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[iIa] Edison Universal Aplanat FE gar. achrom
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15.12.16 14:57
Laufboden 

BZF-Master

15.12.16 14:57
Laufboden 

BZF-Master

[ iIa ] Edison Universal Aplanat FE gar. achrom

Hallo miteinander,

Kürzlich habe ich aus der Bucht ein seltenes, etwas vergammeltes Schätzchen gefischt und wieder etwas hergerichtet (ausgebeult, Blende gängig gemacht, geputzt).
Universal-Aplanate aus der Zeit um 1900 sind nicht so selten, aber dieser erscheint mir historisch sehr interessant.

Auf dem Objektiv finden sich die Beschriftung "First Energy (FE) Edison Universal Aplanat gar. achrom" sowie folgende Blendenmarkierungen:
5, 8, 12, 18, 22. Aus diesen Markierungen sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen - Blende 22 heißt offen, und 5 ist am weitesten zu.

Thomas Alva Edison hatte gute Berater und selbst ein Händchen für die Vermarktung seiner Erfindungen. Dazu gehörte es offenbar, Nachfrage und damit einen Markt für die Produkte "Elektrizität" und "Glühbirne" herzustellen. Mittels Glühbirnen kann man beispielsweise weit heller als mit der klassischen, petroleumbetriebenen Laterna Magica Bilder projizieren, und das sogar rußfrei! In der Anfangszeit der Durchsetzung des Energieträgers Strom griff Edison auch das auf.
Das Vademecum kennt ein paar wenige Objektive unter dem Namen Edison. So hat Bausch&Lomb in Zusammenarbeit mit (bzw. für?) die Edison Manufacturing Co, i.w. Projektionsobjektive hergestellt, das beste vom Petzval-Typ. Ein Edison Universal Aplanat, wie es mein Objektiv ist, kennt das Vademecum nicht, jedoch Kunde vom Hörensagen über ein Edison Extra Rapid Aplanat.

Nach seiner optischen Anmutung und durch seine Blende dürfte es sich um ein Objektiv aus der Zeit aus der Zeit um 1900 handeln, etwa 1890-1910, am ehesten von 1895-1905.
Auffällig ist der Blendenring, der es eher an den Anfang dieser Zeit rückt. Im Gegensatz zu allen vergleichbaren Objektiven, die ich kenne, handelt es sich um einen aufgeschobenen, innen glatten Ring, der durch den Blendenmitnehmer (kleines Schräubchen) und durch seine Passung an Ort und Stelle gehalten wird. Ein zweiter Stift auf der Seite gegenüber, der wohl der zusätzlichen Stabilisierung diente, fehlt.

Noch etwas fiel mir auf, der Schriftzug FE. Websuche führt auf "First Energy Ohio", eine 1897 gegründete Gesellschaft im Dunstkreis des frühen Firmenkonsortiums von Edison, also vor Zusammenfassung der Firmen zu General Electric. Diese Firma existiert heute noch.
Das belegt nicht, daß First Energy Ohio der Objektivhersteller (bzw. OEM) ist, belegt jedoch die Verwendung des Namens "First Energy" durch Edison-Gesellschaften und ergibt die Bedeutung von FE als "First Energy".

Es handelt sich also um ein Objektiv, das in ungewöhnlich deutlicher Form die Verflechtung der Entwicklung der elektrischen Energie mit der der Fotografie belegt.

Und jetzt die das, was ein Fotografie-Forum auch noch ausmacht: die Bilder







Grüße, Laufboden

Datei-Anhänge
1063655.JPG 1063655.JPG (80x)

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1063652.JPG 1063652.JPG (73x)

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16.12.16 07:56
Rainer 

Administrator

16.12.16 07:56
Rainer 

Administrator

Re: Edison Universal Aplanat FE gar. achrom

Hallo Laufboden,

kannst Du was zur "Verdrehung" der Blendenreihe von offen nach kleinste Öffnung sagen, eigentlich ist es ja umgekehrt?

Liegt es an der Zahlen, die als 22 und nicht als 1/22 angegeben sind?




Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

16.12.16 16:40
Laufboden 

BZF-Master

16.12.16 16:40
Laufboden 

BZF-Master

Re: Edison Universal Aplanat FE gar. achrom

Hallo Rainer,

historische Blendenreihen sind ein Kapitel an sich - es gab viele. Genauer gesagt: immer mindestens eine mehr als die, die man kennt. Die beste mir bekannte vergleichende Zusammenstellung der Zahlenwerte der wichtigsten - ohne die sie begründenden Ideen dahinter - bietet

photobutmore.de/vintagephoto/objektive/blenden.htmlphotobutmore.de/vintagephoto/objektive/blenden.html

Im Grunde ist die Idee fast immer dieselbe: bei irgendeiner Brennweite und irgendeiner Linsenöffnung wird angefangen. Die wird irgendwie bezeichnet, z.B. mit 1. Danach wird die Öffnung einigemal, in der Regel regelmäßig verändert, und dies reflektiert sich in einer Blendenreihe.
Diese regelmäßige Veränderung geschieht meist um einen Faktor (genauer: Öffnungsdurchmesser mal Faktor) - zumeist ist das entweder 2 oder 1/2. Also 1, 2, 4, 8, 16, 32 bzw. 0.5, 0.25, 0.125, ... mal dem jeweiligen Ausgangswert. Weil das ein wenig sehr auseinanderliegt, wird meist noch ein Faktor dazwischen verwendet, i.d.R. Wurzel aus zwei bzw. Wurzel aus zwei halbe. Und dann geht's um die Beschriftung. Die kann z.B. den Faktor wiedergeben, oder einfach eine fortlaufende Zählung.
Andere sind von bestehenden Öffnungsdurchmessern ausgegangen und haben sich sinnfällige Beschriftungen dazu überlegt, i.d.R. nach relativen geometrischen Verhältnissen. Rodenstock zeigt das bei seinen Apo-Ronaren. Auf der einen Seite wird weiß die internationale Blendenskala angegeben, auf der anderen Seite rot der Öffnungsdurchmesser der Blende in mm - 2 . . 5 . . . . 10 . . . . 20 . 30 . 40 . 50 (bei Apo Ronar 240mm 2 bis 20mm, bei 300mm 2 bis 30mm, bei 360mm 2 bis 40mm, bei 480mm 2 bis 50mm).

Wegen der Wurzel kommen für die Blende allerlei krumme Zahlen heraus ,.
Macht nichts. Fotografen sind Praktiker, man hat die Zahlen aus pragmatischen Gründen zurechtgebogen. Der eine Hersteller hatt das durch Runden getan, der andere durch kleine Änderungen an der Geometrie.
Zudem sind klare Verhältnisse beliebt. So unbequeme Dinge wie Brüche sind unbeliebt. Insbesondere so komische Angaben wie "1:1.414.." tragen aus praktischer Sicht nicht mehr Information als "1.4".
Durchgesetzt haben sich zunächst ein paar Systeme, anscheinend überwiegend deshalb, weil sie bei damals üblichen Brennweiten und Blenden ganz grob vergleichbare Zahlenwerte produziert hatten - bei Ideen, die unterschiedlich bis konträr zueinander waren, sodaß die Skalen eigentlich reziprok zueinander laufen müßten. Die Ideen, die zu den jeweiligen Blendenreihen geführt haben, sind teilweise allgemein bekannt, teilweise müßte man sie noch irgendwo ausgraben können. Macht aber anscheinend niemand. Wozu auch, es gibt ja Umrechnungstabellen ... Klar, Nutzen für die praktische Fotografie hätte das sowieso keinen.
Und irgendwann mußten sich selbst Zeiss und Leitz dem allgemeinen Trend beugen ...
Leitz: Blendenwerte von 1 bis 10. 1 offen, 10 zu.. S' gibt ja eine Anleitung von Leitz, was das jeweils heißt
Leider gibt's nicht nur eine Objektivbrennweite, sondern viele - und all denen sollte man sich auch noch technisch anpassen, also für jede Brennweite andere Durchmesser ... und das legt natürlich weitere kleine Kompromisse nahe. S'kommt ja auch nicht so genau darauf an ...
Doch bald war eine möglichst große Anfangsöffnung ein Verkaufsargument ... wobei die Vergleichbarkeit erst gegeben ist, wenn das Ganze standardisiert ist, und deshalb haben sich ein paar Standards durchgesetzt.

Was die Zahlen auf dem Edison Universal Aplanat bedeuten - keine Ahnung. Sie entsprechen nicht annähernd einer der mir bekannten Skalen. macht aber nichts - man könnte die Blendenwerte genügend genau schätzen - die 22 entspricht ziemlich genau einer 1:8 auf der internationalen Skala .
Jetzt beim Nachmessen sieht so aus, als könnte es mit der optischen Öffnung in mm zu tun haben: die größte Blendenöffnung ist ca. 25mm (Beschriftung "22"), die kleinste ca, 4.5mm (Beschriftung "5"), doch die geometrische Öffnung bei Blendenbeschriftung 8, 12 und 18 ist ziemlich genau 8, 12 und 18mm. Das Verhältnis der optischen Öffnungen unterscheidet sich etwas vom Verhältnis der Durchmesser der Blende, das Wissen und die Daten, um nachzurechnen, fehlen mir. Zweifel ergeben sich dadurch, daß in den USA nicht das metrische System gilt, undenkbar wäre es auch wieder nicht - manch eine Gründung durch jemanden aus Kontinentaleuropa hat intern metrisch gerechnet.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 16.12.16 18:19

16.12.16 17:17
Prakticafan 

BZF-Master

16.12.16 17:17
Prakticafan 

BZF-Master

Re: Edison Universal Aplanat FE gar. achrom

Hallo Laufboden,

könnte es sich denn bei den Blendenwertangaben um irgendein zölliges Maß handeln?

Grüße, Benni

16.12.16 19:07
Laufboden 

BZF-Master

16.12.16 19:07
Laufboden 

BZF-Master

Re: Edison Universal Aplanat FE gar. achrom

Hallo Prakticafan!

Prakticafan:
Hallo Laufboden,

könnte es sich denn bei den Blendenwertangaben um irgendein zölliges Maß handeln?

Grüße, Benni

Ich habe in der Zwischenzeit genauer nachgemessen, es könnte tatsächlich eine Maßangabe sein, eher als die geometrische Öffnung der Blende die optische Öffnung betreffend. Genaueres habe ich in einer Ergänzung am Ende meiner ursprünglichen Mail geschrieben.

Es dürfte sich in diesem Fall allerdings eher um eine Angabe in mm handeln.
Da eine Relativangabe, also ein Verhältnis, keineswegs auszuschließen ist, könnte das Maßsystem natürlich auch irrelevant sein.

Grüße, Laufboden

17.12.16 11:36
Willi 

BZF-Master

17.12.16 11:36
Willi 

BZF-Master

Re: Edison Universal Aplanat FE gar. achrom

Laufboden:
...Rodenstock zeigt das bei seinen Apo-Ronaren. Auf der einen Seite wird weiß die internationale Blendenskala angegeben, auf der anderen Seite rot der Öffnungsdurchmesser der Blende in mm - 2 . . 5 . . . . 10 . . . . 20 . 30 . 40 . 50 (bei Apo Ronar 240mm 2 bis 20mm, bei 300mm 2 bis 30mm, bei 360mm 2 bis 40mm, bei 480mm 2 bis 50mm).
...Die Ideen, die zu den jeweiligen Blendenreihen geführt haben, sind teilweise allgemein bekannt, teilweise müßte man sie noch irgendwo ausgraben können. Macht aber anscheinend niemand. Wozu auch, es gibt ja Umrechnungstabellen ...
Hallo Laufboden, hallo im Forum!

Das mit der Angabe des Durchmessers der wirksamen Öffnung bei Objektiven für Reprokameras hatte pragmatische Gründe. Die internationale Blendenreihe ist ja auf die Brennweite des Objektivs = Einstellung auf Unendlich, gerechnet. Bei den Reprokameras ein praktisch nie genutzter Aufnahmeabstand. Jede Naheinstellung erfordert aber einen Verlängerungsfaktor zur korrekten Belichtung, z.B. bei 1:1 Abbildung = Faktor 4x (die wohl häufigste Abbildungsgröße bei Reprokameras). Bei Angabe der wirksamen Öffnung in Millimetern, durch die die Bildweite (Balgenauszug) in Millimetern dividiert wird, ergibt die tatsächliche Arbeitsblende ohne jeden notwendigen Verlängerungsfaktor.
Beispiel: Apo Ronar 300 mm, Blendendurchmesser 10 mm, Abbildung 1:1 = Bildweite 600 mm, ergibt eine tatsächliche Blende 60. Die Skala mit der Blendenreihe wird dabei einen Wert um 32 anzeigen.


Liebe Grüße
Willi

Zuletzt bearbeitet am 17.12.16 11:41

18.12.16 20:48
Laufboden 

BZF-Master

18.12.16 20:48
Laufboden 

BZF-Master

Re: Edison Universal Aplanat FE gar. achrom

Hallo Willi,

Willi:
Das mit der Angabe des Durchmessers der wirksamen Öffnung bei Objektiven für Reprokameras hatte pragmatische Gründe. Die internationale Blendenreihe ist ja auf die Brennweite des Objektivs = Einstellung auf Unendlich, gerechnet. Bei den Reprokameras ein praktisch nie genutzter Aufnahmeabstand. Jede Naheinstellung erfordert aber einen Verlängerungsfaktor zur korrekten Belichtung, z.B. bei 1:1 Abbildung = Faktor 4x (die wohl häufigste Abbildungsgröße bei Reprokameras). Bei Angabe der wirksamen Öffnung in Millimetern, durch die die Bildweite (Balgenauszug) in Millimetern dividiert wird, ergibt die tatsächliche Arbeitsblende ohne jeden notwendigen Verlängerungsfaktor.
Danke für Deine Erklärung!
Ich habe auch eine Reihe Repro-Objektive, diese Angabe bisher aber nur auf Apo-Ronaren gesehen (natürlich nur auf solchen mit Irisblende) - gibt's einen Grund, daß das die Konkurrenz meist nicht so gemacht hat?
Willi:
Beispiel: Apo Ronar 300 mm, Blendendurchmesser 10 mm, Abbildung 1:1 = Bildweite 600 mm, ergibt eine tatsächliche Blende 60. Die Skala mit der Blendenreihe wird dabei einen Wert um 32 anzeigen.

Kann ich bestätigen
Bei Blende 32 lese ich 9.1mm ab.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 18.12.16 20:49

19.12.16 08:22
Willi 

BZF-Master

19.12.16 08:22
Willi 

BZF-Master

Re: Edison Universal Aplanat FE gar. achrom

Laufboden:
Ich habe auch eine Reihe Repro-Objektive, diese Angabe bisher aber nur auf Apo-Ronaren gesehen (natürlich nur auf solchen mit Irisblende) - gibt's einen Grund, daß das die Konkurrenz meist nicht so gemacht hat?
Hallo Laufboden, hallo im Forum!

Die Blende bei Reprokameras dient ja nicht zur Gewinnung von Schärfentiefe wie in der gegenständlichen Fotografie sondern zur Steuerung der Rasterpunktgröße bei Halbtonvorlagen mit dem in der Reprokamera eingebauten Glasraster. Üblicherweise werdend dazu Steckblenden mit runden, quadratischen oder schlitzförmigen Blenden verwendet. Warum Rodenstock die praktische Millimeterangabe verwendet hat konnte ich nirgends finden.

Liebe Grüße
Willi

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