven, eine Assoziation zu deutscher Quailität vermittelt werden.

Peter


________________
https://schulzeknipst.de

 1
 1
Kostengründen   Rückspulkurbel   Kamerafertigung   Kleinbildkameras   Amateursegment   Forumbetreiber   Modell-Namen-Teil   preisgünstigen   konkurrierenden   millionenfacher   Aktualisierung   Blitzanschluß   unterschieden   Kleinbildkamera   Zubehörschuh   entsprechend   schulzeknipst   Phantasienamen   Zweigniederlassung   Schnellspannhebel