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Feinmechanik-Fette, gibt es sowas?
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25.06.22 10:25
Rainer 

Administrator

25.06.22 10:25
Rainer 

Administrator

Feinmechanik-Fette, gibt es sowas?

Hallo zusammen,

von Zeit zu Zeit erreichen mich Anfragen, welche Fette man bei historischen Kameras verwenden sollte.

Zuvor der Hinweis:Eigentlich sollten Fette erst dann aufgebracht werden, wenn alte Fette entfernt wurden. Eigentlich, weil das manchmal nur bedingt möglich ist. Einfach nachfetten auf alte verharzte Bauteile ist problematisch.

Gibt es überhaupt spezielle Feinmechanik-Fette, die auch für Kameras geeignet sind?

Ja, das bieten verschiedene Hersteller. Eine Suchmaschinensuche bringt hier schnell Ergebnisse für "Feinmechanik-Fett". Ich nenne hier nur BEISPIELHAFT eine WEB-Seite (um zu belegen, dass es solche Fette gibt) , es gibt also auch andere Anbieter! :

https: // www . klueber.com/de/de/industrie-loesungen/industrie/praezision-und-elektronik/spezialschmierstoffe-fuer-die-feinmechanik-und-optik/?gclid=EAIaIQobChMIq-GZr5HI-AIVxuJ3Ch3ttQN2EAAYASAAEgJcD_D_BwE

(Leerzeichen entfernen).

Der Link ist keinesfalls als Werbung zu deuten, ich empfehle diese Produkte ausdrücklich nicht, sondern nenne sie nur als EIN Beispiel. Eine Geschäftsbeziehung zu dem Hersteller / Anbieter habe ich nicht und strebe sie auch nicht an und würde sie auch ablehnen.

Sicher hat da vielleicht jeder Sammler so sein Lieblingsfett, Hinweise darauf können auch hier im Thread gemacht werden.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 25.06.22 10:30


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25.06.22 13:30
mazdaro 

BZF-Meister

25.06.22 13:30
mazdaro 

BZF-Meister

Re: Feinmechanik-Fette, gibt es sowas?

Hallo Rainer,

das ist eine sehr wichtige Frage, die ich, so gut es mir möglich ist, zu beantworten versuche.

Zuerst etwas Chemie:

Was sind Fette?
Fette Öle sind die Ester aus dem dreiwertigen Alkohol Glycerin und (drei) Fettsäuren (FS). Die Länge der FS bzw. die Anzahl der C-Atome hat entscheiden Einfluss auf die Viskosität.

Ester haben den großen Nachteil, dass sie hydrolisieren können, wodurch die einzelnen (vier) Komponenten entstehen, die keinerlei Schmierwirkung haben. Daher ist es ratsam, Synthetiköle auf reiner Kohlenwasserstoff (KW)-Basis zu benutzen, wie sie auch von Uhrmachern verwendet werden. Insbesondere Produkte aus der Schweiz können extrem teuer sein. Aber man braucht ja nur sehr wenig Öl, wenn man eine Kamera wieder gängig machen will.
Einsprühen mit Kriechölen wie Ballistol oder Caramba ist ein absolutes No-go. So etwas darf nur zum Lösen von schwergängigen Schrauben verwendet werden.
Eine vorausgehende gründliche Reinigung mit Benzin (Apotheke) oder Feuerzeugbenzin ist unumgänglich. Die verharzten Fette und Hydrolyseprodukte müssen unbedingt entfernt werden!
Zur Verharzung kommt es durch Oxidation der C-Atome, die über Doppelbindungen miteinander verknüpft sind (Ungesättigte FS).

Faustregel:
Geölt wird prinzipiell alles, was sich dreht.
Geschmiert wird alles, was gleitet.

Dazu wird sehr, sehr sparsam aufgetragen:
Öl mit Zahnstocher gezielt auf Wellenlager auftragen. Man kann auch mit einer Injektionsspritze und feiner Kanüle arbeiten. Dazu muss das Öl mit Benzin verdünnt werden.
Allerdings muss man bei dieser Methode (wie auch bei der Reinigung) Acht geben, dass die Tücher und die Bändchen (Kleber!) nicht benetzt werden!

Als nicht hydrolysierbarer Schmierstoff mit höherer Viskosität kann Vaseline (KW) eingesetzt werden. Es gibt auch spezielle gelbe Fette für den Schneckengang von Objektiven, die auch bei höheren Temperaturen keine "Nebelbildung" verursachen. Für die Welle des Rückspulknopfs gibt es ein weiteres spezielles hochviskoses Fett von rotbrauner Farbe.

Die Zähne der Zahnräder maximal mit einem wirklich sehr, sehr dünnen Ölfilm überziehen.

"Weniger ist mehr."



Gruß Roland

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