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[iIa] Taron Eyemax
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07.10.23 12:30
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

07.10.23 12:30
PeterS 

BZF-Nutzer Stufe 2

[ iIa ] Taron Eyemax

Ich muss erst etwas abschweifen.

Als Oldtimerfahrer hatte ich immer schon ein Faible für die Underdogs der Automobilgeschichte. Über viele Jahre fuhr ich mehrere Talbot Tagora. Der Tagora galt als hässlich, untermotorisiert und von schlechter Qualität. Es war der größte Flop in der französischen Automobilgeschichte. So ganz stimmt das aber nicht. Alle meine Tagora waren, im Gegensatz zu anderen Autos aus den frühen 80ern, rostfrei, liefen hervorragend und der V6 ist eine echte Rakete die locker 220km/h Spitze schafft. Bordcomputer, Meldung defekter Leuchtmittel und vieles mehr gab es bei der Konkurrenz erst Jahre später. Ein bequemeres Auto hatte ich nie und über das Äußere lässt sich streiten.

Auf der Suche nach einem Ersatzteilspender für eine Voigtländer mit blindem Sucher kam mir eine Sucherkamera unter, die ich noch nie gesehen hatte, und weder vom Hersteller noch dem Modell gehört hatte. Eine Taron Eyemax.



Ja, hübsch ist die wirklich nicht, für den Underdog Status reicht das Design mit dem chromblitzenden Kühlergrill allemal.



Das Internet gibt nicht viele her. Die Kamera kam 1962 auf den Markt und wurde angeblich hierzulande von Neckermann vertrieben, ein späteres Modell gab es bei Porst. Taron existierte nur für ein paar Jahre Anfang der 1960er und hat damals, mit dem ähnlichen Modell Marquis, die erste Kamera überhaupt mit CdS Zelle auf den Markt gebracht. Technisch ist das Teil für damals sehr fortschrittlich. Heller Sucher, mit Blende und Zeit gekoppelter Belichtungsmesser, gekoppelter Schnittbildentfernungsmesser. Citizen Verschluss mit 1/500 und Zeitauslöser. Vielversprechend ist das Objektiv, ein lichtstarkes 45mm 1,8er 'Taronar'.

Die Kamera kam recht verdreckt hier an, im Sucher kaum was zu sehen, der Belichtungsmesser zuckte nicht, sie löste aber aus. Der Verschluss läuft und hat passable Zeiten. Kratzer am Frontring ließen einen früheren Reparaturversich erahnen. So war es dann auch. Innen fehlten mehrere Schräubchen und einiges wurde mit ungeeignetem Werkzeug zerkratzt.

Ich habe dann alles komplett auseinandergenommen und gereinigt. Ein gebrochenes Kabel jalf dem Belichtungsmesser auf die Sprünge und jetzt ist alles wieder top.

Die Kamera ist sehr solide komplett aus Metall gebaut und muss den Qualitätsvergleich mit Modellen aus deutscher Fertigung aus der Zeit nicht scheuen. Technisch ist sie sehr interessant und unterscheidet sich von konkurrierenden Voigtländer oder anderen Kameras erheblich, hier wurde in Japan nicht einfach kopiert!

Der Entfernungsmesser hat eine sehr breite Basis, was das Scharfstellen erheblich einfacher macht als bei anderen Modellen. Wirklich aufwendig ist die gekopplete Belichtungsmessung. Die Plus Seite der Selenzelle wird erst zum Instrument im Sucher und von dort über mehrere Kabel und Schleifer isoliert zum Frontring geführt. Da alles aus Metall ist, ist die Isolierung sehr aufwändig, mit vielen winzigen Pertinax Ringen, Plättchen und Scheibchen. Im Frontring steckt ein ringförmiger Kohleschichtwiderstand. Ein weiterer Schleifer wandert in Abhängigkeit von Zeit, Blende und ASA-Einstellung über diesen Widerstand. Über das Gehäuse schließt sich der Stromkreis und verändert so den Ausschlag des Drehspuinstruments im Sucher.

Ist die Eyemax nun der Tagora der Kameraindustrie? Aber ganz sicher doch! Ein verkanntes Genie von feinster Qualität und ungewöhnlichem Aussehen das leider niemand haben wollte.

Fotos die mit der Kamera geschossen wurden.






Datei-Anhänge
Taron1.jpg Taron1.jpg (24x)

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Taron2.jpg Taron2.jpg (21x)

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taron_2.jpg taron_2.jpg (25x)

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taron_3.jpg taron_3.jpg (22x)

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taron 1.jpg taron 1.jpg (22x)

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