historische analoge Kameras waren zuerst zumeist Plattenkameras, also Geräte in denen (noch) keine Rollfilme verwendet wurden, sondern beschichtete Glasplatten. Für jede Aufnahme wurde nach Scharfstellung per Mattscheibe diese entnommen und stattdessen die Negativ-Glasplattein Einzelmagazinen oder Mehrfachmagazinen eingesetzt. Dafür gab es diverse Detaillösungen. Plattenwechsel war bei Tageslicht möglich
Hier in diesem Beitrag geht es um den Vergleich von Glasplatte, Filmpack und Planfilm.
Glasplatten hatten den gewissen Nachteil der Bruchempfindlichkeit und des Gewichts pro Platte. Deshalb kamen alsbald Alternativen auf den Markt: Planfilme, hierbei wurde auf eine dicke Folie eine lichtempfindliche Emulsion aufgebracht. So entfiel die Bruchgefahr und das Gewicht pro Planfilm-Blatt war deutlich geringer als bei der Glasplatte. Man legte dieses Planfilmblatt in die normalen Glasplatten-Kartuschen (Magazine) ein oder besser in angepasste Kartuschen, weil es einen kleinen Unterschied bei der Dicke gab. Tageslichtwechsel war möglich.
Eine Abwandlung des Planfilms war der Filmpack. Hier wurde in einem Karton eine Packung von (zumeist) 12 Planfilm-Blättern bereit gestellt, die dann in ein spezielles Filmpack-Magazin eingelegt wurde. Man konnte nun (es gab verschiedene Systeme) nacheinander durch Ziehen von Ziehlaschen Filmpack-Blätter belichten. Dabei war Tageslicht beim Bildwechsel möglich.
Die Planfilme und Filmpacks waren im Allgemeinen auch plan, verbogen sich also nicht oder nur kaum, boten also die gleiche Bildqualität wie Glasplatten.
Glasplatten um 1908
Film-Pack um 1908
Zum Filmpack siehe auch den Folgebeitrag.
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
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nachdem mich eine Anfrage zum genauen Bedienen eines damaligen Filmpacks erreichte, will ich hier den zitierten Text des Vorbeitrags ergänzen:
Es ist wohl nicht Jedem bekannt, daß -- wenn man nach einer Aufnahme die nächst folgende Lasche am Filmpack zieht um die nächste flexible Planfilmscheibe in die richtige Position zu bringen -- bei diesem Ziehen wird die gerade belichtete flexible Planfilmscheibe über eine interne Rundung nach hinten im Pack verbracht (gezogen). Die Filmpack-Blätter waren dünner als die normalen Planfilmblätter (Scheiben) um besser um die Rundung (siehe Skizze) im Behälter zu kommen.
Dadurch wird auch gleichzeitig die noch unbelichtete flexible nächste Planfilmscheibe zur kommenden Belichtung frei gegeben.
Beim Beispiel eines 12-Aufnahmen Filmpacks gibt es 13 Laschen, die letzte davon verschließt nach Belichtung aller 12 Aufnahmen den Filmpack, der nun komplett belichtet entnommen werden kann.
Eine weitere Frage in diesem Zusammenhang:
Konnte ein Filmpack-Magzin / Filmpack auch für normale Platten oder Planfilm genutzt werden?
Antwort: Nein.
Hier noch ein Auszug aus einem Ernemann-Katalog von 1914 der ein Angebot verschiedener Filmpack-Adapter zeigt:
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
wegen einer Nachfrage zur Nachfrage habe ich noch eine Skizze zum Funktionsprinzip des FilmPacks in den Vorbeitrag zugefügt. Die Filmpacks waren schon eine besondere Konstruktion. Erstaunlich, daß das einwandfrei funktionierte und nicht aus Versehen gleich mehre Filmblätter mit den Laschen heraus gezogen wurden.
Wäre mal interessant von Anwendenden Erfahrungsberichte zu hören....
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
mit einem Erfahrungsbericht kann ich zwar nicht aufwarten, aber die Sache vielleicht noch etwas illustrieren:
Hier zwei noch gefüllte Filmpackkassetten 6,5x9 (links Ernemann, rechts KW Patent-Etui). Man erkennt die erwähnten Laschen, mit denen der Wechsel des Filmblattes vorgenommen wird. In beiden Kassetten stehen noch die Filme 10–12 zur Verfügung.
Im folgenden Bild ist eine geöffnete Kassette (Stereo 4,5x10,7) mit herausgezogenem Dunkelschieber zu sehen, außerdem die (leere) äußere Hülle eines Filmpacks, das sich noch darin befand. Darunter die Hülle von der anderen Seite.
Ich denke immer mal wieder darüber nach, die restlichen Filmblätter zu belichten und die Filmpacks zu entwickeln; da meine Erfahrungen mit der Entwicklung von gefundener Filme aber bislang nicht sehr erfolgreich waren, habe ich darauf verzichtet.