| Passwort vergessen?
Sie sind nicht angemeldet. |  Anmelden

Sprache auswählen:

WWW.BLENDE-UND-ZEIT-FORUM.DE (BZF)
Forum für Photographica-Sammelnde und Interessierte.
Virtuelles Kameramuseum
Sie sind nicht angemeldet.
 Anmelden

Camera obscura selbstgebaut
 1
 1
20.08.08 08:39
Rainer 

Administrator

20.08.08 08:39
Rainer 

Administrator

Camera obscura selbstgebaut

Hallo zusammen,
die ersten Photoapparate waren abgedunkelte Kisten mit einem kleinen Loch und einer Photoplatte. Man belichtete ruhende Motive einige Minuten und entwickelte dann das Negativ und dann nach Kopierung das Positiv.

Diesen Versuch können Sie nachmachen. Es entstehen Schwarzweissphotos mit einem eigentümlichen Reiz. Ist alles richtig gemacht worden, ist die Tiefenschärfe beeindruckend und auch die zum Rande abfallende Helligkeit ist recht interessant.

Was brauchen Sie?


  • Einen Pappkarton beliebiger Grösse (ist der Abstand vom Loch auf der einen Seite zur Photoschicht auf der anderen gross, entsteht Telewirkung, ist der Abstand klein entsteht Weitwinkelwirkung). Wollen Sie 9 x 13 cm Negative herstellen, muss ein solchen Papier auf die eine Seite in den Karton passen. Der Karton muss lichtdicht verschliessbar sein.
  • 1 Stecknadel
  • 3 x 3 cm Staniolfolie
  • 3 Streifenchen doppelseitiges Klebeband
  • 1 Stückchen Pappe zum Abdecken des Objektiv-Loches während man nicht photographiert.
  • 1 Satz Photo-Schwarzweisspapier. Z.B. 9 x 13 oder 13 x 18 oder 18 x 24 cm.
  • Photo-Labor-Ausrüstung: einen dunklen Raum, 3 Entwicklerschalen, 2 Photolabor-Pinzetten, 1 Dunkelkammerlampe, 1 Kopierrahmen (geht auch ohne), Wasser, Positiventwickler, Positiv-Fixierer.
  • Eine Glasscheibe in Grösse des Photopapers.


Auf einer Seites des Kartons kommt ein ca 1 cm Durchmesser Loch hinein. Von innen wird die Staniolfolie eingklebt. In diese Folie wird mit der Stecknadel ein winziges Loch gepieckt, am besten Sie stecken die Nadel nicht durch, sondern versuchen nur fein anzupiecken. Über dieses Miniloch bringen Sie von aussen einen Pappklappverschluss an. Er hält das Licht fern. Erst wenn Sie die Camera obscura aufgestellt haben und belichten wollen, heben Sie die Pappe ab. Die Pappe kann auch mit Doppelklebeband festgemacht werden.

Auf der anderen Seite kleben Sie die doppelseitige Klebefolie als dünnen Streifen. Sie soll die Rückseite des Photopapieres während des Transportes und der Aufnahme fixieren.

In einem dunklen Raum wird bestenfalls im Licht einer Rotlichtlaborleuchte ein Blatt Photopapier eingelegt. Deckel zu. Der Photoapperat ist bereit.

Sie können das alles auch technisch ausgereifter aufbauen.

Fortsetzung ..........



Editiert 20.08.08 10:51


Hinweise:

---> Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungsanleitungen oder Buch/Zeitschriften-Artikeln hochladen.

---> Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos hochladen. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken.

---> Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen mit genauer Quellenangabe.

---> Keine Fotos, auf denen Personen ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO) erkennbar oder zuordenbar sind !

---> Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.

---> Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffzahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt.


20.08.08 09:42
Rainer 

Administrator

20.08.08 09:42
Rainer 

Administrator

Re: Camera obscura selbstgebaut. Fortsetzung

Zurück zu Hause in der Dunkelkammer:
Bei schwachem Rotlicht das Negativpapier aus der Camera entnehmen und entwickeln (siehe weiter unten).

Das entwickelte und fixierte und gewässerte und getrocknete Negativpapier (alles ist seitenverkehrt und hell-dunkel vertauscht) auf ein unbelichtetes Blatt Photopapier legen, Glasscheiben oben rauf. Nun mit einer normalen Schreibtischlampe ca. eine - 5 Sekunden (testen) Licht einwirken lassen.

Jetzt dieses Papier entwicklen. Fertig ist das Photo.

Entwicklung:
Dunkelkammerlampe an.
1 Schale mit Positiv-Schwarz-weiss-Entwickler
1 Schale mit Zwischenwässerung
1 Schale mit Positiv-Fixierer
Wässern, trocknen.

Das Papier kommt in einem Schwung (Schichtseite unten) in den Entwickler. Nach circa 20-40 Sekunden sollte das Negativ ausentwickelt sein.
Sofort in das Zwischenbad ca 20 Sekunden.
Nun in das Fixierbad für ca. 10 Minuten.
Jetzt 30 Minuten in fliessenden Wasser (oder einer kleinen Wanne) wässern
trocknen.

Wo bekomme ich die Chemikalien her?
Zum Beispiel von Tetenal. Das ist nur einer der anbietenden Firmen. Ich kann einfach nicht alle auflisten
Geeignet ist u.a.

Positiv-Entwickler: Tetenal Eukobrom, liquid. Wird hier für das "Negativ" und das "Positiv" genutzt.
Fixierer: Tetenal Superfix Plus
Papier: Ein übliches PE-Papier. (Druckerpapier für Computerdrucker ist NICHT geeignet)




Fortsetzung.......

Editiert 20.08.08 10:46

Datei-Anhänge
obscura.jpg obscura.jpg (5746x)

Mime-Type: image/jpeg, 25 kB

20.08.08 10:47
Rainer 

Administrator

20.08.08 10:47
Rainer 

Administrator

Re: Camera obscura selbstgebaut. Fortsetzung 2

Hier ein Photo mit einer solchen Camera obscura um 1992 aufgenommen:



Wenn man genau hinsieht, wird die Randabdunklung erkennbar.

MFG Rainer

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.

Editiert 20.08.08 10:48

Datei-Anhänge
obscura-muster.jpg obscura-muster.jpg (3358x)

Mime-Type: image/jpeg, 43 kB

20.08.08 13:57
Rainer 

Administrator

20.08.08 13:57
Rainer 

Administrator

Re: Camera obscura selbstgebaut

Hallo zusammen,
neben einigen Bauvorschlägen im WEB gibt es antiquarisch nocch das Heft "Fotografieren wie zu Grossvaters Zeiten" aus der WDR-Sendung "Hobbythek" von Jan Pütz und Wolfgang Back aus 1978. ISBN 3-8025-6119-8.

Hier ist ein ähnliches Projekt zu finden.

MFG Rainer

Möge die Belichtung immer kürzer als 1/30 Sekunde sein.

20.08.08 23:43
roehrenfreak

nicht registriert

20.08.08 23:43
roehrenfreak

nicht registriert

Re: Camera obscura selbstgebaut

Hallo Rainer,

eine kurze Frage: Wie lang ist fertig angesetzter Entwickler realistisch bei Raumtemperatur haltbar? Kann durch kühles Lagern (Kühlschrank) die Lagerzeit erhöht werden?

MfG Jürgen

26.08.08 18:54
AlterFritz 

BZF-Meister

26.08.08 18:54
AlterFritz 

BZF-Meister

Re: Camera obscura selbstgebaut

Hallo allerseits,

so eine Lochkamera kann man seit Jahren auch in edelster Holzausführung mit auswechselbaren Lochscheiben bekommen - dazwischen gibt es viele Übergangsstufen. Vor einigen Jahren gab es einmal einen regelrechten "Hype" in der Fotoszene (Newsgroup d.r.f.), der findige Bastler hervorbrachte.

Das A und O für die Bildqualität, vor allem die Schärfe, ist die Exaktheit des runden Loches. Deshalb nehmen die Lochkamera-Enthusiasten oft auch professionell hergestellte Lochblenden. Die gibt es als Messingplättchen mit Löchern unterschiedlichen Durchmessers. Ein guter Einstieg für geschickte Bastler ist eine Agfa Clack oder Click. Da der Film hier nicht plan liegt, sondern gewölbt geführt wird, eignen sich diese Kameras besonders zum Umbau. Man entfernt das Objektiv und ersetzt es durch einen Tubus, der die Lochblende trägt. Vorteil: Man kann, ohne dass man zwischendurch ins Dunkle muss, einen ganzen Rollfilm belichten und diesen anschließend ganz normal in der Dose entwickeln oder sogar entwickeln lassen. Damit wird die Lochkamera-Fotografie dann schon "semiprofessionell". ;)

Wenn man in eine Suchmaschine seines Vertrauens den Begriff "Lochkamera" oder "pinhole" eingibt, öffnet sich eine ganze Welt von interessanten Ansätzen und Anregungen. Besonders empfehlen möchte ich die Webseite des Spezialisten und drf-Regulars Dieter Bublitz, der leider vor gut vier Jahren gestorben ist. Dort findet man sogar Rechner für Beugungsunschärfe, Belichtungszeiten etc. Auch Galerien findet man im Internet, und es ist wirklich erstaunlich, welche Qualität manche Bilder erreichen. Wer dem Lochkameragedanken verfellen ist, der kennt dann auch bald den alljährlichen Worldwide Pinhole Photography Day (WPPD)

Leider habe ich jetzt beim Suchen im Web die Seite des Herstellers der Lochblenden nicht mehr gefunden, dabei war sie vor acht oder zehn Jahren noch ganz bestimmt da!!! Wenn sie jemand finden sollte, wäre ich für einen Hinweis dankbar.

Beste Grüße
Fritz


*** Sonne lacht, Blende acht! ***

 1
 1
Schreibtischlampe   Zwischenwässerung   semiprofessionell   Positiv-Entwickler   Belichtungszeiten   Dunkelkammerlampe   Messingplättchen   Photolabor-Pinzetten   unterschiedlichen   Schwarzweissphotos   selbstgebaut   Photo-Schwarzweisspapier   Positiv-Schwarz-weiss-Entwickler   Lochkamera-Fotografie   Lochkameragedanken   Beugungsunschärfe   Photo-Labor-Ausrüstung   Lochkamera-Enthusiasten   Rotlichtlaborleuchte   Pappklappverschluss