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Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen
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12.07.21 11:24
Rainer 

Administrator

12.07.21 11:24
Rainer 

Administrator

Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Hallo zusammen,

ich weiß nicht wie es Anderen geht, aber ich habe mühsam lernen müssen, dass man bei Kamera-Demontagen auf folgende Dinge besonders acht geben sollte:

1) Verschwinden (Verlegen) von Schrauben, Muttern Scheiben, Federn, Springringen, kleinsten Mechanikteilen, usw.

2) Wegspringen von Federn oder sonstigen winzigen mechanischen Bauteilen.

3) Problem, einige demontierte Bauteile wieder an die RICHTIGE Stelle und in der richtigen Reihenfolge zu montieren.

In diesem Zusammenhang bewundere ich immer Uhrmacher (auch bei den diversen Demontage-Videos von Armbanduhren bei youtube, wo komplexeste Kaliber komplett demontiert und wieder montiert werden.

Ich versuche mir dabei zu helfen, indem ich diverse Nahaufnahmen bei der Demontage mache. Aber: Auch dabei kann es passieren, dass die Fotos nicht exakt das zeigen, was beim Wiederzusammenbau an Information nötig ist.

Panik bereitet sich bei mir aus, wenn tatsächlich mal ein Kleinteil weg-springt. Man lebt ja in einer Wohnung nicht in einem klinischen Reinraum, eine 1 mm Schraube ist zumeist weg, wenn sie weg ist....

Ich habe mir angewöhnt, demontierte Teile sofort in einem durchsichtigen Plastik-Fach-Sortierkasten zu lagern und zwar in der Reihenfolge der Demontageschritte von links oben nach rechts unten.

Wäre mal interessant zu erfahren wie andere Forumnutzer das machen?




Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 12.07.21 11:27


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25.09.21 11:11
Rainer 

Administrator

25.09.21 11:11
Rainer 

Administrator

Re: Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Hallo zusammen,

oh, da es gar keine Reaktion auf diesen Beitrag gab, muss ich davon ausgehen, dass nur mir solche beschriebenen "Pannen" passieren



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

25.09.21 12:11
GeO 

BZF-Einsteiger

25.09.21 12:11
GeO 

BZF-Einsteiger

Re: Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Hallo Rainer, Hallo zusammen ! Nein, nicht alleine. Beim Zerlegen verwende ich alte (leere) Toffee- oder Schokoladenshachteln und setze so jeden teil nach einander in der Reihenfolge. Wiederaufbau heißt also rückwärts die teile ausholen. Ich habe sonnst kleine Plastiktüten, 3 Größen, in den ich Teile mit ihren Schrauben und alles was dazugehört zusammen packe, wenn die Reparatur etwas länger dauern soll - ZB Sucher und seine Schrauben, also systemisch. Ich bastle ja so nur mit alten Boxen oder Laufboden Platten- oder Rollfilm- Kameras von Agfa, es ist leichter wenn die selben Teile immer wieder im spiel sind. Momentan habe ich 5 Agfa Standard auf den Tisch zerlegt, und versuche dieses Sch.. grüne getrocknetes Agfa Fett loszuwerden. Das dauert, also sind die Tüten besonders hilfreich, um jedem Apparat seine eigene Teile wiederzugeben..
über Federn und Schraübschen, kann man in einer weißen Plastik Einkaufstüte arbeiten, obwohl die immer seltener werden.. Gruß aus Montreuil !

Zuletzt bearbeitet am 25.09.21 12:24

25.09.21 12:12
Michael-J. 

BZF-Meister

25.09.21 12:12
Michael-J. 

BZF-Meister

Re: Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Hallo,
das Geheimnis ist dabei mein Handy, und ein Tablett mit Rand. Das Tablett verhindert das Schrauben wegrollen und mit dem Handy mache ich nach jedem kleinsten Arbeitsschritt ein Bild.
Mein Problem bei sowas ist eher zu wissen wie das ganze ausgesehen hat bevor ich es Reparieren muss.

26.09.21 13:39
mazdaro 

BZF-Meister

26.09.21 13:39
mazdaro 

BZF-Meister

Re: Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Hallo Rainer/Hallo zusammen,

ich stelle eine kleine Liste auf, worauf zu achten ist.

1)
Tisch (vorzugsweise mit Tablett) ist einem Schuhschachtel-Deckel am Schoß vorzuziehen.
Vor wegspringenden hauchdünnen Federn ist man jedoch nie gefeit. Die findet man auf einem grauen Teppichboden nur mithilfe eines Magneten (an der Leine) - wenn überhaupt.

Schrauben, unter denen sich solche Federn befinden, nur öffnen, wenn es wirklich nötig ist!

Aber auch Madenschrauben gehen schnell verloren. Da ich schon mehrmals eine (verloren gegangene) Schraube in einem anderen Raum (Offensichtlich in die Sohle eingetreten) oder auch (innen) im Schuh gefunden habe (!), empfiehlt es sich bloßfüßig zu arbeiten.

2)
Niemals mit der Kamera in der Hand, den Arbeitstisch verlassen! Die Gefahr, dass eine Beilagscheibe, die man nach dem Entfernen einer Schraube übersehen hat, auf den Boden fällt, ist nicht zu unterschätzen.

3)
Nach jedem Arbeitsschritt ein Foto - besser zu
viel als zu wenig - machen. Ich fertige auch gerne eine Skizze an, um dann auf dieser diverse Schrauben und Teile abzulegen.
Bei mehreren Teilen unter einer Schraube (Beilagscheiben etc.) unbedingt die Reihenfolge
einhalten! Wenn ich den Arbeitstisch (Küchentisch ) räumen muss, klebe ich die Schrauben auf der Skizze fest (Tesa).

4)
Beim Zusammenbau darauf achten, dass die Reihenfolge der Arbeitsschritte stimmt und dass man kein Teil vergessen hat. Auch wenn das selbstverständlich erscheint, muss es erwähnt werden: eine oder gar mehrere übrig gebliebene Schrauben sind nur wenig besser als verloren gegangene Schrauben: man darf alles wieder auseinander nehmen. Das passiert selbst Profis.

Es gibt Fälle, wo einem nach dem Lösen von Befestigungen gleich mehrere Teile entgegen springen. Dann ist es oftmals schwer zu sagen, was in welcher Ausrichtung wohin gehört. Da hilft auch kein Abfotografieren. Eine unangenehme Sache. Eine Explosionszeichnung - sofern eine existiert oder zugänglich ist -, wäre von großem Vorteil.

An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass man zwischen gewissen korrespondierenden Zahnrädern (Verschluss) eine Markierung anbringen sollte, ehe man sie abnimmt. Des weiteren sollte man die unter Federkraft stehende Trommel festhalten und sie ganz vorsichtig entspannen lassen. Das sollte so langsam erfolgen, dass man die Umdrehungen zählen kann. Die Anzahl der Umdrehungen ist die Ausgangsbasis für die Einstellung der Zeiten.
Ein Messgerät mit zwei od. drei Sensoren entlang
des Verschlusswegs ist einem Ein-Sensoren-Shutter Tester immer vorzuziehen. Auch ein alter Fernseher kann gute Dienste leisten. Auf diese Weise sieht man die Geschwindigkeiten bzw. Beschleunigungen beider Vorhänge, die in der Regel unabhängig voneinander ablaufen (Leica-Prinzip), und kann dann die nötigen Einstellungen vornehmen.

Man sollte sich ohnehin nur an ein Projekt heranwagen, wenn man auch weiß, wie die Mechanik aufgebaut ist. Bei seltenen Kameras geht es jedoch nur mit "Learning by doing".

Als Schmiermittel, die gezielt und sparsam aufgebracht werden sollten, sind inerte synthetische Öle und Vaseline allen Arten von herkömmlichen Fetten vorzuziehen. Fette und fette Öle sind hydrolysierbar und zersetzten sich mit der Zeit. Das hat man bei reinen Kohlenwasserstoffen oder Silikon-Verbindungen nicht zu befürchten.

Bei der Reinigung der Teile mit Benzin, ist Vorsicht angesagt: Den gummierten Tüchern tut das gar nicht gut. Es kann sogar passieren, dass sich durch Benzin-Einwirkung der Kleber unter einem Bändchen löst. Das wäre ziemlich ärgerlich.



Gruß Roland

27.09.21 11:42
Rainer 

Administrator

27.09.21 11:42
Rainer 

Administrator

Re: Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Hallo Roland,

ich danke Dir für die detaillierte Darstellung Deiner Erfahrungen im Umgang mit Kamerareparaturen. Das deckt sich weitgehend auch mit mit meinen Reparatur-Erlebnissen.

Ich habe auch schon Probleme trotz Foto-Dokumentation gehabt, weil ich versäumt habe nicht nur die Lage von Bauteilen zu erfassen, sondern auch Position von Zahnrädern oder Zahnstangen hinsichtlich des Eingriffpunktes der Zähne zu vermerken. So musste ich erleben, zwar alles wieder zusammen zu setzen, aber die volle Funktion war nicht mehr gegeben.

Ich denke auch, dass die Industrie Montagehilfen im Bereich der Feinst-Mechanik verwendete und sogar einzelne Baugruppen komplett einsetzen konnte. Sicher wurden solche Baugruppen auch gegen Auseinanderfall währen der Montage gesichert.

Gerade Federn (egal ob Spiralen oder Biegestäbe) sind ein Problem.

Und ja: Entfettung / Entölung und Neuölung / Neufettung ist ein Bereich, wo man so einiges falsch machen kann.

Zuletzt glaube ich, dass auch in der damaligen Produktion bei der Montage gerade der komplexen Verschlüsse so manches Bauteil durch die Produktionsräume "zischte" oder sonstwie verschwand. Nur konnte man damals dann in die Vorratskiste greifen und das verschwunde Bauteil ersetzten. Das ist so in der Hobby-Werkstatt nur sehr eingeschränkt möglich.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

28.09.21 14:44
RolandG 

BZF-Meister

28.09.21 14:44
RolandG 

BZF-Meister

Entlaufene Kleinstteile finden Re: Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Hallo miteinander,

ich habe mit Folgendem gute Erfahrungen beim Suchen nach Kleinstteilen auf dem Boden gemacht:

Ich leuchte mit einem gebündelten Lichtstrahl flach parallel zum Boden einmal rundum das Zimmer und ggf. die angrenzenden ab.
(LED-Taschenlampe mit Linse auf den Boden legen und einmal um 360° drehen). Auch auf Teppichboden, unter Schränken "leuchten" dann selbst
kleinste Schräubchen, Federn, Tabletten-Viertel ... auf. (ok - im Sommer tagsüber Verdunkelung erforderlich)
Immer wieder interessant, wo die Teile dann gelandet sind.

Mit freundlichen Grüßen
Roland

28.09.21 18:21
Scannerhannes 

BZF-Meister

28.09.21 18:21
Scannerhannes 

BZF-Meister

Re: Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Bisher hat noch keiner erwähnt, daß man sich ein striktes Flokati-Verbot auferlegen sollte

29.09.21 11:15
Rainer 

Administrator

29.09.21 11:15
Rainer 

Administrator

Re: Die kleinen Tücken bei Kamerareparaturen

Hallo zusammen,

ich hatte schon Erfolg mit Staubsaugerhilfe: Dem Gerät einen neuen leeren Beutel spendiert, dann den Teppichboden gesaugt , dann Beutel auf Tisch (auf dem Balkon) entleert und mit dem Magneten im Staub gesucht und die fehlende Madenschraube wiedergefunden ....

p.s. ... und noch zwei weitere Schräubchen und eine Mutter gefunden, die ich nicht als abgängig betrachtet hatte
.


Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 29.09.21 11:16

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