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[iIa] Beier Beirette kf und der „Modellvariantenreichtum“ der Beirette K - Kameras
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29.09.23 21:58
axel 

BZF-Meister

29.09.23 21:58
axel 

BZF-Meister

[ iIa ] Beier Beirette kf und der „Modellvariantenreichtum“ der Beirette K - Kameras

Hallo zusammen,



heute möchte ich hier noch ein weiteres Beirette-Modell vorstellen. Manche werden jetzt sicherlich denken: „oh nein, nicht noch ein Modell …“, aber die „Beirette kf“ ist durchaus ein recht bemerkenswertes Modell. Es ist die seltenste serienmäßig produzierte Beirette der Nachkriegszeit.



Aber zunächst ein paar Worte zur „Beirette k“, dem Ursprung der Beirette KF:
Die Beirette k wurde auf der Jubiläumsmesse im März 1965 in Leipzig vorgestellt und ging ab Mai 1965 in die Serienproduktion. Die Zeitschrift „Photo-Technik und Wirtschaft“ schrieb dazu: „In Zusammenarbeit mit dem VEB Filmfabrik Wolfen demonstrierte die Kamerafabrik Woldemar Beier KG, daß eine Kleinbildkamera für Karat-Patronen die Verwendung von Rapid-Filmen nicht ausschließt […] In konstruktiver Hinsicht bisher ohne Parallele ist der Filmtransport an der Rückseite der Kamera […]“.



Die Beirette k basierte auf der sogenannten Beirette v, also auf der ab 1964 hergestellten, verbesserten Variante der ersten Nachkriegsbeirette von 1958, was man auch deutlich am äußeren Erscheinungsbild der Beirette k erkennt. Im Gegensatz zur Beirette v war die Beirette k für die Benutzung von Karat-Kassetten (im Osten später SL-Kassetten genannt) konstruiert. Das „k“ steht für „Karat“. Der Filmtransport erfolgte (wie oben bereits erwähnt) mittels eines Schiebeknopfes in der Rückwand der Kamera. Alle Beirette k-Kameras und die auch folgenden k-Modellvarianten bzw. das kf-Modell sind mit einem Meyer Domiplan 45 mm 1:2,8 oder E. Ludwig Meritar 45 mm 1:2,9 ausgestattet. Verbaut wurden die Objektive im Priomat-Verschluss oder im „Modell-II“-Verschluss. Hinter der Bezeichnung „Modell-II“ verbirgt sich wahrscheinlich der Junior-II-Verschluss der Gebrüder Werner in Tharandt.



Bei der Recherche zur Beirette kf ist mir auch aufgefallen, dass die Angaben im WEB (Camera-Wiki und CollectiBlend) etwas verwirrend sind, da Modellvarianten und eigenständige Modelle bunt durcheinander aufgelistet werden. Deshalb soll diese Thematik hier auch mal näher beleuchtet werden:

Eine erste Verbesserung der Beirette k erfolgte noch 1965 mit dem Einbau eines automatischen Bildzählwerkes - die Modellvariante Beirette ka (manchmal auch als Beirette k2 bezeichnet) entstand. Das „a“ steht für „Automatik“.


Der Einstellring für den Filmzähler bei der Beirette k (links) fiel bei der Beirette ka (rechts) weg.

Die zweite Änderung der Beirette k (genauer gesagt der Beirette ka) führte 1966 zum eigenständigen Modell der Beirette kf, auf die ich weiter unten noch etwas genauer eingehen möchte. An dieser Stelle nur so viel: die Beirette kf war im Gegensatz zur Beirette k mit einer Blitzeinrichtung mit Steckschuh ausgestattet. Das „f“ steht für sicherlich „flash“.



Durch eine weitere Änderung der Beirette k entstand 1967 die Modellvariante ks. Im Gegensatz zur Beirette k (bzw. ka) hatte die Beirette ks eine symmetrisch abgerundete Frontkappe (Objektivfuß), einen Mittenkotakt im Steckschuh und einen Blendenrechner am Priomat-Verschluss. Das „s“ steht für „standardisiert“.


Der Unterschied zwischen der Beirette ka und der Beirette ks zeigt sich neben dem nun vorhanden Mittenkontakt beim Steckschuh auch im symmetrisch abgerundeten Objektivfuß (nicht im unterschiedlichen Verschluss!).

Diese letztgenannten Änderungen wurden 1967 auch teilweise bei der Beirette kf umgesetzt. Sie erhielt ebenfalls eine symmetrisch abgerundete Frontkappe (Objektivfuß) und einen Blendenrechner am Priomat-Verschluss. Es entstand dadurch die Modellvariante Beirette kfs.


Bild links: eine zeitgenössische Werbung der Beirette kf, Bild rechts: meine hier vorgestellte Modellvariante Beirette kfs (unterschiedliche Objektivfüße)

Es gab auch noch weitere kleine Änderungen, die sich aber nicht in einer gesonderten Bezeichnung der Modellvariante manifestierten. Zum Beispiel erhielt die Beirette k (ks) um 1968/69 einen Zierring um das Objektiv am Modell-II-Verschluss.


Zierring um das Objektiv

Die Produktion der Beirette k (ks) wurde 1970 mit der Einführung der Beiretten SL200 und SL300 eingestellt.

Fortsetzung im nächten Beitrag ...

Datei-Anhänge
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2-Beirette-kf.jpg 2-Beirette-kf.jpg (25x)

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29.09.23 22:00
axel 

BZF-Meister

29.09.23 22:00
axel 

BZF-Meister

Re: Beier Beirette kf und der „Modellvariantenreichtum“ der Beirette K - Kameras

Zusammenfassend ist festzustellen: Das einzige tatsächlich eigenständige Modell, das aus der Beirette k hervorging ist die Beirette kf, wie man auch an der Bezeichnung auf der Kamerafront erkennen kann.



Die 1966 eingeführte Beirette kf ist ebenso wie die Beirette k für Schnellladekassetten des Typs Agfa-Karat konstruiert. Der Filmvorschub erfolgt über einen Metallschieber an der Rückwand der Kamera. Auch die sonstige Ausstattung entsprach weitestgehend der Beirette k (genauer: Beirette ka). Neu hingegen war die Ausstattung mit aufklappbarem Reflektor und darunterliegender Fassung für AG 1 oder AG 3B Blitzlampen. Die Energie für die Blitzlampen lieferte eine H4 15V Batterie im Bodenfach der Kamera. Der Steckschuh für den externen Blitz entfiel dagegen. An der Wahl dieser Blitzlampenfassung erkennt man schon, dass die Beirette kf als Exportkamera für den westlichen Markt gebaut wurde. Im Osten waren derartige Blitzlampen nicht verfügbar. Der ursprüngliche Plan, durch die Anschaffung von Importmaschinen auch in der DDR derartige Blitzlampen zu produzieren, wurde nicht verwirklicht. Auf dem westlichen Markt konnte sich das SL-System (Rapid-System) nicht neben der Kleinbildpatrone 135 und dem Kodak Instamatic-System behaupten. In logischer Folge wurde deshalb bereits 1967 die Produktion der Beirette kf wieder eingestellt. Bis zur Einstellung der Produktion hatte man 1.100 Beirette kf hergestellt (1966: 600 Stk. und 1967: 500 Stk.). Als Exportländer sind Frankreich, Finnland, Dänemark und Griechenland bekannt. Mein Exemplar der Beirette kf (Modellvariante: Beirette kfs) habe ich (nach längerer Suche) in England gefunden.


Wenn die Blitzlampe eingesteckt wird, springt ein Stift aus dem Kameradeckel (links neben dem Reflektor) zum Auswerfen der benutzten Blitzlampe.



Beste Grüße

Axel (der hofft, dass er bei den vielen Varianten keine Buchstaben durcheinandergebracht hat)

Zuletzt bearbeitet am 02.10.23 08:41

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10-wbg-kf.jpg 10-wbg-kf.jpg (23x)

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11-kf-komplett.jpg 11-kf-komplett.jpg (24x)

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30.09.23 15:59
Rainer 

Administrator

30.09.23 15:59
Rainer 

Administrator

Re: Beier Beirette kf und der „Modellvariantenreichtum“ der Beirette K - Kameras

Hallo Axel,

vielen Dank für die detaillierte Vorstellung der Beirette kf, insbesondere auch wegen ihres Karat-Patronen-Status.



Beste Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

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