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[2x iIa] Glunz Ingo 3x4
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24.04.22 11:46
Jan_S 

Moderator

24.04.22 11:46
Jan_S 

Moderator

[ 2x iIa ] Glunz Ingo 3x4

Hallo Forum,

zu Beginn der 1930er Jahre gab es den Versuch, "Kleinbildfotografie" – so hieß das durchaus – im Format 3x4 auf Rollfilm 127 zu etablieren. Aus meiner Sicht ein sehr interessantes Sammelgebiet, weil die Menge der Kameras überschaubar ist, es aber eine ganze Reihe technisch unterschiedlicher Lösungen und damit eine große Vielfalt gab – von der Box über Spreizen-, Spring- und Tubuskameras bis zur TLR.

Eine sehr originelle Kamera bot ab 1932 der Hersteller Glunz aus Hannover an, das Modell Ingo: Das Objektiv befindet sich hinter zwei seitlich ausklappenden Türen – wie es in den 50er Jahren bei der Voigtländer Vitessa der Fall war.





Die Ausstattung entspricht dem, was bei den besseren Modellen dieser Kategorie üblich war: Tessar 4,5/5 cm in Compur, hier mit Gesamtobjektivverstellung. Für die betr. Mechanik war gegenüber der Ausführung mit Frontlinseneinstellung mehr Platz erforderlich, daher die Ausbuchtungen an den Türen. Exemplare mit Frontlinseneinstellung haben gerade Türen (s. z. B. die Abb. bei Kerkmann Nr. 0719). Filmstransport mittels Rad auf der Oberseite, die Rückwand dieses Exemplars besitzt einen Rotfensterverschluss. Als Sucher dient ein klappbarer Newtonsucher.






Die Kamera trägt den Namen des Herstellers auf dem Transportknopf; eine Modellbezeichnung fehlt hier. Ich habe aber schon Exemplare mit Ingo-Schriftzug in der Belederung gesehen. Die Kamera wurde auch an Rodenstock geliefert und unter der Bezeichnung Rodinette verkauft.


--
Beste Grüße
Jan

Datei-Anhänge
Ingo1.jpg Ingo1.jpg (191x)

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Ingo2.jpg Ingo2.jpg (174x)

Mime-Type: image/jpeg, 510 kB

Ingo3.jpg Ingo3.jpg (171x)

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Ingo4.jpg Ingo4.jpg (162x)

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21.10.26 19:49
axel 

Moderator

21.10.26 19:49
axel 

Moderator

iIa Rodenstock Rodinett 3x4

Hallo zusammen,

da die Rodinett von Rodenstock nur eine Namensvariante der Ingo ist, schließe ich die kurze Vorstellung gleich an den Vor-Beitrag von Jan an.



Die wesentlichen Informationen zur Kamerakonstruktion kann man dem Beitrag von Jan entnehmen.
Die Rodinett ist natürlich mit einem Rodenstock-Objektiv ausgestattet - dem Isar 3.5/5 cm im Compur-Verschluss. Diese Bestückung ist wahrscheinlich auch die einzige, mit der Kamera angeboten wurde. Auf dem Rückspulknopf ist statt „Glunz Hannover“ bei der Rodinett „G. Rodenstock – München 50“ eingraviert. Weiterhin finden sich frontseitig noch die Lederprägungen „Rodenstock“ und „Rodinett“.



Weitere Unterschiede zur Kamera von Jan sind der fehlende Rotfensterverschluss und ein etwas anders gestalteter Sucher.



Die Rodinett wurde von Rodenstock im Jahr 1932 angeboten und kostete 85 RM. Ob die Kamera auch nach 1932 noch im Sortiment von Rodenstock verblieb, ist mir nicht bekannt, aber es schein fast so, dass sie durch die Ysella (Zeca Goldi) ersetzt wurde.




Beste Grüße

Axel

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1.jpg 1.jpg (6x)

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2.jpg 2.jpg (6x)

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3.jpg 3.jpg (7x)

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Rodinett-PhotInd-1932_05_11.jpg Rodinett-PhotInd-1932_05_11.jpg (6x)

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21.10.26 21:07
Jan_S 

Moderator

21.10.26 21:07
Jan_S 

Moderator

Re: Glunz Ingo 3x4

Hallo Axel,

vielen Dank, sehr interessant!

axel:
Lederprägungen „Rodenstock“ und „Rodinett“.

Das ist die erste Rodinett mit Namensprägung, die ich sehe. Ich habe die oft kolportierte Schreibweise ohne <e> am Ende immer für einen Fehler gehalten und bin davon ausgegangen, dass die Kamerabezeichnung dieses frz. Diminutivsuffix -ette enthält wie bei Metharette, Ikonette, Nikette, Jubilette und was es noch so gibt. Bei Rodenstock hat man sich offenbar an der frz. Aussprache orientiert und die Schreibweise angepasst. Wieder was gelernt!

--
Beste Grüße
Jan

21.10.26 21:26
axel 

Moderator

21.10.26 21:26
axel 

Moderator

Re: Glunz Ingo 3x4

Hallo Jan,

man findet insgesamt nur wenige Belege für die Ingo und die Rodinett im Web. Eine Rodinett muss (meiner Meinung nach) neben dem Rodenstock Objektiv auch eine weitere Rodenstock Bezeichnung auf der Kamera tragen, ansonsten ist es wohl eher keine Kamera von Rodenstock, sondern einfach eine Ingo mit Rodenstock Objektiv (bzw. ein Händlermodell), wie zum Beispiel das Exemplar auf collectiblend.


Tatsächliche Rodinett Kameras findet man z.B. hier:

https://www.instagram.com/p/CArMfUgHts_/


und hier auch mit deutlich erkennbarer Rodinett Namensprägung:

https://www.chiswickauctions.co.uk/aucti...244852&sd=1


Beste Grüße

Axel

24.10.26 11:28
Rainer 

Administrator

24.10.26 11:28
Rainer 

Administrator

Re: Glunz Ingo 3x4

Hallo zusammen,

ich wollte die Frage stellen, ob beim Öffnen der Objektivabdeckung dieses hervor springt oder man es vorziehen muß. Die Lösung der Frage sah ich dann in dem Instagram-Video: Ja springt vor. Ist vielleicht aber generell interessant auch für andere Seitenbesucher, deshalb lasse ich diesen meinen Beitrag stehen.

Interessant auch die beiden Bildfenster, um die Filmbeschriftung die für 4x4 und 4x6,5 bedruckt war, auszutricksen. Die Bedienung beim Vorspulen zum nächsten Bild war deshalb einen Hauch kompliziert. Nach der ersten Aufnahme beispielsweise vom Bild 1 drehte man diese 1 vom ersten Bildfenster weiter zum zweiten Bildfenster, Foto machen, dann ging es von Bild 2 wieder in gleicher Form weiter. Jedenfalls habe ich das so verstanden ...







Beste Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 24.10.26 12:04

24.10.26 12:26
Jan_S 

Moderator

24.10.26 12:26
Jan_S 

Moderator

Re: Glunz Ingo 3x4

Hallo Rainer,

Rainer:
Die Lösung der Frage sah ich dann in dem Instagram-Video: Ja springt vor.

Ja, das ist aber sicherlich nicht die schonendste Art, die Kamera zu öffnen. In zeitgenössischen Anleitungen zu Springkonstruktionen habe ich auch den Hinweis gefunden, man solle den Mechanismus behutsam mit der anderen Hand etwas stützen, was ich sehr plausibel finde.

Rainer:
Interessant auch die beiden Bildfenster, um die Filmbeschriftung die für 4x4 und 4x6,5 bedruckt war, auszutricksen. Die Bedienung beim Vorspulen zum nächsten Bild war deshalb einen Hauch kompliziert. Nach der ersten Aufnahme beispielsweise vom Bild 1 drehte man diese 1 vom ersten Bildfenster weiter zum zweiten Bildfenster, Foto machen, dann ging es von Bild 2 wieder in gleicher Form weiter. Jedenfalls habe ich das so verstanden ...

So ist es. Die einzige 3x4-Kamera mit 'automatischem' Filmtransport und Zählwerk ist die Pilot-Reflex, da braucht man das Rotfenster nur für die Einstellung auf Bild 1, dann übernimmt das Zählwerk. Die Ihagee Parvola gab es später auch mit optionalem Schnellschalthebel, den habe ich aber noch nie aus der Nähe gesehen.

--
Beste Grüße
Jan

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