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DIA-Vorführung: Horror für die Familie und Freunde?
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09.01.20 11:30
Rainer 

Administrator

09.01.20 11:30
Rainer 

Administrator

DIA-Vorführung: Horror für die Familie und Freunde?

Hallo zusammen,

DIAs waren eigentlich eine feine Sache. Man konnte die Familie und Freude /Bekannte an seinen Urlaubserinnerungen oder sonstigen Ereignissen teilhaben lassen. So zumindest die Theorie. In der Praxis entwickelten sich aber leider viele DIA-Abende zu Horror-Veranstaltungen.

Zumeist schon wegen der DIA-Mengen die gezeigt werden sollten. Ich MUSSTE schon an DIA-Abenden mit 150 DIAs teilnehmen. Oft waren es einfachste Schappschüße ohne Ansatz einer Motivgestaltung oder Serien ohne dramaturgische Struktur. Nach 30 fast gleichen Strandbildern kamen lieblose Ortsansichten. Erfreulich dabei: Selfies gab es so noch nicht. So musste man nicht ständig die Gesichter mit irgendeinem halbverdeckten Hintergrund ertragen.

Besonders quälend waren DIA-Abende mit Vertonung: Man durfte nicht reden, sondern sollte ergriffen zuhören. Das ging garnicht. Wenn schon DIA-Abend, dann stumm, so dass die Zuseher reden und den stolzen DIA-Operateur ins Wort fallen konnten. Die Lethargie der Zuschauer wurde höchstens unterbrochen, wenn Örtlichkeiten erkannt wurden und man begann von eigenen Erlebnissen zu erzählen.

Wie dem auch sei, nach 36 DIAs waren die Zuschauer schon fix und fertig, gähnten starrten stumpf vor sich hin. Kam dann das zweite Magazin, gab es erste Ankündigungen, nach Hause gehen zu müssen, weil man morgen früh zur Arbeit musste.

Die ganze Mühe, DIAS zu rahmen und Serien zusammen zu stellen verpuffte oft am Desinteresse der Anderen. Drohte ein DIA-Abend, hatte man leider etwas wichtiges zu erledigen und bedauerte nicht dabei sein zu können.

Zugegeben, ein etwas holzschnittartiger Vortrag, aber garnicht so selten damals passiert.

Meine eigene Erfahrung: 36 DIAS, dann Ende der Veranstaltung anbieten, nur auf Wunsch mehrerer Zuschauer noch eine 36 - Serie nachreichen, dann musste Schluß sein.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
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10.01.20 13:27
Willi 

BZF-Meister

10.01.20 13:27
Willi 

BZF-Meister

Re: DIA-Vorführung: Horror für die Familie und Freunde?

Hallo im Forum, hallo Rainer!

Du musst, deinem Beitrag entsprechend, ja geradezu traumatisiert sein von den Diaabenden in deinem Umfeld.
Ich durfte viele Jahre lang beruflich und privat immer wieder vertonte Diaserien und Multivisionsschauen gestalten und habe nie negative Reaktionen auf das Gezeigte empfangen müssen.
Mein Grundsatz: Die Schau muss interessant, informativ und auch unterhaltsam sein.
36 Dias sind bei einer Bildstandzeit von ca. 20 Sekunden in 15 Minuten vorbei, das ist für eine informative Präsentation viel zu kurz. Bewährt hat sich, die Schau auf ca. 1 Stunde anzulegen, mit 5-10 Minuten Nachbesprechung und Fragenbeantwortung.
Auch im privaten Umfeld kamen z.B. für einen runden Geburtstag nach dem Festessen bei einem multimedialen Lebenslauf 2-3 Diamagazine mit informativer und lebenslustiger Vertonung zum Einsatz. Da habe ich nie gehört "ich muss jetzt leider nach Hause".

Zur Gestaltung der Vorträge: Die Dias müssen natürlich farblich und Inhaltlich hamonieren, mit schnellen oder sanften Überblendungen, passender Musik und pfiffigem Kommentaren präsentiert werden. Das braucht natürlich Zeit bei der Komposition der Schau, aber die Zufriedenheit der Zuschauer freut auch den Präsentator. Das ist auch heute, in der Digitalfotografie, nicht anders wie vor 30-40 Jahren mit den Dias.

Liebe Grüße
Willi

"Altes bewahren - Neues prüfen"

Zuletzt bearbeitet am 10.01.20 14:22

10.01.20 14:17
Michael-J. 

BZF-Meister

10.01.20 14:17
Michael-J. 

BZF-Meister

Re: DIA-Vorführung: Horror für die Familie und Freunde?

Hallo,
in meiner Familie gab es leider oder vielleicht auch zum Glück, keine DIA Fotografen, daher sind die einzigen DIA Abende die ich kenne Vortäge oder ähnliche Veranstaltungen, die ich aus Interesse besucht habe, und da hatte ich glücklicherweise nur gute Erfahrungen.
Ich kann mir aber gut vorstellen das man nach dem 10ten DIA von Tante Rosie beim Bergsteigen, oder ähnlichem die Lust verliert.

10.01.20 19:14
Rainer 

Administrator

10.01.20 19:14
Rainer 

Administrator

Re: DIA-Vorführung: Horror für die Familie und Freunde?

Hallo zusammen,

na ja, meine Erinnerungen zeigen ja auch eher, was man als Zuschauer bei solchen DIA-Abenden hinnehmen musste. Die üblichen Urlaubs-DIAs konnten schon nervig sein, wenn man die sattsam bekannten Dias von den Mittelmeerinseln betrachten musste. Klar, es gab auch Ausnahmen, aber oft waren die Dias auch nur technisch grottenschlecht.

DIA-Vorträgen konnten dagegen durchaus interessant sein, wenn Einen das Thema interessierte.

Ich selbst kam mit meinen Dias ganz gut an, da ich auch Themen zeigte, die vom Mainstream abwichen. Weiter nutzte ich so ab 1980 4,5 x 6 cm Gross-Dias. Aufgenommen ab 1978 mit der 6 x 6 Seagull und ab 1980 mit der Mamiya 645J und vorgeführt mit meinem Kindermann 66 Telefokus Projektor für das 6 x 6 Format. Für den hatte ich sogar zwei Objektive, um auch größere Räume nutzen zu können.

Die Gross-Dias machten tatsächlich mehr her, die Leute schauten einen Hauch interessierter. Ich hatte auch Vortrags-Serien, die ganz gut ankamen.




Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

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