bei speziell den Projektoren würde ich die Ersatzteilsituation im Allgemeinen nennen wollen. Krassestes Beispiel ist der BAUER P5 aus der 2. Bauserie mit dem Zahnriemenantrieb. Ersatzzahnriemen sind fast nicht mehr zu bekommen und wenn zu horrenden Preisen. Da ist ein gut erhaltener Siemens 2000 wesentlich günstiger. Persönlich habe ich gerade einen "Panorama 1016-S" Super 8 Projektor (unter diesem Namen vom OTTO-Versand vetrieben, als "Porst Synchrolux 800" auch im Handel) auf dem Tisch der drei Antriebsarten in sich vereinigt: die Gummireibscheiben (ähnliches Prinzip wie bei vielen EUMIG-Projektoren) haben sich in eine undefinierbare klebrige Masse verwandelt, der ebenfalls verwendete Zahnriemen liegt in viele Teile zerfallen im Gehäuse und die zahlreich verbauten Antriebsriemen lassen mittlerweile die nötige Spannung vermissen. Ersatzteillage, nach derzeitiger Recherche: 0 (in Worten Null).
Wer nun im Keller oder, wie ich zufällig gestern von Bekannten die z. Zt. in SPO im Urlaub sind erfahren habe, auf dem Dachboden der verstorbenen Eltern noch eine Schmalfilmausrüstung nebst einiger Filmrollen vorfindet, die dort mindestens 35 Jahre im Dornröschenschlaf verbracht haben, wird vielleicht einmal versuchen die alte Technik zu reaktivieren. Fraglich aber ob, falls kein Erfolg erzielt werden kann, man die Anschaffung eines Ersatzgerätes gleichen Alters und unklarer Funktionalität in Ewägung zieht um längst verblasste Erinnerungen aufzufrischen.
Ein weiterer Punkt sind die Kameras selber. Wir beide wissen, dass Kameras mit Federwerk im Laufe der Jahrzehnte an Federspannung verloren haben. Einige Super 8 Kamera benötigen für die Belichtungssteuerung Zusatzbatterien aus dem heute verbotenen Quecksilber. Dann sind da noch die hohen Kosten für das Filmmaterial (im Gegensatz zu einer Speicherkarte, die neben einer hohen Speicherkapazität auch die Möglichkeit des Wiederbeschreibens bietet) und Entwicklungskosten.
Da sind Fotokameras einfacher einzusetzen. Filmentwicklung bieten jeder Drogeriemarkt und viele Verbrauchermärkte an. Das Entwickeln im "Heimlabor" ist auch kein Hexenwerk. Sicherlich auch ein Grund, warum die analoge Fotographie in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen hat und die Preise für gewisse Kameramodelle stark angezogen haben.
-------------------------------------------------- Mit besten Grüßen aus dem "echten Norden" Andreas
Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln, die über begründete Bildzitate hinaus gehen.
Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken / Gebäuden / Museen, Ausstellungen, Theatern, usw.
Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen deutlich als Zitat erkennbar mit genauer Quellenangabe.
Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuord-bar sind, ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO). Ebenso keine erkennbaren KFZ-Kennzeichen oder Fragmente davon! !
Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.
Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffszahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt!
Es gibt sie noch die Filmbegeisterten, viele sicher nur für die alte Technik, damit meine ich Technik vor 1945/50. Die neueren Projektoren und Kameras, z.B. viele Super8 Geräte, leiden vielfach unter dem Einsatz ungeeigneter Materialien, das gilt z.T. auch für die modernen Fotoapparate. Plastikgehäuse aus denen der Weichmacher austritt, Kunststoffräder die Spannungsrisse aufweisen und vieles mehr. Ich will damit nicht alles schlecht machen, es gibt genügend Ausnahmen.
Ich freue mich immer über die solide Mechanik der Kameras, die noch nach vielen Jahrzehnten funktioniert wie am ersten Tag, Probleme mit Aufzugsfedern traten bei einigen Firmen erst später auf. Die Amateurfilmerei ist noch nicht so alt, sie begann erst richtig Mitte der 1920er Jahre mit der Einführung des Sicherheitsfilms. Das Sammelgebiet ist recht übersichtlich und wenn man will, kann man kann sich auf ein Format oder auf die Erzeugnisse einer Firma beschränken.
Ich persönlich habe wenig gefilmt, hatte aber beruflich damit zu tun. Das Filmen war immer ein Nischenprodukt, die Kosten und der Aufwand bei der Nacharbeit haben viele abgeschreckt. Das ´Lebende Bild´ fasziniert auch nicht mehr jeden, es ist im Zeitalter des Fernsehens selbstverständlich geworden, und das Filmen? Es werden nur noch kurze, mit dem Handy aufgenommene Sequenzen auf WhatsApp oder Tiktok hochgeladen. Die Zukunft? Speicherkarten wird es nicht mehr geben, alles wird in eine ´Wolke´ geladen und auf einen anonymen Server automatisch bearbeitet werden.
Mit den alten Projektoren ist es so eine Sache, eine Sammlung benötigt sehr viel Platz und bei einigen wird die Elektrik nicht mehr in Ordnung sein. Die alten Projektoren waren fast alle Allstromgeräte, da die Spannungsversorgung nicht wie heute einheitlich war, ein Schutzleiteranschluss war noch nicht üblich. Zum Glück wurde früher in Heimgeräten vielfach Glimmer zum Hitzeschutz verbaut, erst später verwendete man aus Kostengründen Asbest.
Es gibt inzwischen einige Firmen die überarbeite Filmkameras und Projektoren anbieten. Und es gibt sie noch, die Filmer, wie man in einigen Foren im Internet sehen kann, es ist auch noch Filmmaterial erhältlich.
ich stellte mir die Frage, können die "versprengten" Sammelnden von Cinematographica eigentlich relativ leicht WEB-Sites zum Sammelthema finden.
Die Antwort die gooooogle-Maschine zeigt beim Suchwort "Schmalfilmkameras": Immerhin schon auf Seite zwei das Blende-und-Zeit-Forum.
Nutzt man den KI-Teil von gooooogle mit dem Fragesatz "Gibt es ein Forum für Sammler von Schmalfilmkameras?", kommt als erste Antwort: Blende-und-Zeit-Forum
Wer will kann also in diesem Zusammenhang das BZF finden. Schaut man sich die Zugriffszahlen im Forum auf die Threads zum Thema an, erkennt man durchaus die Kenntnisnahme.
Allerdings scheint es nur wenige Seitenbesuchende zu geben, die sich trauen aus dem Status "Besucher" in den Status "Geräte-Vorsteller oder Nutzer" zu wechseln.
Deshalb auch hier an dieser Stelle die Aufmunterung: Bitte sich im Forum kostenlos zu registrieren und es mal wagen ein Exponat aus der Welt der Cinematographica vorzustellen oder einen sonstigen Beitrag zu schreiben, tut gar nicht weh
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Rainer:Auch mit ein wesentlicher Grund für die heutige geringe Resonanz vielleicht auch das Problem der fehlenden Ersatzbirnen für die Projektoren ...
Ich denke, man sollte hier unterscheiden zwischen Sammeln und Benutzen (und dabei noch mal zwischen Projektoren und Kameras). Deine ursprüngliche Frage bezog sich ja auf das Sammeln. Vielleicht (nur meine Vermutung) sind Filmkameras ja optisch nicht so ansprechend wie die meisten älteren Fotokameras, insbesondere, wenn "Dekoration" ein wesentlicher Anreiz für das Sammeln ist. Wenn man das auf die zugehörigen Projektoren ausweitet, dann sind die in vielen Fällen auch nicht geeignet als "Dekoration", weil es sich meist um große, schwere, quaderförmige Boxen handelt, die oft nicht besonders schön aussehen. Was das Benutzen angeht, dann sind Ersatzbirnen für die Projektoren sicher ein Problem (plus der Aufwand, den Projektor aufzubauen, inklusive Leinwand und Abdunklung) für die häufige Verwendung. Bei den Filmkameras stattdessen die Verfügbarkeit geeigneter 8mm- oder 16mm-Filme, deren Preis sowie der Preis für die Entwicklung.
In der Tat habe ich Filmkameras und Projektoren gesammelt, bevor ich mit dem Sammeln von Fotokameras angefangen habe. Allerdings nur die Vorkriegsmodelle von Agfa, nichts von anderen Herstellern und nichts aus der Nachkriegszeit.
Aber auch dieses beschränkte Sammelgebiet finde ich schon recht schwer zu präsentieren, insbesondere weil die (Vollmetall-)Projektoren schon extrem schwer sind. Sehr selten verwende ich die Projektoren auch mal, da sich über die Jahre doch einiges an (fremden) 8/16mm-Filmen angesammelt hat. Dabei bin ich aber immer extrem vorsichtig, weil die Elektrik für heutige Verhältnisse schon als lebensgefährlich angesehen werden kann (Metallgehäuse und -knöpfe ohne Schutzleiter und mit brüchiger Verkabelung). Da muß man manchmal schon aufpassen, wie rum man den Netzstecker einsteckt 😨.
ja stimmt: Sammeln vs Betreiben oder beides. Bei mir ist es jetzt auch nur noch sammeln. Einen Teil meiner Schmalfilme habe ich schon vor mehr als 15 Jahren mit dem Bauer T40 und einen analogen Videokamera "umkopiert". Qualität na ja ...
Schließlich von Video auf Digital MP4. Hatte schon mal überlegt, den Schmalfim-Einzelbild-Scanner Somikon von Pearl zu erwerben, der will aber über die Jahrzehnte nicht billiger werden .
p.s. Deine Vitrine sieht doch gut aus!
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Ja, finde ich auch, Rainer 😀. Liegt aber meines Erachtens auch daran, daß ich mich auf ein sehr kleines Vorkriegs-Sammelgebiet beschränkt habe und die Schwarz/Chrom-Optik und die sichtbare Technik eine gewisse Ästhetik haben. Mit den "Plastik"-Projektoren und -Filmkameras der 70er und 80er Jahre würde ich mir eine solche Vitrine nicht hinstellen, obwohl diese unbestreitbar die bessere Technik haben. Das Sammelgebiet habe ich auch schon seit einigen Jahren abgeschlossen (obwohl mir noch 1-2 Projektoren fehlen). Fotokameras sammeln und benutzen hat da doch einen größeren Reiz.
Bezüglich Digitalisierung der 8/16mm-Filme habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Sind auch keine Filme aus Familienbesitz sondern nur welche "fremder" Leute, die über Konvolute zu mir gekommen sind. Aber Respekt, die Amateurfilmer haben sich damals schon Mühe gegeben, mit Zwischentiteln and allem.
aus meiner eigenen Erfahrung im Bereich Kameramuseum kann (allerdings) nur von wenigen Begegnungen im Schmalfilmbereich berichten.
Obwohl das Museum mit recht vielen Modellen von Arri bis runter zu Revue doch einiges ausgestellt ist war die Reaktion der Zuschauer meist recht verhalten gewesen.
Den bei den Fotoapparaten oft gehörte Satz - So einen hatte mein Vater/Großvater auch - habe ich Bereich Film nie gehört.
Wir das heist mein Vater und ich hatten auch 8mm Kameras. Ich eine doppel 8 und mein Vater eine normale Super 8 von Bauer. Wir haben es nur recht kurz genacht da das ganze doch recht teuer und Zeitintensiv war. Heute ist es um so schwerer da man nur bedingt Filmaterial bekommt und kaum Labore hat die entwickeln. Die Filmkameras sind sicher ein schönes stück Technik aber haben möchte ich keine mehr. Bei meinen Fotoapperaten egal mit welchem Format kann ich die aus dem Regal nehmen und nutzen. Preislich hält sich das auch in einem vertretbaren Rahmen was beim Filmen nicht mehr so ist. Das sterben ging ja mit den Kameras los die normales Bandmaterial nutzen und damit auch eine vielfach längere Laufzeit hatten. Mit der dann aufkommenden digitalen Aufzeichnung war alles besiegelt und die Kameras gab es dann zun Schrottwert. Filme fangen heute bei 40€ an mit einer Laufzeit von drei Minuten. Was das kostet nur um die Kamera mal auszuprobieren kann man sich ausrechnen. Ob man sich die in's Regal stellt nur weil sie mal schön waren muß jeder selbst wissen
ja es ist schon wichtig, aus welchem Grund man Photographica und Cinematographica sammelt. Bei mir ist es so, daß ich auch gern die Geräte um mich habe, auch wenn sie (fast) nicht mehr betrieben werden können, weil z.B. Filme, Riemen, Birnen, usw nicht mehr beschaffbar sind. Diese Objekte brauchen bei mir nicht mehr "Dienst tun" .
Es reicht mir wenn sie da sind.
Beste Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
ja stimmt: Sammeln vs Betreiben oder beides. Bei mir ist es jetzt auch nur noch sammeln. Einen Teil meiner Schmalfilme habe ich schon vor mehr als 15 Jahren mit dem Bauer T40 und einen analogen Videokamera "umkopiert". Qualität na ja ...
Schließlich von Video auf Digital MP4. Hatte schon mal überlegt, den Schmalfim-Einzelbild-Scanner Somikon von Pearl zu erwerben, der will aber über die Jahrzehnte nicht billiger werden .
Moin Rainer,
das Schöne am Film ist doch die Projektion. Auch wenn die Vorbereitung (Leinwand aufbauen, evtl. auch den Projektionstisch herrichten, Projektor vorbereiten, usw.) Zeit und vielleicht auch Mühe in Anspruch nimmt, ist es das Heimkinoerlebnis, meine bescheidene Meinung, durchaus wert. Natürlich ist eine Videokassette (soweit noch vorhanden) oder eine DVD/BD schneller in das entsprechende Gerät gestopft. Aber irgendwie entsteht nicht die gleiche Atmosphäre. Sie ist sozusagen klinisch rein!
Wenn die Umbauten hier endlich irgendwann mal abgeschlossen sein sollten habe ich vor mir im Keller eine Dunkelkammer einzurichten. Dann ist auch geplant SW Super 8 Filme zu entwickeln.
Eine gute Anlaufstelle für Kameras und Projektoren ist das Filmvorführerforum.
-------------------------------------------------- Mit besten Grüßen aus dem "echten Norden" Andreas