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[iIa] Agfa Karat IV
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28.11.20 20:32
Clack1967 

BZF-Meister

28.11.20 20:32
Clack1967 

BZF-Meister

[ iIa ] Agfa Karat IV

Da wir im Museum die „Karat 36“ von Agfa haben, nicht aber das letzte Modell der „Karat“-Reihe, nämlich die hervorragende „Karat IV“, möchte ich diese Kamera hier vorstellen:








• Baujahr: 1954
• Hersteller: Agfa, München
• Format: KB (24 x 36 mm)
• Objektiv: sechslinsiges „Solagon“ 2/50 (andere Modelle auch mit Agfa „Solinar“, Rodenstock „Heligon“ oder Schneider „Xenon“)
• Blenden: 2 bis 16
• Verschluss: Prontor-SVS
• Belichtungszeiten: B, 1, 1/2, 1/5, 1/10, 1/25, 1/50, 1/100, 1/300 Sek.
• Fokussierung: manuell (Hebel bewegt das gesamte Objektiv), 1 m bis ∞
• Entfernungsmessung: gekuppelter Schnittbild-Entfernungsmesser
• Blitz: Synchronkontakt (M / X), Zubehörschuh (kalt)
• Auslöser: Auslöseknopf rechts oben (mit Drahtauslösergewinde)
• Belichtungsmesser: ---
• Filmzählwerk: Skala auf der Oberseite
• Sucher: heller Durchsichtssucher
• Filmtransport: Schnellspannhebel (mit dem Zeigefinger nach links zu ziehen!)
• Zeitauslöser: ja, Vorlaufwerk (V) einstellbar am M/X-Schieber für die Blitzsynchronisation am Objektiv
• Filmtyp-Merkscheibe: auf dem Rückspulknopf
• Rückspulmechanismus: Druckknopf zur Entriegelung auf der Unterseite und Rändelschraube auf der Oberseite
• Sonstiges: rote „Agfa“-Raute zwischen den beiden Sucherfenstern, 1/4 Zoll Stativgewinde, Schärfentiefe-Skala, ausklappbare Filmführungsschiene
• Zubehör: Bereitschaftstasche, Filter u.a.





Es handelt sich um eine schöne, kompakte, hochwertig verarbeitete Kleinbildkamera, die anders als die frühen „Karat“-Modelle (und wie die „Karat 36“) normale Kleinbildpatronen aufnimmt. Der Mischbild-Entfernungsmesser unterscheidet die „Karat IV“ (eine „Karat I-III“ gab es nie) von der „Karat 36“, die einen gekuppelten Schnittbild-Entfernungsmesser hat. Der Fokushebel verschiebt das ganze Objektiv nach vorn oder hinten. Der Mischbild-Entfernungsmesser arbeitet auch nach fast 70 Jahren noch klar und präzise, ebenso der Zentralverschluss, sogar bei Sekunde 1.




Wie bei vielen älteren Agfa-Kameras, z.B. häufig auch bei der „Solinette“ und den älteren „Isolette“- und „Record“-Mittelformat-Modellen, saß bei meiner „Karat IV“ allerdings der Fokus fest. Die Schmiermittel waren im Laufe der Jahrzehnte festgebacken. Eine Reparatur durch eine Fachwerkstatt stand an, bevor sie getestet werden konnte.

Gewöhnungsbedürftig sind allein der Schnellspannhebel, der ‚andersherum‘ funktioniert als gewöhnlich und mit dem Zeigefinger bedient wird, und das Filmeinlegen: Der Film muss zwischen dem Transportzahnrad und einem aufklappbaren Andruckplättchen laufen, sonst funktioniert es nicht. Als ich mit meiner „Karat IV“ erstmals fotografieren wollte, habe ich das übersehen, der Film lief über dem Andruckriegel (weil ich nicht verstanden hatte, dass man ihn aufklappen muss), griff nicht richtig in die Zähne des Transportrades und wurde so nicht korrekt transportiert. 36 Belichtungen derselben Filmstelle waren die unerfreuliche Folge.

Mit dieser Kamera sind mir schon gute Aufnahmen gelungen, die man mit einer SLR-Kamera mit anspruchsvollerer Optik kaum besser hinbekommen hätte. Das lichtstarke „Solagon“, aber auch das „Solinar“, zeichnen sehr scharf und bringen schöne Farben. Die beiden letzten „Karat“-Modelle gehören daher zu meinen Lieblings-Kleinbildklappkameras, — ja, noch vor der „Retina 1a“ und der „Contessa“ von Zeiss Ikon.




In der Zeitschrift „PhotoDeal“ gab es immer wieder interessante Artikel zur ganzen „Karat“-Serie (III/1999, S. 4ff., mit Tabelle sämtlicher Modelle; II/2018, S. 60ff.).

Datei-Anhänge
1 - Agfa Solagon.jpg 1 - Agfa Solagon.jpg (176x)

Mime-Type: image/jpeg, 775 kB

2 - Schnellaufzug und Auslöser.jpg 2 - Schnellaufzug und Auslöser.jpg (154x)

Mime-Type: image/jpeg, 779 kB

3 - Spreizenkonstruktion.jpg 3 - Spreizenkonstruktion.jpg (181x)

Mime-Type: image/jpeg, 763 kB

4 - Aufsicht.jpg 4 - Aufsicht.jpg (183x)

Mime-Type: image/jpeg, 871 kB

5 - Unterseite.jpg 5 - Unterseite.jpg (155x)

Mime-Type: image/jpeg, 956 kB

6 - Rückseite.jpg 6 - Rückseite.jpg (149x)

Mime-Type: image/jpeg, 898 kB

7 - Innenleben.jpg 7 - Innenleben.jpg (123x)

Mime-Type: image/jpeg, 723 kB


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29.11.20 10:52
Rainer 

Administrator

29.11.20 10:52
Rainer 

Administrator

Re: Agfa Karat IV

Hallo zusammen,

interessante Kamera, zumal sie zusammen mit der Karat 36 "echte" Kleinbildkameras für die normale KB-Patrone war. Immerhin noch mit Balgen. Ein gutes lichtstarkes Objektiv und der Entfernungsmesser, das war schon was.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 29.11.20 10:55

20.02.23 15:41
Burillo 

BZF-Nutzer Stufe 2

20.02.23 15:41
Burillo 

BZF-Nutzer Stufe 2

Re: Agfa Karat IV

Vor ein paar Jahren habe ich mir eine Karat 36 bei ebay günstig ersteigert. Es ist eine wunderbare Kamera, klein, ohne Plastik, und vor allem macht man gute Bilder damit. Erstaunlich, was man zu dieser Zeit für Mechanische Konstruktionen zustande brachte. Vor lauter Begeisterung habe ich mir noch zwei K IV mit dem Solagon gegönnt. Ich habe sie alle bei meinem versierten Reparateur warten lassen, zumal bei einer der Aufzugshebel streikte. Hier wußte der gute Mann nicht weiter: da ist ne Feder, die ersetzt gehört, aber sowas gibt es nicht mehr. Ich bin zwar kein Mechaniker, aber irgendwie leuchtet mir das nicht ein. Weiß hier jemand einen guten Rat?
Viele Grüße

PS. Ich meine, es gibt doch x Federn in allen Größen, sodaß man da was basteln kann...

Zuletzt bearbeitet am 21.02.23 10:04

21.02.23 11:15
Rainer 

Administrator

21.02.23 11:15
Rainer 

Administrator

Re: Agfa Karat IV

Hallo Burillo,

der versierte Reparateur hat schon recht. Federn sind nicht gleich Federn, die können bei gleichen Aufbau unterschiedliche Elastizitäts -Faktoren haben. Kommt dann auch auf die Bauform an. Ist es eine Zylinderspulen-Feder oder eine Biegestabfeder, usw.





Beste Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

21.02.23 11:40
Scannerhannes 

BZF-Meister

21.02.23 11:40
Scannerhannes 

BZF-Meister

Re: Agfa Karat IV

Moin,
trotzdem kommt es mir ein bisschen dogmatisch vor, wenn ein "versierter Reparateur" sich gar nicht an die Aufgabe wagt.
Ich kann es einerseits nachvollziehen, wenn ein Gewerbetreibender sich keinen kostenträchtigen und geschäftsschädigenden Reklamationen aussetzen will. Sicher hat der eine oder andere auch schon mal erlebt, daß die werte Kundschaft ihm eine Aufgabe vorgibt, an der er viele Arbeitsstunden bei ungewissem Erfolg investieren kann, und ihm dann Raffgier vorwirft, wenn er für viel Facharbeit und den Stundensatz, den er für eine komplette Werkzeugausstattung plus Materialvorat eben nehmen muss, dreistellig abrechnet. Der Kunde muss sich dann im Klaren sein,daß er die dritte gleiche Kamera in seiner Sammlung nicht vom Schrott-Zustand für einen Zehner in ein Glanzstück verwandelt kriegt, auf Kosten von Zeit und Nerven des Reparateurs.
Andererseits, wenn er wirklich versiert ist (und wenn der Kunde kein Kostenlimit gesetzt hat), dann soll er eine aus Federdraht wickeln. Den gibt's zu kaufen und ich habe welchen auf Vorrat, als auch Möglichkeiten, ihn oder andere Federn glühend zu machen (Norma verkauft jedes Jahr Sortimentskästchen mit etlichen Größen Spiralfederchen) und bruchfrei zur Befestigung Haken und Ösen zu formen. (Sorry, habe nicht so feinen für Kameras...).
Wenn's eine Feder ist, die die Verschlußzeiten bestimmt, wäre noch besondere Vorsicht angesagt. Aber bevor die Kamera auf den Schrott muss bzw. nicht mal mehr ein Demo-Film verknipst werden kann, kann man das ja messen und entweder ein paar Windungen weniger oder mehr vorsehen, oder dem Kunden, sofern der einverstanden ist, aufschreiben, welche wirkliche Zeit sich bei welcher Einstellung ergibt. Was der mit einem Testfilm aber auch erledigen kann - Einstellung auf die Belichtungsmesserwerte, sagen wir, 8/50stel und eine Belichtungsreihe, 10tel, 25stel, 100stel und so weiter und gucken, wie die Abweichung ist.

Grüße,

Hannes

Zuletzt bearbeitet am 21.02.23 11:44

22.02.23 10:17
Burillo 

BZF-Nutzer Stufe 2

22.02.23 10:17
Burillo 

BZF-Nutzer Stufe 2

Re: Agfa Karat IV

Danke für die Antworten!

Mein Reparateur war sein ganzes Berufsleben in einem Kamerawerk und kennt sich sich wirklich aus. Vielleicht wars ihm zu aufwendig oder so...
Es handelt sich ja nur um eine Zugfeder (Aussehen wie die im Kugelschreiber), mit der der Hebel zum Spannen des Verschlusses betätigt wird. Alle anderen Einstellungen an der Karat werden separat vorgenommen.

VG

Zuletzt bearbeitet am 22.02.23 11:30

22.02.23 11:57
Scannerhannes 

BZF-Meister

22.02.23 11:57
Scannerhannes 

BZF-Meister

Re: Agfa Karat IV

Tja,
vielleicht ist Dein Reparateur zu gut und gewissenhaft, um eine antike Kamera mit *irgendwas*, nur nicht dem Originalteil, zu flicken. Ich kann die Bedenken von Rainer und vermutlich auch dem Reparateur verstehen. Dennoch ...

Ich bestreite solche Experimente mit dem erwähnten Federnsortiment (zu einem meiner wenigen Dutzend Lieblingshobbies gehört die Restauration von Nähmaschinen). Die fangen erst mit 4 Millimeter Durchmesser an, das ist genau der Durchmesser einer Kugelschreiberfeder. Noch kleinere popelt man aus kaputten Gegenständen raus, bevor man sie wegschmeisst, genau wie übrigens Winz-Schrauben.






Zum Biegen ist mir bei entsprechend dünnen Materialien, für die zum Glühendmachen eine Lötlampe ein Overkill wäre, ein Flambierfeuerzeug von Aldi am liebsten, das wie ein Bunsenbrenner funktioniert (mischt Luft schon vor dem Zündpunkt in das Butangas). Natürlich wird alles, was schon mal geglüht hat, nicht mehr federn, es geht also nur um bruchsicheres Biegen der Befestigungsösen. Hat unter 10 Euro gekostet und ist, im Gegensatz zu Billigzeuch von Tedi etc., auch all die Jahre betriebsfähig geblieben:




Viele Grüße,

pfuscherhannes

Zuletzt bearbeitet am 22.02.23 11:59

Datei-Anhänge
DSCN6589_640.JPG DSCN6589_640.JPG (40x)

Mime-Type: image/jpeg, 36 kB

DSCN6588_640.JPG DSCN6588_640.JPG (40x)

Mime-Type: image/jpeg, 69 kB

DSCN6590_480.JPG DSCN6590_480.JPG (44x)

Mime-Type: image/jpeg, 15 kB

22.02.23 17:31
AWR59 

BZF-Meister

22.02.23 17:31
AWR59 

BZF-Meister

Re: Agfa Karat IV

Da ein weiteres meiner Hobbies die analoge Märklin Eisenbahn auf den herrlichen M(Blech)-Gleisen ist, kann ich für kleine Federn noch die Schaltschieberfeder (für den mechanischen Fahrtrichtungsumschalter) 7194 anführen.
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Mit besten Grüßen aus dem "echten Norden"
Andreas

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