nach langem Überlegen wo ich denn nun mit der Vorstellung meiner Prakticas eigentlich wirklich anfangen möchte bin ich dazu gekommen am bitteren Ende zu starten.
Für mich persönlich endet die Geschichte der Praktica im Jahre 1990 mit der Liquidation des VEB Pentacon. Alles was dann unter Schneider und Nachfolgern noch gefertigt wurde war ja nichts erheblich Neues mehr.
Die letzte richtige Praktica-Generation war somit die BX-Reihe. Die letzte in „nennenswerten„ Stückzahlen gefertigte Praktica war die BX 10 DX von der immerhin noch circa 488 Exemplare entstanden. Danach kam nur noch die BX 21 DX und die BX 20 S wovon aber jeweils nur ein paar Handvoll gefertigt wurden. Mit der BX 10 wurde erstmals in einer Praktica die Einrichtung zur DX-Erkennung von Filmpatronen eingebaut. Prinzipiell war die BX 10 die vereinfachte Version der BX 20, der unterschied hierzu lag hauptsächlich darin dass die manuellen Zeiten wegfielen und die TTL-Blitzsteuerung. Äußerlich sind nur geringe Unterschiede zu erkennen, wie zum Beispiel die Gestaltung des Bereichs unter der Rückspulkurbel, da die Filmempfindlichkeitseinstellung ja wegfiel, ebenfalls gab es hier jetzt ein Filmpatronenfenster.
Hier die technischen Daten:
Hersteller: Kombinat VEB Pentacon Dresden Typ: Praktica BX 10 DX Baujahr: 1989 - 1990 (meine Kamera zwischen 14.8.1989 und 20.8.1989) Verschluss: elektrisch gesteuerter horizontaler Metalllamellenschlitzverschluss (B, Blitz, Automatik) Objektivanschluss: Praktica B Belichtungsmessung: TTL-Innenmessung (Belichtungskorrektur +/- 2 EV) Blitzanschluss: Hot-Shoe in Prismenkappe Besonderheiten: DX-Erkennung, Motoranschluss, Vorlaufwerk, Stativgewinde
Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln, die über begründete Bildzitate hinaus gehen.
Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken / Gebäuden / Museen, Ausstellungen, Theatern, usw.
Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen deutlich als Zitat erkennbar mit genauer Quellenangabe.
Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuord-bar sind, ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO). Ebenso keine erkennbaren KFZ-Kennzeichen oder Fragmente davon! !
Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.
Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffszahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt!
Die BX 20 wurde 1987 als Begründerin einer neuen Praktica-Generation vorgestellt. Der B-Reihe entstammend wurde das Gehäuse nocheinmal überarbeitet, so gab es jetzt unter Anderem nur noch an der Rückwand eine Belederung und an der Vorderseite einen kleinen Haltegriff. Technisch bot die BX 20 jetzt eine TTL-Blitzbelichtungssteuerung, eine Entwicklung aus eigenem Hause die jedoch schon 1968 geschah und jetzt verwirklicht wurde. Ebenfalls wurde die Belichtungsmessung umkonstruiert.
Hier die technischen Daten:
Hersteller: Kombinat VEB Pentacon Dresden Typ: Praktica BX 20 Baujahr: 1987 - 1990 (meine Kamera zwischen 11.12.1989 und 17.12.1989) Verschluss: elektrisch gesteuerter horizontaler Metalllamellenschlitzverschluss (B, 1s bis 1/1000s, Automatik) Objektivanschluss: Praktica B Belichtungsmessung: TTL-Innenmessung (Belichtungskorrektur +/- 2 EV) Blitzanschluss: Hot-Shoe in Prismenkappe Besonderheiten: TTL-Blitzbelichtungssteuerung, Motoranschluss, Vorlaufwerk, Stativgewinde
Insgesamt wurden von der BX 20 bis 1993 (also incl. Fertigung unter Schneider) etwas über 200.000 Kameras hergestellt, von der BX 10 DX hingegen noch 488. Eine BX 21 DX oder eine originale BX 20 S zu finden gleicht einem Sechser im Lotto den ich bisher noch nicht hatte. Mir gefällt das Design der Kameras sehr gut weshalb sie bei mir auch regelmäßig in Verwendung sind.
vielen Dank für die interessante Vorstellung! Das sind doch großartige, moderne Kameras! Es ist ein Jammer (und mir eigentlich auch ein Rätsel) warum die "Prakticas" damals als nicht mehr "marktfähig" eingeschätzt und leider eingestellt wurden. Wenn man sich vorstellt, dass man auf dieser Marke damals eine digitale Kamerageneration aufgebaut hätte, dann hätte das die einzige überlebende deutsche SLR-Kameramarke werden können. Aber das alles ist leider Geschichte...
Ich freue mich auf Deine kommenden "Praktica"-Porträts. Meine Lieblings-"Prakticas" sind übrigens die älteren Modelle der "Praktica IV"- und "Praktica nova"-Reihe, also aus der vollmechanischen Zeit.
Ist des Rätselslösung von Heiko nicht gewesen, dass die Herstellung zu teuer war, schon zu DDR-Zeiten steckte man mehr Arbeitsleistung rein, um so trotz Verlustes bei der Produktion gegen dringend benötigte Devisen exportieren zu können? Als diese Lage nach der Wende entfiel, gab es für die teuere Produktion keinen Grund und vor allem keinen Absatz mehr.
mir gefallen diese Praktica Modelle auch, nicht überladen das Design. Die Praktica's waren über Jahrzehnte sicher auch ein Welterfolg. Ich habe gute Erinnerungen an meine Praktica PL Nova I, einfach und klar.
Grüße von Haus zu Haus Rainer (Forumbetreiber)
Analog: Aus Negativ wird Positiv. Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
kürzlich habe ich mir eine BX20 gegönnt, um meine Reihe zu komplettieren (B200, BC-1 und nun die BX20).
Der Body der BX20 kam mit OVP inkl. Styropor, engl. Garantiekarte (ohne Eintrag), dem Label mit dem engl. Hinweis, beim Filmwechsel nicht auf auto zu stellen, einer mehrsprachigen Anleitung und der Abdeckung der Spiegelöffnung. Wie neu. Nur beim Zeitenrad ist beim Schriftzug auto am o die grüne Farbe ca. 1mm abgeplatzt. Sie funktioniert einwandfrei. Die autom. Belichtung auch mit meiner B200 (hat Service) und BC-1 abgeglichen. Jeweils selbe Zeiten bei unterschiedlichen Szenarien. Ferner mit meiner Sony RX100M5a in verschiedenen Szenarien (draußen und drinnen) im Automatikmodus Aufnahmen gemacht. ISO, Blende und Zeit notiert. An der BX20 dann die gleiche oder nächstmögliche ISO und gleiche Blende eingestellt. Die vorgeschlagene Zeit entsprach entweder genau die der RX oder lag plausibel dazwischen (bei t = 80 digital dann zw. 60 / 125 analog - beide LEDs leuchteten).
Auf dem Bild mit der Küchenarbeitsplatte ist eine Bereitschaftstasche mit abgebildet. Sie passt wegen dem Handgriff an der BX vorne rechts nur sehr schwer hinein. Kann zwar verschraubt werden, sitzt mir jedoch zu stramm.
Ist euch bekannt, ob es für die BX20 eine andere Bereitschaftstasche als für die vorherige B-Serie gab? Ebay und das www haben mir dazu nichts brauchbares präsentiert.
wirkt die Tasche so, als wenn der vordere Bereich an den Rändern etwas gerader geschnitten ist. Für die alte B-Serie ist der Rand fast schon im 45 Grad Winkel.
Welche Bereitschaftstasche habt ihr. Mit welcher Alternative habt ihr das gelöst? Für Ideen oder Quellen wäre ich sehr dankbar.
Zunächst habe ich mich hiermit beholfen (Kamera mit Objektiv (2.4 / 1.8er drauf passt gut rein).
Hallo Frank, danke für die Vorstellung der Kameras aus der B-Reihe von Praktica. Ich habe von 1972 bis 1992 mit Praktica fotografiert, im Kleinbild und Mittelformat und bin immer sehr zufrieden gewesen. Die B-Reihe ging an mir vorbei, kenne sie nur von Messebesuchen in Leipzig und habe die BXS in meiner Sammlung stehen, ohne sie je benutzt zu haben. Einen komplett neuen Objektivsatz ( Bajonett) war für mich keine Option damals.
Ich bin voll bei Heiko - wenn man gewollt hätte um 1990, wäre auch Praktica weiter im Geschäft. Qualifizierte Mitarbeiter waren da und - da man sowieso keine Westlöhne zahlte, wäre die Rentabilität vielleicht doch sogar möglich gewesen. Aber-so habe ich 1992 zu Nikon mit der FM-2 gewechselt und bin bis heute bis zur Z9 der Marke treu geblieben. Gruß Karl
Im Kopf entsteht das Bild, danach erst in der Kamera.