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Reinigen von Verschlüssen und Selbstauslösern
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02.11.19 14:13
Michael-J. 

BZF-Meister

02.11.19 14:13
Michael-J. 

BZF-Meister

Reinigen von Verschlüssen und Selbstauslösern

Hallo,
jüngst habe ich mir eine Stereo Realist Kamera gegönnt, und da sie wirklich extrem günstig war ( mit Versand aus Amiland knapp über 30 Euro, war sie natürlich auch nicht mehr ganz neuwertig :-). Da die Kamera aber in dem Ruf steht sich gut reparieren zu lassen hab ich es mal versucht, und tatsächlich, ausser einem fehlenden Schanier an der Objektivabdeckung, war es eigentlich nur der Dreck der letzten Jahrzehnte der Probleme machte. So war der Selbstauslöser kaum noch gangbar und die langsamen Zeiten sind nicht mehr gelaufen.
Nach etwas schlaumachen was das Öffnen und Reinigen angeht hab ich mir alles nötige besorgt und dann losgelegt ( und alles gevideot, aber ich weiß nicht ob ich ein Filmchen von meinem Kanal hier verlinken darf ) und es war ein voller Erfolg, mit Begeisterung habe ich die Methode dann an anderen, bis jetzt zwei, Kameras versucht, und auch hier hatte ich quasie ( es wahren jeweils die Selbstauslöser ) Erfolg.
Und nun zum Tipp, gerade bei Selbstauslösern, ist durch den Schlitz das innere gut erreichbar, (bei anderen mechanischen Teilen muss man sie eben freilegen) in diesen Schlitz habe ich dann zuerst Druckluftspray und danach Ein Kontacktspray eingesprüht, danach die Kamera so gelegt, dass das Kontacktspray wieder ablaufen kann ( mit dem Dreck ) Ich persönlich habe das Spray einer bekannten Marke, deren kriechende Schmiermittel sehr gut, aber für uns hier ungeeignet sind, verwendet. Aber die Marke ist egal, wichtig ist das es eine geeignete Düse hat, ein langes Röhrchen ist ideal, und das es Rückstandslos verdunstet, und nach Möglichkeit Plastig und ähnliches unbeeindruckt lässt.
Der Tipp ist sicher für die meisten alten Hasen nix neues, aber für mich war er Gold wert, und vieleichts hilft es ja jemandem.


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04.12.19 22:11
Laufboden 

BZF-Meister

04.12.19 22:11
Laufboden 

BZF-Meister

Re: Reinigen von Verschlüssen und Selbstauslösern

Hallo Michael,

Michael-J.:
.. So war der Selbstauslöser kaum noch gangbar und die langsamen Zeiten sind nicht mehr gelaufen.
... zuerst Druckluftspray und danach Ein Kontacktspray eingesprüht, danach die Kamera so gelegt, dass das Kontacktspray wieder ablaufen kann ( mit dem Dreck ) ...
Der Tipp ist sicher für die meisten alten Hasen nix neues, aber für mich war er Gold wert, und vieleichts hilft es ja jemandem.
... an so einer Stelle wiederhole ich für die, die zufällig diesen Tip lesen, schier schon mantrahaft:
bevor man mit solchen Mitteln herangeht, sollte man sicher sein, daß man eher etwas repariert, als viel und endgültig kaputtzumachen:
  • Insbesondere bei älteren Verschlüssen: Blendenblätter und manchmal auch Verschlußblätter können völlig kaputtgehen, zu einem Klumpen zusammenwachsen. Zum einen wegen des verwendeten Materials, zum anderen weil eine Beschichtung sich teilweise löst
  • Wasser und alle Reinigungsfllüssigkeiten können wunderbare Kleber darstellen, Trocknen hilft manchmal, aber beileibe nicht immer, insbesondere dann nicht, wenn z.B. Flächen aneinanderkleben (z.B. Blendenblätter, Verschlußblätter; Reste alten Drecks können danach kleine Federchen wunderbar verkleben)
  • Deshalb sollte Obiges nur letzte Wahl sein, wenn sonst nichts hilft, und das auch nur dann, wenn alles aus Metall und nicht lackiert ist
  • Sind Linsen im Bauteil, z.B. das Vorderglied eines Objektivs, das sich gegen Öffnen sträubt: ja keine(!) Flüssigkeit verwenden - zum Schutz gegen Streulicht wurden Lacke verwendet, die nicht einmal wasserfest sind - der entstehende Dreck ist weit übler als alles, was zuvor die Optik verdreckt haben kann ..
  • .. und wenn sich so ein Objektivglied nicht öffnen läßt, gibt es kein Mittel, mit dem man diesen Dreck wieder entfernen kann

Andererseits: vor ein paar Tagen habe ich einen Prontor-II-Verschluß auch nach längeren Versuchen nicht öffnen können - von den verwendeten Materialien für Obiges ein günstiger Fall. Ein Teil des Vorderglieds ließ sich partout nicht abschrauben, für auch leichten Kraftaufwand war das Blech zu dünn. Etwas erwärmt, einiges an Isopropanol hineingetropft (Alternative: Spiritus), geschüttelt, gewartet, abrinnen lassen, getrocknet, dabei Blende, Verschluß und Vorlaufwerk immer mal in Bewegung gehalten (manchmal muß man da nachhelfen, nass = klebrig. Wenn das "in Ruhe" trocknen kann, klebt das danach oft fester als vorher).
Nach dem dritten Anlauf lief alles wieder. Das heißt noch nicht, daß alles bestens ist - es sollte - vor allem gegen Rost - noch ein Hauch geölt werden (im Prinzip gibt's da teure Spezialmittelchen dafür, wobei sich der Preis dadurch relativiert, daß ein Tropfen sowieso eine heillose Überschwemmung darstellt).
Diese Prozedur dauerte, wie man sich vorstellen kann, deutlich länger als zerlegen, putzen und zusammenbauen.
Und am nächsten Tag, als ich noch einmal alles überprüfte, ließ sich der Verschluß doch noch öffnen ... und es stellte sich zu meiner großen Überraschung sogar heraus, daß innen alles sauber war.
Was wieder einmal zeigt, daß Zeit ein wesentlicher Faktor sein kann. Exemplarisch gesehen hatte ich das in einem anderen Fall - ein verdrecktes Objektiv, das ich nach allen Mitteln der Kunst über Wochen vergeblich beschworen hatte, sich öffnen zu lassen, hatte ich ein halbes oder ein Jahr später zufällig noch einmal angeschaut - es ging auf. Da war das Öl wohl doch endlich weit genug gekommen.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 04.12.19 22:14

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