25.11.17 11:56
Rainer  Administrator

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Probleme und Tipps mit alten Filmprojektoren
Hallo zusammen,
wer nicht mehr mit Heimfilmprojektoren aufgewachsen ist, kann leicht Fehhler im Umgang mit diesen Geräten machen. In vielen Familien gibt es noch Filme von den Eltern oder Großeltern, die irgenwo heraumliegen.
Man kann diese Filme durchaus noch heute vorführen. Was man braucht, ist ein Filmprojektor oder einen Betrachter (zumeist mit Handkurbel), vielleicht einen Digital-Scanner, usw.
Filme sind empfindlich, reissen schnell. Lagen sie irgendwo in einem Schrank, können die zu trocken sein und verspröden. Auf die Behandlung und Konservierung wird an anderer Stelle noch eingegangen.
Gerissene Filme nicht einfach mit Tesafilm zusammenfummeln. Dafür gibt es Klebepressen (naß oder trocken). Richtiges Klebematerial ist noch zu beschaffen. Daruf wird noch an anderer Stelle eingegangen.
Projektoren haben HEISSE Starklichtquellen. In diesem Unterforum gibt es einen Beitrag zu diesem Thema (Bildverschmorung).
Wer heute einen gebrauchten Projektor kauft, sollte unbedingt darauf achten, dass das Hitzefilter im Lichtstrahlengang (wenn der Projektor eines hat) vorhanden ist. Es gab nämlich Menschen, die dieses Filter entfernten, um "mehr Licht" zu haben...
Ersatzlampen für Projektoren gibt es kaum noch. Wer einen gebrauchten Projektor kauft, muss auf eine vorhandene funktionierende Lampe achten!!! Diese Birnen niemals mit den Fingern direkt anfassen, Glasbruch droht.
Es gibt Versuche, statt dieser Heisslichtbirnen moderne LED-Dioden (auch als Bündel) einzubauen. Es gibt dabei durchaus Erfolge, wenn man sich bemüht, diese Dioden zur flächigen Ausleuchtung des Filmfensters zu bekommen.
Weiter haben viele Projektoren Antriebsriemen aus Gummi oder Spiraldraht oder als Getrieberäder oder Zahnriemen. Es ist nur bedingt sinnvoll, einen Projektor zu erwerben, wo diese Komponenten fehlen. Der Projektor muß laufen, einschließlich Rücklauf und Lichtabgabe. Viele Riemen haben sich über die Jahrzehnte aufgelöst oder zerbröselt oder haben einen schmierigen Film gebildet. Ersatzriemen zu beschaffen ist sehr problematisch.
Projektorantriebe, Mechaniken sind oft geölt oder gefettet. Hier sollte vor der ersten Filmabspielung genau geprüft werden, ob alles glatt läuft. Aber: Niemals Riemen fetten oder ölen! Vorsicht beim Reinigen von Riemen mit Alkohol!
Läuft schließlich ein Film ordnungsgemäß im Projektor, ist darauf zu achten, dass das Filmbild "ruhig steht" und auch ohne Teil-Ober/Unterbild zu sehen ist. Man kann hier immer an einem Rädchen die genaue Filmlage justieren. Aufpassen, läuft das Bild sehr falsch, kann der Greifer die Zahnung zerstören.
Unbedingt ist die richtige Umschlingung (mit Schlaufenlage) des Films an den Räderführungen achten. Nur wenn Schlaufen richtigen Umfang haben, läuft die Projektion stabil und ruhig.
Bleibt der Film stehen, SOFORT Licht wegschalten!
Nach dem Abspielen, sollte der Projektor einige Zeit (Minuten) ohne Licht zum Abkühlen weiterlaufen.
Filme immer sofort wieder auf die Quell-Spule zurückspulen.
Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Aus Negativ wurde Positiv. Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts. Fotoapparate sind Zeitmaschinen, sie können die Vergangenheit erhalten. Ein Leben ohne Facebook ist möglich, aber (und) sinnvoll.
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