im Folgenden soll ein weiteres Modell des schmalen Segments der sogenannten „5x8-Kameras“ kurz vorgestellt werden, welches noch nicht in der schönen Aufstellung der 5x8-Kameras von Jan vorhanden ist (Handelsmarkenmodelle: https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...8&page=3#23 ).
Dem Photographica-Sammler fällt natürlich sofort auf, dass es sich konstruktiv um eine Krauss Rollette (Typ 5, ca. 1928-1930) handelt, die hier im Forum auch schon vorgestellt wurde (https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...=2&thread=4 und https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...&thread=348 ). Lediglich das Objektiv (ein Busch Glaukar 6.3/9cm im Pronto-Verschluss) und ein „Busch“-Schriftzug weisen die Kamera als ein Produkt der Emil Busch AG aus. Das vorliegende Exemplar wurde vermutlich für den britischen Markt hergestellt, da die Stativanschlüsse ein 1/4-Zoll-Gewinde aufweisen, obwohl die Entfernungsskala in Metern beschriftet ist.
Im WEB finden sich nur sehr wenige Informationen zu diesem Modell von Emil Busch. Auf ‚knippsen.blogspot.com‘ wird die Kamera erwähnt (https://knippsen.blogspot.com/2023/02/) und auf ‚collectiblend.com‘ wird das Format 5x7,5 ebenfalls genannt. Einen zeitgenössischen Hinweis zur Kamera habe ich lediglich in der Zeitschrift „The Amateur Photographer & Cinematographer“ (Band 68, 1929, Seite 137) gefunden. Frei übersetzt kann man daraus folgendes erfahren: „Es ist eine erfrischende Abwechslung, eine neue Rollfilmkamera für ein anderes Format als den allgegenwärtigen 3 ¼ ×2 ¼ -Zoll-Film zu entdecken, und es ist in der Tat erfreulich zu sehen, dass die berühmte Firma Emil Busch versucht, hierzulande das Format zu popularisieren, das sich in kontinentalen Ländern immer größerer Beliebtheit erfreut – den 3×2-Zoll-Film. Zwar gibt es nur einen geringen Unterschied in der Größe der beiden Bilder, aber dieser Unterschied macht die 3×2-Zoll-Kamera deutlich handlicher als ihr größeres Schwestermodell, das 3 ¼ ×2 ¼ -Zoll-Film verwendet. […] Natürlich ist sie gut verarbeitet, wie es in der heutigen Zeit bei Kameras, die mehr als ein paar Schilling kosten, auch sein muss: robust und kompakt. Das Exemplar, das ich in den Ausstellungsräumen der Emil Busch Optical Company (37-38, Hatton Garden, E.C.) begutachtete, zeigte, dass der Designer von Busch Wert auf einfache und handliche Bedienung legt. Die Front war angenehm stabil, der Drahtrahmen-Sucher zusätzlich zum Brillantsucher waren vernünftig konstruiert. Die Rückseite der Kamera lässt sich zum Laden abschieben, sodass das Einlegen des neuen Films besonders einfach und auch für Anfänger problemlos gelingt. Die Fokussiervorrichtung verfügt über einen radialen Hebelmechanismus, der eine schnelle und einfache Justierung ermöglicht. Die Kamera kann wahlweise mit drei Verschlüssen geliefert werden: dem Ebusch (drei Geschwindigkeiten), dem Ibsor oder dem Compur, und entweder mit dem f/4,5 Busch Glaukar oder dem 1/6,3 Glaukar. Die Preise beginnen bei 4 £ […]“.
In meiner Kamera befand sich auch noch ein alter Film (Gaevert Ortho), was ein zusätzlicher Anreitz war, die Kamera zu erwerben (Da ich noch ein gut erhaltenes Rollfilm-Schutzpapier für den 129er-Film suche, um es für neu zugeschnittenen Film zu verwenden). Die Entwicklung des alten Films steht noch aus…
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Hier ein Zitat Das vorliegende Exemplar wurde vermutlich für den britischen Markt hergestellt, da die Stativanschlüsse ein 1/4-Zoll-Gewinde aufweisen, obwohl die Entfernungsskala in Metern beschriftet ist.
Für mich ist das kein Hinweis auf ein Exportmodell da es doch seit immer und ewig nur die Zollgewinde 1/4 und 3/8 gibt. Natürlich gibt es auch noch andere Stativgewinde aber die sind so selten ie die Nadel im Heuhaufen sollen aber auf Zoll Basis sein
meiner Erfahrung nach findet sich das 1/4-Zoll-Gewinde zu dieser Zeit im europäischen Raum vornehmlich bei den britischen Kameras und bei den dorthin exportierten kontinentalen Kameras. Die deutschen, französischen, italienischen ... Kameras verwendeten das 3/8-Zoll-Gewinde. Zudem hat die hier gezeigte Kamera ihren Weg von Birmingham zu mir gefunden. Deshalb meine Mutmaßung, dass es sich um ein Exportmodell handelt, obwohl die Entfernungsskala metrisch ist.
der alte Film aus der Busch-Kamera ist nun entwickelt. Es waren drei noch erkennbare Bilder darauf, die alle ungefähr das gleiche Motiv zeigen. Hier mal ein bearbeitetes Beispiel:
Ich habe auch noch einen neu geschnittenen Film belichtet (Fomapan 200) und entwickelt. Leider verursacht mein Filmschneider Kratzer auf der Emulsionsschicht - da muss ich also nochmal nachbessern. Hier zwei Beispielbilder:
ich finde es immer wieder toll, was Du aus den alten Filmen rausholst. Ich habe es mittlerweile aufgegeben, Fundfilme zu entwickeln, weil mir das noch nie zufriedenstellend gelungen ist – immer völlig verschleiert, oder die Filme hatten Licht abbekommen.
Das Motiv auf dem alten Film müsste sich prinzipiell lokalisieren lassen, die Siedlung ist doch recht markant. Eine zeitliche Einordnung ist vielleicht über das Auto möglich – ist das vielleicht ein Goggomobil? Lt. Wikipedia waren die Türen seit 1964 vorn angeschlagen, was mir beim abgebildeten Exemplar der Fall zu sein scheint. Dann wäre das Bild nach 1964 in Westdeutschland entstanden. Allerdings dürften die Walmdach-Gebäude älter sein, und die Siedlung wirkt noch recht neu (keine Bäume). Außerdem war der 129er lt. der Auflistung bei "knippsen" nur bis 1951 auf dem Markt. Vielleicht hat jemand Ideen?
der Jan hat mich auf die Idee gebracht, die historische Aufnahme mal in die google-Bildersuche zu laden. Eins der ersten Ergebnisse lautet Stechford Area/Birmingham und wie oben erwähnt, fand die Kamera tatsächlich aus Birmingham den Weg zu mir. Das wäre also immerhin möglich …
Das Auto wird von google als Austin A30 identifiziert, gebaut ab 1952 oder 1954.
… Bin beeindruckt, Axel – das funktioniert ja wirklich gut mit der Bildsuche! Den Hinweis auf England hatte ich übersehen; das passt ja alles gut zusammen, auch mit der Verfügbarkeit des 129er Films.