viele historische analoge Kameras verfügen über einen eingebauten Selbstauslöser. Damit kann man Aufnahmen erzeugen, wo der / die Fotograf / in selbst mit ins Bild kommen kann. Ein kleines mechanisches Laufwerk verzögert nach dem Drücken des Auslösers für zumeist um 10 Sekunden das tatsächliche Auslösen des Kameraverschlußes. Fotografierende haben so Zeit mit in das Motiv zu gelangen.
Wie hört sich ein mechanischer Selbstauslöser an? Beispiel: Zeiss-Ikon Nettar: Bitte unten selbstausloeser.mp3 anklicken und zuhören, zuerst kommt das Schnarren, dann das Verschlußgeräusch der Kamera. Verzögerungszeit ca. 10 Sekunden.
Die Selbstauslöser verstecken sich gern hinter winzigen kleinen Hebelchen und werden leicht mit Verschluß-Spannern bei bestimmten Kameras verwechselt. Bei einer unbekannten alten Kamera
vor Funktionsversuchen erst sicher abklären, ob ein Selbstauslöser eingebaut ist und wo er sich befindet und wie er bedient werden soll. Einfaches Herumprobieren so nach dem Motto "Was ist denn das für ein Hebel, nach dann drücke ich einfach mal" ist zu vermeiden.
Heute nach vielen Jahrzehnten arbeiten oft diese Selbstauslöser nicht mehr zuverlässig! Das in den Lagern der Mechanik befindliche Öl kann verharzt sein und den ordnungsgemäßen Ablauf verzögern oder sogar blockieren.
Problem dabei: Ein blockierter Selbstauslöser blockiert u.u. auch den Verschlußablauf der Kamera selbst. Folge: Nichts geht mehr.
Manipuliert man nun an allen Tasten / Knöpfen / Schiebern / Hebeln der Kamera herum, kann der feinmechanische Teil der Kamera beeinträchtigt werden und Schaden nehmen!
Die Selbstäuslöser werden zumeist über ein kleines unscheinbares Hebelchen an der Objektiv / Verschlußeinheit aufgezogen. Leicht zu verwechseln mit dem Verschlußspannhebel bei einigen Kameras.

Ist also ein Selbstauslöser stecken geblieben und er hat noch nicht ausgelöst KEINESFALLS versuchen den Film weiterzutransportieren oder nochmals auszulösen! Keine weitere Aktion, bevor der Selbstauslöser tatsächlich ausgelöst hat.
Es muß zuvor erreicht werden, dass das Ablaufwerk des Selbstauslösers zu Ende läuft.
Das Folgende ist nur etwas für Feinmotoriker, denn man soll versuchen durch feines klöpfeln (nicht klopfen), schütteln rucken den Ablauf des Hemmwerks zum Ende zu bekommen.
Leichteste Berührungen (schubsen) des Selbstauslöser-Hebels hin und her kann helfen. Auch dabei die Kamera in verschiedenen Lagen zu halten. Nochmals: Zartes Handeln ist angesagt.
Notfalls kann auch ein Erwärmen (nicht erhitzen) der Kamera auf 40-50 Grad das verharzte Öl erstmal wieder leichtgängiger zu machen und den vorigen T xtabsatz wiederholen.
Ist das alles gelungen, den Selbstauslöser NICHT mehr nutzen bis zu einer Reparatur.
Meine Empfehlung: Lieber gleich auf die Nutzung des Selbstauslösers verzichten, es sei denn man traut sich die u.u. notwendige Reparatur des Selbstauslösers zu.