[ iIa ] Agfa Standard 264/M mit Scharfeinsteller (6x9)
Hallo zusammen,
Agfa-Kameras stehen eigentlich nicht im Fokus meiner Sammlung, aber dieses Modell hatte ich wegen des speziellen Suchers einige Zeit auf der Merkliste und nachdem die Kamera auf 8 Euro preisgesenkt wurde, konnte ich nicht mehr widerstehen.
Das Modell Agfa Standard 254 hat der Rainer im Forum bereits vorgestellt (https://blende-und-zeit.sirutor-und-comp...2&thread=18). Den genauen Unterschied der Standard 254 zur hier vorzustellenden Standard 264 habe ich nicht herausgefunden, aber die KI behauptet, dass die 264 über die bessere Optik- und Verschluss-Ausstattung verfügt und ansonsten baugleich ist. Das hier vorzustellende Exemplar verfügt zusätzlich noch über den sogenannten Scharfeinsteller, der erst ab 1930 angeboten wurde und auf den ich weiter unten noch kurz eingehen werde. Die allgemeinen technischen Ausstattungsmerkmale der Kamera kann man bei der Vorstellung von Rainers 254 nachlesen. Bestückt ist meine Kamera mit einem Agfa Trilinear 4.5/10,5 cm im Compur-Verschluss. Das hier gezeigte Exemplar ist auch nicht ganz vollständig (fehlender Drahtrahmensucher) und weist deutliche Gebrauchsspuren auf. Der Fokus saß bei Ankunft der Kamera auch ‚Standard-gemäß' fest, konnte aber durch Erwärmen und anschließendes Entfernen der grünen Schmiere wieder gangbar gemacht werden.
Auf knippsen.blogspot.com findet sich eine interessante Auswertung der Agfa-Seriennummern bezüglich ihrer zeitlichen Einordnung (https://knippsen.blogspot.com/2021/05/ag...al-numbers.html). Mein Exemplar datiert gemäß der Compur-Seriennummer ins Jahr 1930 und besitzt die Gehäusenummer KA362 und die Objektivnummer 481822. (Gemäß der Auswertungsliste wurde die Kamera von Rainer laut ihrer beiden Seriennummern im Jahr 1927 gebaut.)
Die Agfa Standard-Konstruktionen sind mehrfach patentrechtlich geschützt. Die Fokussiereinrichtung mit Radialhebel zum Beispiel basiert auf dem Patent 489897 vom 2. Februar 1927. (Als Erfinder wird im Patent Leo Goldhammer genannt, der zunächst bei Contessa-Nettel gearbeitet hatte, bevor er Leiter der Konstruktion bei Bayer/Ritzschel uns später bei der Kamerasparte der IG Farbenindustrie (Agfa) wurde. Zahlreiche Patente der Agfa-Standard, -Billy und -Box-Konstruktionen basieren auf seinen Entwürfen.) Der Scharfeinsteller wurde im Patent 510531 vom 25. Juni 1927 geschützt. Gebaut wurde die Standard 264 mit Scharfeinsteller laut Auskunft der zeitgenössischen Quellen jedoch erst ab 1930. Abweichend von anderen ‚Messsuchern‘ sieht man im Sucher der Agfa kein Misch- bzw. Schnittbild, sondern nur ein Bild. Um nun die exakte Entfernung einzustellen, muss man das Bild des Suchers mit dem darüberliegenden tatsächlichen Motiv in Übereistimmung bringen. Das erscheint ein wenig ungewöhnlich, funktioniert aber ganz praktikabel (sehen kann man das z.B. hier: https://silversaltz.wordpress.com/2012/0...d-120-rollfilm/ ). Etwas kurios finde ich auch die Übertragung der Fokusbewegung mittels Kettenzug:
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