im Moment rätsel ich an einer Kamera Querformat 9x12 vom Orionwerk herum. Sie war eigentlich nur Beifang. Deshalb habe ich keine Ahnung von dieser Kamera. Das ist jetzt der dritte Beifang der Orionwerke. 1. Rio 8? und 2. die Orionbox Zio, sie waren jedes Mal Teil eines Konvolut.
Bei Kadlubeks gibt es die querformatige 9x12 Plattenkamera als Orion 9x12 mit Radialhebel zur Fokussierung und als Rio 44C keine Angabe zum Fokussierhebel. Beide haben ein anderes Objektiv und einen anderen Verschluss. Der Verschluss funktioniert reibungslos, die Linsen sind klar. Die Kamera war extrem schmutzig, so als hätte sie im Kohlenkeller gelegen, mit Spinnweben. Der Balgen sieht sehr gut aus und ist dicht. Mattscheibe und Lichtschacht sind in Ordnung.
Gibt es Kataloge vom Orionwerk? Für Hilfe wäre ich sehr dankbar, damit ich diese Kamera vorstellen kann.
Hier die Puzzleteile:
Vielleicht hat jemand eine Idee.
Beste Grüße
Ingrid
Admin: Die weiteren Beiträge des Threads zeigen den Weg der Bestimmung des Herstellers und Modellnamen auf.
Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln, die über begründete Bildzitate hinaus gehen.
Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken / Gebäuden / Museen, Ausstellungen, Theatern, usw.
Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen deutlich als Zitat erkennbar mit genauer Quellenangabe.
Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuord-bar sind, ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO). Ebenso keine erkennbaren KFZ-Kennzeichen oder Fragmente davon! !
Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.
Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffszahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt!
vielen Dank für den Katalogausschnitt. Jetzt hat die Sucherei ein Ende. Meine Rio 44c hat einen IBSOR Verschluss D.R.P. kleingedruckt 55078 -->deutet auf 1891 hin, stammt aber eigentlich aus dem Jahr 1908, die Linse eine Meyer Görlitz Anastigmat Trioplan 385700 --> 1930: alter Verschluss 1-125, T u. B mit neuere Linse. Wurden bei der Kamera Reste verwertet?
Ich warte immer noch auf Erleuchtung mit dem Victor-Verschluss. Spannen und Auslösen funktioniert, nur die Verbindung zu den Lamellen steht nicht.
wie du auch, vermute ich, dass sowohl Linse als auch der Verschluss nicht der originale Besatz sind. Ich werde die Kamera in den nächsten Tages ausführlich vorstellen und noch mehr Bilder liefern. Soweit ich feststellen konnte, wurde der IBSOR ab 1912 -1925 verbaut. Damit würde dieser Verschluss gut zu der Kamera aus dem Jahr 1921 passen, ebenso der Anastigmat Trioplan ab 1916 bis weit über die 1920er Jahre hinaus. Dann wäre die Verjüngung nur durch das Einsetzen einer neueren Linse gleichen Typs erfolgt.
Hier wird der IBSO mit Baujahr 1908 angegeben Der IBSOR ird auch mit 1908 angegeben
Noch etwas in eigener Sache, sollten Buchstaben im Text fehlen (auf der linken Seite der Tastatur) dann ist das meiner Krankheit geschuldet und beim Korrekturlesen übersehen worden.
vielen Dank für die Infos. Deine Textbeiträge sind sehr alle sehr gut. Rechtschreibefehler - die nicht vorhanden sind - sollte man tolerieren, wichtig ist der Inhalt der Texte. Es ist sehr wichtig für uns alle im Forum, dass du dein enormes Wissen und deine Erfahrungen mit uns teilst.
bei Prochnow (Voigtländer-Report Bd. 3, S. 24-656) wird es anders dargestellt: Demnach wurde der Ibso (mit Luftbremse) seit 1908 hergestellt. Erst 1913 durftte Gauthier das Deckel-Patent für das Räderhemmwerk, das mittlerweile im Besitz des Mitgesellschafters Zeiss war, nutzen, der betreffende Verschluss Ibsor kam aber erst 1926 auf den Markt. Der Ibsor baut technisch auf dem Ibso auf, das R am Ende soll für Räderhemmwerk stehen. Eine andere Quelle dafür habe ich momentan nicht, die Darstellung scheint mir aber plausibel, weil alle Ibsor-Verschlüsse das vergleichsweise 'moderne' Design zeigen und ich keinen Ibsor mit Luftbremse kenne. 1908 war das aber der Standard.
Beste Grüße Jan
irifue:Hallo Wolfgang,
vielen Dank für die Infos. Deine Textbeiträge sind sehr alle sehr gut. Rechtschreibefehler - die nicht vorhanden sind - sollte man tolerieren, wichtig ist der Inhalt der Texte. Es ist sehr wichtig für uns alle im Forum, dass du dein enormes Wissen und deine Erfahrungen mit uns teilst.
das Rätsel ist gelöst und ich kann die Rio 44c, eine 9x12 Plattenkamera vom Orionwerk vorstellen.
Die Kamera stammt aus der Übergangszeit Bülter & Stammer → Orionwerk AG (ca. 1921–1923) und zeigt die hochwertige, technisch ambitionierte Bauweise dieser frühen Jahre.
Technische Daten • Hersteller: Orionwerk AG, Hannover • Baujahr: ca. 1921–1923 • Seriennummer: 188657, Buchstabe D am unteren, inneren Rand des Gehäuses • Format: 9×12 cm • Gehäuse: Holzgehäuse mit Leder bezogen • Objektiv: Meyer Görlitz Trioplan 13,5 cm f/6,3 • Verschluss: AGC Ibsor D.R.P., Zeitenbereich zeittypisch
• Fokussierung: seltener Radialhebel Mechanismus mit gekrümmter Distanzskala, großer Brillantsucher, Mattscheibe • Laufboden: Querformat aus Aluminium, Rückseite beledert, einfacher Auszug
• Standarte: U-Form aus Magnalium gegossen und schwarz lackiert Höhentrieb mittels Rändelschraube, seitlich händisch verstellbar • Objektivbrett: schwarz lackiert aus Aluminium
Gründung der Orionwerk AG (1921) Bereits1920 wurde Bülter&Stammer vom späteren Orionwerk übernommen. Die Orionwerk, Aktiengesellschaft für photographische Industrie, wurde am 8. September 1921 gegründet und am 1. Oktober 1921 ins Handelsregister eingetragen. Tatsächlich arbeitete die AG bereits seit 1. Januar 1921 auf Rechnung der neuen Gesellschaft.
Produktionshöhepunkt (1921–1929) Nach der Inflation 1923 wurde das Unternehmen modernisiert: • Rationalisierung • Normung • Ausbau der Modellpalette
Bis 1929 produzierte Orionwerk über 25 verschiedene Kameratypen, darunter: • Rollfilmkameras • Plattenkameras • Tropenmodelle • Klappreflexkameras • die komplette Rio Serie • Die Rio Serie war das wichtigste Produktsegment und wurde fortlaufend nummeriert. Die Modelle waren überwiegend 9×12 Plattenkameras, meist im Hochformat, einige wenige im Querformat
Im Emtus Nachschlagewerk wird der Ibso Verschluss 1908 zugeordnet und der IBSOR mit Räderhemmwerk auf 1926.
Es kann also durchaus sein, dass die Kamera selbst in den Jahren 1921 -1923 gefertigt wurde, aber zu einem späteren Zeitpunkt mit dem neuen Verschluss (1926) und einer neueren Linse (1930)ausgestattet wurde.
Sie sieht noch sehr gut aus, der Verschluss funktioniert, der Balgen ist vollkommen dicht.