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[iIa+iIa] Nagel Pupille und Nagel Ranca, Format 3x4
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27.05.22 16:17
Jan_S 

BZF-Meister

27.05.22 16:17
Jan_S 

BZF-Meister

[ iIa+iIa ] Nagel Pupille und Nagel Ranca, Format 3x4

Hallo Forum,

hier möchte ich zwei weitere Rollfilmkameras im Format 3x4 vorstellen, die Nagel Pupille und das einfacher ausgestattete Vorgängermodell Nagel Ranca.

August Nagel war zunächst Leiter von Contessa Nettel und nach der großen Fusion 1926 in der Geschäftsleitung von Zeiss Ikon tätig, schied aber 1928 aus und gründete wieder ein eigenes Unternehmen in Stuttgart (das später von Kodak übernommen wurde).


Links: Nagel Pupille. Rechts: Nagel Ranca

Die vorgestellten Rollfilmkameras sind Tubuskameras, das Objektiv wird vor Gebrauch herausgefahren. Bei der Pupille geschieht das über einen Hebel (unteres Foto), bei der Ranca muss das Vorderteil um 90° gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Die Kameras haben ein starres Gehäuse, es gibt also keine Rückwand, sondern das Innenleben mit Filmfenster und Transportmechanik wird nach oben herausgezogen, ähnlich wie bei der Contessa Nettel Cocarette und anderen. Die Pupille hat Gesamtobjektivverstellung, die über das große und ausgesprochen griffige Rad vorgenommen wird. Bei diesem Exemplar läuft es noch heute butterweich, überhaupt ist die Kamera sauber konstruiert und exzellent verarbeitet. Verbaut ist im gezeigten Exemplar ein Schneider Xenar 2,9/5 cm in Compur 1–300. Es gab sie auch mit anderen Objektiven, u.a. dem Leitz Elmar 3,5. Für die Pupille gab es von Leitz auch den Entfernungsmesser FOFER zum Aufstecken, dazu dienen die beiden auf der Oberseite erkennbaren Buchsen. Daneben befindet sich ein Schärfentieferechner.
Belichtet wird auf 127er Rollfilm. In Normalhaltung macht die Kamera Hochformataufnahmen. Anvisiert wird das Motiv über einen ausklappbaren Newtonsucher. Der Filmtransport erfolgt über einen Knopf auf der Oberseite unter Kontrolle der beiden Rotfenster auf der Rückseite.


Nagel Pupille


Die Ranca ist schlichter ausgestattet: Das Objektiv ist ein "Nagel Anastigmat" 4,5/5 cm mit Frontlinseneinstellung in unbezeichnetem Gauthier-Verschluss (wohl ein Vario) 25–100. Zusätzlich zur Meterskala gibt es Markierungen für "Nahbild", "Gruppe" und "Fernbild" – die Kamera richtete sich offenbar an eine Zielgruppe, die an möglichst einfacher Bedienung interessiert war. Der Sucher ist ein einfacher Rahmensucher, die Schärfentiefenskala fehlt.

Die Gehäuse sind ausgesprochen kompakt (9,5x6 cm). Angeboten wurde die Pupille im Zeitraum 1931–1935 (diese Version für 170 RM), die Ranca nur 1930–1931 (für 42 RM). Technisch ist sie weniger spektakulär, dafür deutlich seltener, da nur 2.200 Exemplare gebaut wurden.


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Beste Grüße
Jan

Datei-Anhänge
Pupille_Ranca.jpg Pupille_Ranca.jpg (11x)

Mime-Type: image/jpeg, 578 kB

Pupille_2.jpg Pupille_2.jpg (12x)

Mime-Type: image/jpeg, 523 kB


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27.05.22 19:55
Reinhard 

BZF-Meister

27.05.22 19:55
Reinhard 

BZF-Meister

Re: Nagel Pupille und Nagel Ranca, Format 3x4

Hallo Jan,

Dein Wissen über dieses Format 3x4 von Vorkriegskameras ist ja sehr beeindruckend. Ist das Dein spezielles Sammelgebiet? Ich habe hier nämlich auch noch so ca. 30 Kameras in diesem Format herumstehen, Laufboden oder auch Sucherkameras und über einige finde ich gar nichts im Netz.
Ich finde dieses Format richtig klasse, qualitativ teilweise auf sehr hohem Niveau und das beste.......sie nehmen nicht so viel Platz ein.
Also wenn Du dein Fachwissen zur Verfügung stellst, dann lade ich hier mal ein paar von diesen Kameras hoch, vielleicht kannst Du ja was dazu sagen. Ich habe hier sogar noch ne Linhof in dem Format hier stehen, von deren Existenz selbst Linhof keine Ahnung hatte.

Viele Grüße
Reinhard

27.05.22 22:37
Jan_S 

BZF-Meister

27.05.22 22:37
Jan_S 

BZF-Meister

Re: Nagel Pupille und Nagel Ranca, Format 3x4

Hallo Reinhard,

vielen Dank für die Blumen – aber so umfangreich ist mein Wissen eigentlich nicht; ich versuche nur, möglichst viele Informationen aus der Sammlerliteratur, aus zeitgenössischen Katalogen und anderen Quellen zusammenzustellen. – Ich frage mich übrigens immer, in welchem Maße man bei diesen Kameravorstellungen im Forum auch Hinweise auf Literatur geben sollte – von Berufs wegen neige ich eigentlich dazu, möchte das hier aber auch nicht zu akademisch gestalten...

Aber an dieser Stelle ist vielleicht ein Hinweis auf eine sehr fundierte 10teilige Artikelserie von Jost Simon angebracht, die er in der Zeitschrift Photographica Cabinett veröffentlicht hat (Heft 22 [2001]ff.).

In der Tat bilden die 3x4-Kameras einen der Schwerpunkte meiner Sammlertätigkeit: Weil es ein zeitlich abgegrenztes und überschaubares Gebiet ist, eine große Vielfalt von Bauformen und Modellen existiert, von denen manche technisch sehr interessant sind. Außerdem kommen die vielen Varianten und Handelsmarkenversionen hinzu. Und in historischer Hinsicht sind die Kameras interessant, weil das Format letztlich gescheitert ist und sich das Kleinbildformat durchgesetzt hat. Und ja, der geringe Platzbedarf macht sie ebenfalls attraktiv...

Ich würde mich freuen, ein paar von Deinen Kameras zu sehen! Ich kenne aber auch nicht alle aus eigener Anschauung – vor allem fehlen mir noch Plaubel Makinette und Mentor Dreivier, und eine Thowe Thowette suche ich auch noch...


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Beste Grüße
Jan

28.05.22 10:32
Rainer 

Administrator

28.05.22 10:32
Rainer 

Administrator

Re: Nagel Pupille und Nagel Ranca, Format 3x4

Hallo Jan,

gegen die Nennung von Literatur- , Zeitschriften- und Katalog-Quellen bei Kameravorstellungen ist in den Beiträgen nichts einzuwenden. Lediglich die Inhalte zu zeigen wäre problematisch ohne Zustimmung der Rechteinhaber.

Zu den 127-Film Kameras: Mir gefallen die Kamera sehr gut. Schade, dass das 127-Format sich letztlich nicht durchgesetzt hat. Obwohl es doch eigentlich eine gewisse Zahl von Exemplaren gibt, sogar bis in die Welt der Rollfilm-Boxen.

Jedenfalls ein sehr interessantes Sammelgebiet.

Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

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