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[iIa] Franke & Heidecke Rolleiflex Standard neu
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22.06.22 11:25
Jan_S 

BZF-Meister

22.06.22 11:25
Jan_S 

BZF-Meister

[ iIa ] Franke & Heidecke Rolleiflex Standard neu

Hallo in die Runde,

heute möchte ich eine etwas ungewöhnliche Rolleiflex vorstellen, das Modell Standard neu, das im Zeitraum 05/1939 bis 06/1941 angeboten wurde. Es handelt sich um eine vereinfachte Version der Rolleiflex: Die Verstellung von Blende und Zeit erfolgt über seitliche Hebel (wie bei der Rolleicord), die 'automatische' Erkennung des Filmanfangs durch das Tastwerk wurde eingespart (der Film musste mittels Rotfenster auf Bild 1 gestellt werden), und das Sucherobjektiv erhielt nur die Lichtstärke 3,1. Außerdem fehlte der Selbstauslöser. Ausgestattet war die Kamera normalerweise mit einem Tessar 3,5/7,5 in Compur-Rapid, und sie hat auch die berühmte Kurbel und den gleichen Lichtschacht wie die zeitgenösssische Rolleiflex Automat.



Dieses Sparmodell war mit einem Verkaufspreis von 205 RM preislich zwischen Rolleiflex und Rolleicord angesiedelt: Die Rolleiflex Automat kostete 1939 240 RM, die Rolleicord 128 RM. Gebaut wurde die Kamera in einer Stückzahl von nur 8.340 Stück (alle Angaben nach Prochnow, Rollei-Report 1; dort hat die Kamera die Register-Nr. PR 073).

Oben habe ich geschrieben, dass normalerweise ein Tessar 3,5 verbaut war. Das hier vorgestelle Exemplar besitzt aber ein Tessar 4,5/7,5, das gemäß Seriennummer im Jahr 1930 hergestellt wurde. Tessare mit Lichtstärke 4,5 gab es nur im ersten Modell der Rolleiflex. Als ich die Kamera vor ein paar Jahren kaufte, dachte ich zunächst, dass das Objektiv vielleicht im Rahmen einer Reparatur ausgetauscht wurde. Nun habe ich in den letzten Jahren bei ebay aber zwei weitere Exemplare mit Tessar 4,5 gesehen. Außerdem passt die siebenstellige Seriennummer der Kamera nicht in den bei Prochnow angegebenen Nummernkreis. Es drängt sich eine andere Erklärung auf: Dieses und die anderen Exemplare könnten aus früher Nachkriegsproduktion stammen, wobei Restbestände verwertet wurden. Prochnow bemerkt in Band 2, S. 16–343: "Nach dem Kriegsende erfolgte die Wiederaufnahme der Fertigung […] unter schwierigen Bedingungen. Die Möglichkeiten zum regulären Bezug von Werkstoffen und Zubehörteilen bestanden so gut wie gar nicht. Was sich noch an Teilen und Materialien im eigenen Lager befand, wurde verarbeitet."

Das scheint mir eine plausible Erklärung. Insofern spiegelt das ungewöhnliche Exemplar nicht nur Technik-, sondern auch Wirtschaftsgeschichte wider.


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Beste Grüße
Jan

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Mime-Type: image/jpeg, 455 kB


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