wie von Rainer im Beitrag zur Ensignette No. 1 (https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...=2&thread=3 ) schon festgestellt, ist diese kleine Kamera durchaus bemerkenswert. Das größere Modell No. 2 der Ensignette soll im Folgenden kurz vorgestellt werden.
Das kleine Modell No. 1 der Ensignette brachte die Houghtons Ltd. in London, wie an anderer Stelle schon erwähnt, zu Weihnachten 1909 auf den Markt. Konstrukteur dieser pfiffigen Kamera war der schwedische Ingenieur Magnus Niell, der zuvor unter anderem auch schon die Ticka Watch Camera (https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...4&thread=85 ) entworfen hatte. Mit der Ensignette No. 1 wurde nicht nur ein neues Filmformat etabliert (der Ensign Film E1, der später auch von Kodak als „roll film 128“ produziert wurde); die Ensignette No. 1 ermöglichte es mit ihrer einfachen Konstruktion nun auch dem ‚Normalbürger‘ selbst Fotos zu einem erschwinglichen Preis anzufertigen. In einigen WEB-Beiträgen wird die Kamera deshalb auch als „Meilenstein der populären Fotografie“ bezeichnet. Hier eine der Patentzeichnungen:
Das hier vorzustellende und auf dem gleichen Patent beruhende Modell Ensignette No. 2 ist kaum weniger bemerkenswert. Mit dieser 1912 herausgebrachten Kamera wurde wiederum ein neues Filmformat etabliert, das Format 5x8 (britisch 2x3 Inches) für den neuen Ensign Film E2. Kodak stellte für die Ensignette No. 2 ab 1913 den „roll film 129“ her, ohne je selbst eine Kamera in diesem Format zu produzieren. Die später auf den Markt gekommenen deutschen Kameras für den Rollfilm 129 hat Jan an dieser Stelle zusammengetragen: https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...&thread=318
Hier einige Daten der No. 2: Objektiv: achromatische Meniskuslinse, f11 Blenden: einschwenkbare Lochblenden f16 und f22. Verschluss: selbstspannender Zwei-Lamellen-Verschluss, T- und I-Einstellungen (ca. 1/25) Gehäuse: Schwarz lackiertes Messing Format: 2" x 3"; 5 x 8 cm auf Rollfilm 129 (Ensign E2) Fokussierung: Fixfokus, für Nahaufnahmen gab es separate Objektive (Linsen) Sucher: Brillantsucher
Wie auch bei der Ensignette No. 1 gab es beim Modell No. 2 im Laufe der Produktionszeit einige kleine konstruktive Änderungen. Das hier gezeigte Exemplar wurde demnach wahrscheinlich zwischen 1912 und 1914 hergestellt.
Weil bei meinem Exemplar der Verschluss nicht funktionierte, habe ich auch mal einen Blick ins Innere geworfen:
Wie sich herausstellte, war eine Feder aus der Halterung gesprungen, was schnell korrigiert werden konnte. Es stellte sich aber auch heraus, dass durch Abnutzung ein ‚Mitnehmer‘ nicht mehr weit genug in eine Nut griff. Um dies zu reparieren, müsste das entsprechende Teil neu angefertigt werden (oder eine andere Kamera ausgeschlachtet), worauf ich aber zu verzichten gedenke. Hier noch ein Bild von No. 1 zusammen mit No. 2:
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