es soll die Hüttig Lloyd Rollfilm- 8x10,5/Plattenkamera 9x12 Ausführung (1905-1909) vorgestellt werden.
1. Korpus und Grundkonstruktion • Hochformat Holzkorpus • Mit schwarzem Leder bezogen • Der Laufboden aus Aluminium, Rückseite mit Leder bezogen • interne Hüttig Kameranummer A 10473, die in die Serienfertigung der Jahre 1903–1904 fällt. • Teilauszug zur Fokussierung • Tragriemen mit Lloyd-Prägung • Beschläge vernickelt
2. Standarte und Objektivträger • vernickelte Messingstandarte der frühen Hüttig Standartenfamilie, wie sie bei den Modellen Lloyd und Nelson verwendet wurde. • schmale, leicht konvexe Standartenform • präzise Höhenverstellung • selbsttragende Konstruktion ohne zusätzliche Stützstreben • mechanische Seitenverstellung • Objektivträger aus Aluminium
4. Optik und Verschluss • Montiert ist das werkseitige Hüttig Eigenobjektiv? • Hüttig A.-G. Dresden Doppel Anastigmat Lloyd 1:6,8 F=135 mm • geeignet für Platte und Rollfilm, Entfernungsskala für Platte und Film • Verschluss ist ein Compound von Friedrich Deckel • Seriennummer 119021.
3. Rückwand und Filmtechnik • Platte/Rollfilm Kombirückwand mit der Nummer 95360. • nur ein Rotfenster (frühe Ausführung 1902-1904) • Rollfilmkammer für 8×10,5 cm • Plattenbetrieb für 9x12 Planfilmkassetten (auf dem Foto Einschub einer Planfilmkassette
5. Fertigungstechnische Einordnung Die Kombination aus: • Hochformat Korpus • vernickelter Messingstandarte, keine Stützstangen • Aluminium Objektivträger • frühem Compound Verschluss • Platte/Rollfilm Kombirückwand mit nur einem Rotfenster • originalem Hüttig Eigenobjektiv • Lloyd Prägung im Trageriemen Bei dieser Kamera könnte es sich um eine frühe Hüttig Lloyd handeln, hergestellt ca. 1903–1904. Ich bitte um Hilfe bei der zeitlichen Zuordnung
In dem Objektiv-Katalog von Kadlubek ist kein Hüttig A.-G. Dresden Doppel Anastigmat Lloyd 1:6,8 F=135 mm aufgeführt. Vielleicht habt ihr Katalogauszüge mit dieser Hüttig Lloyd.
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eine schöne Kamera. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es wirklich ein so frühes Modell ist, denn die einteilige u-förmige Standarte ist ja schon moderner gegenüber der Form mit den senkrechten Stangen. Zur Datierung könnte auch der Compound herangezogen werden, dessen schönes 'Ziffernblatt-Design' es m.W. noch um 1908 gab, die allerersten Compounds (ab 1905) ähnelten dem Koilos; da gibt es irgendwo von Sascha eine Übersicht.
Zur Seriennummer: Ist <119021> die Seriennummer des Gehäuses? Das wäre dann in der Tat ein Indiz für ein frühes Baujahr. Frühe Lloyd-Übergangsmodelle um 1909 hatten Seriennummern im Bereich 733xx, allerdings habe ich eine Lloyd (530??) mit einer Nummer 260xx, die schon als Ica gekennzeichnet ist, aber die alte Standarte aufweist:
Diese frühen Lloyds unterscheiden sich recht stark voneinander. Anbei noch die Abbildung einer Hüttig Lloyd aus dem Tauber-Katalog von 1908, wiederum mit 'Ziffernblatt-Compur', aber der alten Standartenform.
Um 1908 sind aber Hüttig-Modelle mit alter und neuer (einteiliger) Standarte im Angebot, wie ich gerade in einem italienischen Katalog gesehen habe.
die Hüttig Nelson kommt mit fast der gleichen Standarte daher und wird dem Jahr 1907/08 zugeordnet. Bei https://collectiblend.com/Cameras/Huttig/Lloyd.html ist genau diese Kamera abgebildet und auf 1905 - 1908 datiert, also vor ICA. Diese Datierung werde ich in meine Beschreibung übernehmen.
Hat Hüttig tatsächlich eigene Objektive hergestellt?
irifue:die Hüttig Nelson kommt mit fast der gleichen Standarte daher und wird dem Jahr 1907/08 zugeordnet.
Ja, das passt zu meinen Beobachtungen in Händlerkatalogen. Die höherwertigen Modelle (Nelson, Ideal...) haben um 1908 schon die U-Standarte; bei dieser Lloyd markiert der hochwertige Compound diesen Anspruch.
irifue:Hat Hüttig tatsächlich eigene Objektive hergestellt?
Ich bin mir nicht sicher. Meistens wurden wohl Goerz-Objektive verbaut, ich habe aber auch ein mit Hüttig bezeichnetes "Helios", wie es später auch im Ica-Programm war. Die mit Ica bezeichneten Objektive wurden m.W. von der Optischen Anstalt Saalfeld bezogen und umgelabelt; nicht ausgeschlossen, dass das schon bei Hüttig so war. Ich habe auch schon als Hüttar bezeichnete Objektive gesehen. Bei diesen Objektiven dürfte es sich um die preiswerteren Linsen handeln, die besseren kamen von Goerz bzw. – seit 1909 bei Ica – natürlich von Zeiss.
schon eigenartig, dass Objektiv mit Hüttig A.-G. Dresden Doppel Anastigmat Lloyd bezeichnet wird. Vielleicht wurden Objektive von Hüttig gekauft und umgelabelt.
Hallo Axel, danke für den Tipp. Allerdings fand schon 1909 die Fusion zu I.C.A. statt, so dass die Kamera wohl Anfang 1909 gefertigt wurde, da sie noch unter Hüttig verkauft wurde. Ich werde dann das Datum auf 1909 erweitern.
Die Hüttig-Kameras sind sehr schöne Kameras, besonders an den Rollfilm/Platten-Variationen hängt mein (Herz)Handblut . Wenn ich diese Kameras aus der Vitrine zum Säubern oder Nachschauen heraushole und unkonzentriert bin, bohrt sich die Spitze des Aufstellers in meine Handfläche und es blutet.
die Objektivnummer von Hüttig Lloyd entspricht ungefähr 1908/09. Die Kameragehäusenummer erscheint mir jedoch seltsam. Ist da nicht auch ein „A“ dabei? Da die fünfstelligen Seriennummern von Hüttig ohne Buchstaben aber recht unlogisch sind, kann ich die Nummer 10473 nicht ausschließen.
fast unter der Laufschiene versteckt, habe ich vor der Nummer ein A entdeckt, sie lautet also A 10473. Ich werde es korrigieren. Danke für deinen Hinweis.
das ist die Nummer vom Laufboden. Die eigentliche Seriennummer befindet sich an der Innenseite der Rückwand und auch in dem Fach, in das die Vorderseite der Filmspule eingesetzt wird.