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[iIa] Welta Belmira. 2Varianten
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22.11.20 18:26
Clack1967 

BZF-Meister

22.11.20 18:26
Clack1967 

BZF-Meister

[ iIa ] Welta Belmira. 2Varianten

Mich hat immer schon gewundert, dass für das Museum noch niemand die Welta „Belmira“ vorgestellt hat, eine sehr solide und gute Mess-Sucherkamera aus Dresden, mit der hochwertige Aufnahmen möglich sind. Das hole ich hiermit nach.





• Baujahr: ca. 1957
• Hersteller: ursprünglich Belca-Werk, ab 1957 Welta, Dresden
• Format: KB (24 x 36 mm)
• Objektiv: Tessar von Carl Zeiss (1:2,8, f=4,5 cm), andere Varianten haben ein Meyer Trioplan
• Blenden: 2,8 bis 16
• Verschluss: Vebur
• Belichtungszeiten: T, B, 1, 1/2, 1/5, 1/10, 1/25, 1/50, 1/100, 1/250 Sek. (einstellbar an einem Ring ganz vorne am Objektiv)
• Fokussierung: manuell (hinterer Objektivring), 0,8 m bis ∞
• Entfernungsmessung: gekuppelter Entfernungsmesser (Mischbild)
• Blitz: Synchronkontakt, Zubehörschuh (kalt)
• Belichtungsmesser: ---
• Filmzählwerk: Skala auf der Oberseite (rückwärts zählend)
• Sucher: Mess-Sucher (bräunlich getönt)
• Filmtransport: Schnellspannschieber links
• Zeitauslöser: ---
• Filmtyp-Merkscheibe: links auf dem Rückspulknopf
• Rückspulmechanismus: Druckknopf zur Entriegelung auf der Unterseite und Rändelschraube auf der Oberseite
• Besonderheiten: Schrägauslöser rechts vorn (mit Drahtauslöser-Gewinde), Rückwand komplett abnehmbar, 3/8 Zoll Stativgewinde, Schärfentiefeskala, Filmleitwalze und Bügel über dem Filmtransportrad ausklappbar, um den Film sicher darunter zu positionieren
• Zubehör: Bereitschaftstasche u.a.













Es handelt sich um eine bildschöne, kompakte Kamera. Durch den ausklappbaren Bügel über dem Filmtransportrad, unter dem der Film läuft, und die Filmandruckplatte wird der Film sehr stabil in Planlage gehalten. Der Schrägauslöser ist ergonomisch sehr günstig und erinnert an andere Dresdner-Kameras, z.B. die Contax/Pentacon-Spiegelreflexmodelle.



Der (allerdings einigen Druck benötigende!) und links platzierte Schnellspannschieber ist etwas gewöhnungsbedürftig. Auch der ungewöhnliche Mischbild-Entfernungsmesser: Ein verspiegelter Glasstab ragt in den (ganz rechts angebrachten) Sucher hinein und macht das Mischbild nur in einem kleinen, schmalen Sucherausschnitt sichtbar. Erfahrungsgemäß funktioniert dieser Entfernungsmesser ganz gut, nur ist das Mischbild manchmal sehr schwer zu erkennen.

Schlechte Lichtverhältnisse oder ein ungünstiger Einblickwinkel machen es leicht unkenntlich. Außerdem bedurfte es einer getönten Sucherscheibe, um das Mischbild überhaupt sichtbar zu machen. Dadurch wird der Sucher spürbar abgedunkelt. Außerdem wird er manchmal leicht vom auslösenden Finger verdeckt, weil der Auslöser ja direkt unter dem Sucher sitzt.

Das ist zwar alles — aus heutiger Sicht — nicht sehr benutzerfreundlich konzipiert, war damals aber hochmodern, und insgesamt ist es eine sehr schöne Kamera, die sowohl mit dem Tessar als auch mit dem Trioplan gute Bilder macht und alles bietet, was man für die Alltagsphotographie braucht. Im Grunde ein zeitloses Design.


Weitere Hintergrund-Informationen finden sich hier: https://zeissikonveb.de/start/kameras/belmira.html

Datei-Anhänge
1 - Konterfei.jpg 1 - Konterfei.jpg (195x)

Mime-Type: image/jpeg, 734 kB

2 - mit Tessar.jpg 2 - mit Tessar.jpg (216x)

Mime-Type: image/jpeg, 562 kB

3 - Auslöser.jpg 3 - Auslöser.jpg (179x)

Mime-Type: image/jpeg, 591 kB

4 - Blitzkontakt.jpg 4 - Blitzkontakt.jpg (145x)

Mime-Type: image/jpeg, 510 kB

5 - Schnellspannhebel.jpg 5 - Schnellspannhebel.jpg (143x)

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6 - Unterseite.jpg 6 - Unterseite.jpg (189x)

Mime-Type: image/jpeg, 937 kB

7 - Rückwand abgenommen.jpg 7 - Rückwand abgenommen.jpg (144x)

Mime-Type: image/jpeg, 971 kB

8 - Innenleben.jpg 8 - Innenleben.jpg (169x)

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9 - Filmleitwalze ausgeklappt.jpg 9 - Filmleitwalze ausgeklappt.jpg (158x)

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10 - in Bereitschaftstasche.jpg 10 - in Bereitschaftstasche.jpg (191x)

Mime-Type: image/jpeg, 628 kB


Hinweise:

  • Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungs-Anleitungen, Prominentenfotos, Kunstobjekten oder Buch/Zeitschriften-Artikeln.

  • Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Fotos. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken / Gebäuden / Museen, Ausstellungen, Theatern, usw.

  • Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen deutlich als Zitat erkennbar mit genauer Quellenangabe.

  • Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuord-bar sind, ohne deren schriftliche Genehmigung (DSGVO). Ebenso keine erkennbaren KFZ-Kennzeichen oder Fragmenten davon! !

  • Fotos: Für beste Darstellung die Fotos (Thumbnails) unter den Textbeiträgen anklicken.

  • Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffszahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gezählt!


23.11.20 11:48
Rainer 

Administrator

23.11.20 11:48
Rainer 

Administrator

Re: Welta Belmira. 2 Varianten

Hallo Heiko,

eine wirklich bemerkenswerte Kamera. Mir gefallen immer Lösungen, die ein wenig vom Standard abweichen. Der Filmtransporthebel und die Filmführung gehören sicher dazu.

Man sieht immer wieder, dass damals (nicht nur bei der Welta) Ergonometrie noch nicht so im Fokus stand. So begreife ich nicht wirklich, warum z.B. viele Firmen den Kunden Winzig-Sucherfenster zumuteten (z.B. Kodak Retina 1a).

Jedenfalls ist die Belmira eine feine Kamera mit Charakter





Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.

Zuletzt bearbeitet am 03.12.20 10:05

23.11.20 14:53
Scannerhannes 

BZF-Meister

23.11.20 14:53
Scannerhannes 

BZF-Meister

Re: Welta Belmira. 2 Varianten

Na, irgendwas werden die sich bei der Belmira schon gedacht haben. Schrägauslöser rechts, Filmtransport links könnten für eine schnelle Schußfolge gesorgt haben.

Und recht hast Du mit den Winzig-Sucherfenstern. Ich denke da wehmütig an die Leuchtrahmensucher auch der Billigkameras der 60er oder 70er Jahre. Im ersten Jahrzehnt der Digitalkameras kamen die Modelle wieder mit dünnem Glas im Primitivrahmen auf den Markt. Modelle wie die DC4 gab's als Aboprämie von der Zeitung, teils mit hochtrabenden Markennamen pleitegegangener Kamerahersteller beklebt, und sie waren auch danach. Einzig die Enigma 1.3 (von mir hier im Forum vorgestellt), technisch nicht gerade "cutting edge", hatte einen verspiegelten Leuchtrahmensucher nach alter Sitte.
Mit dem Aufkommen der Zoom-Digis war dann endgültig Schluß mit Leuchtrahmensuchern. Bei vielen von ihnen hat man sich den Sucher dann ganz gespart. Was hatten die Fotoamateure denn auch am hellichten Tag, wo man auf dem Display auch nichts sah, fotografieren zu wollen ;) .

23.11.20 15:37
Clack1967 

BZF-Meister

23.11.20 15:37
Clack1967 

BZF-Meister

Re: Welta Belmira. 2 Varianten

Lieber Rainer,
lieber Hannes,

ja, das klingt plausibel. Andererseits ist diese Aufteilung auch hemmend, weil man zum einen nicht nur ständig den auslösenden Finger vor dem Sucher hat, sondern zum anderen öfters das linke Fenster des Entfernungsmesser ungewollt mit der die Kamera haltenden Hand verdeckt, so dass das Mischbild gar nicht sichtbar ist. Man muss sich halt an die kleinen Schrullen dieser Kamera etwas gewöhnen und sie mit Gefühl handhaben, dann funktioniert sie sehr gut. Mit ihr sind mir sehr schöne Bilder gelungen, und das Tessar zeichnet sehr scharf und bringt intensive Farben auf den Film.

Herzliche Grüße

Heiko

23.11.20 17:13
Scannerhannes 

BZF-Meister

23.11.20 17:13
Scannerhannes 

BZF-Meister

Re: Welta Belmira. 2 Varianten

Hallo Heiko,
wir sind heute verwöhnt. Zu der Zeit habe ich Kameras als eine Art Sportgerät in Verlängerung des eigenen Körpers gesehen und, wann immer ich an eine neue kam, solange geübt, bis es "saß" und ich mit ihr blitzschnell eine Aufnahme machen konnte. Die Exa 1: im Hochnehmen Lichtschachtsucher geöffnet, im gleichen Arbeitsgang Blende und Zeit überprüft, eingestellt bzw. die Raste von der Vorwahlblende ausgesucht, eine Hand am Entfernungsring, die andere am Blendenring, und bis die Lupe zur Mattscheibe am Auge war, war auch schon der Finger auf dem Auslöser.

Gruß, Hannes :)

03.12.20 09:04
Clack1967 

BZF-Meister

03.12.20 09:04
Clack1967 

BZF-Meister

Re: Welta Belmira. 2 Varianten

Noch eine kleine Ergänzung: Hier ein Foto von einer späten Welta "Belmira" mit Trioplan 2,9 (!) / 50 und verändertem Entfernungsmesser-Fenster: Statt rechteckig ist es jetzt schmal mit rautenförmiger Öffnung in der Mitte. Beim rechteckigen Fenster ist diese Form auch hinterlegt, aber mittels einer schwarzen Tönung der Scheibe, nicht durch die Fensterform selber.



Herzliche Grüße in die Runde

Heiko

Datei-Anhänge
11 - mit Trioplan.jpg 11 - mit Trioplan.jpg (156x)

Mime-Type: image/jpeg, 774 kB

08.08.23 15:49
tomsenjo 

BZF-Nutzer Stufe 1

08.08.23 15:49
tomsenjo 

BZF-Nutzer Stufe 1

Re: Welta Belmira. 2Varianten

Ich kann mich erinnern, dass die Belmira meines Vaters das rautenförmige Fenster hatte, aber ein Tessar hatte. Nun habe ich eine schöne Belmira kaufen können, das war ein wenig Nostalgie, weil ich damit als Kind die ersten Fotos gemacht hatte. Bei meiner scheint alles zu funktionieren, sogar der Messsucher, was ja nicht selbstverständlich ist, denn das Glasstäbchen, das an seinem Ende das Doppelbild einspiegelt, ist bei vielen Exemplaren abgebrochen. Allerdings ist der Messsucher wohl nicht genau justiert. Auf unendlich fokussiert, wird das Doppelbild erst wieder übereinstimmend, wenn ich das Objektiv auf 10 Meter zurückdrehe. Oder ist das bei der Belmira immer so? Oder weiß jemand, wie sich das justieren lässt?

Viele Grüße
Thomas
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Alles analog, aber hybrid.

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