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Wie alles begann: Die Daguerreotypie
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30.08.13 10:09
Rainer 

Administrator

30.08.13 10:09
Rainer 

Administrator

Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo zusammen,

um 1839 hatte Herr Daguerre aus Frankreich ein praxis-fähiges Photoverfahren entwickelt und um 1840 begann damit der Siegeszug der Photographie. Die Daguerreotypien waren Unikate, jedes Photo gab es genau so nur ein mal. Auf eine polierte versilberte Kupferplatte wurde Jod (später auch zusätzlich Brom / Clor) aufgedampft, dadurch wurde das Material lichtempfindlich. Die Aufnahme mußte aber alsbald erfolgen. Die Belichtungszeit im lichtdurchflutetem Studio dauerte anfangs mehrere Minuten. Deshalb wurden zuerst nur unbelebte Motive photographiert. Personen bekamen (von der Kamera unsichtbar hinter den Personen versteckt) Stützgerüste gegen verwackeln.

Sofort nach der Aufnahme wurde mit Beaufschlagung von Quecksilberdämpfen das Bild entwickelt. Schließlich erfolgte die Fixierung (z.B. mit Salz oder Zyankali). Das Bild war nun sichtbar, aber extrem berührungsempfindlich. Deshalb kam es hinter Glas und wurde auch noch möglichst luftdicht (Oxydation) verschlossen.

Nachteile der Daguerreotypien: Seitenverkehrtes Bild, Betrachtungsprobleme (je nach Bildwinkel konnte die Betrachtung in ein Negativ-Bild umschlagen), Gefährlichkeit des Umgangs mit den Chemikalien, Lichtempfindlichmachung und Photographieren im engen zeitlichen Zusammenhang, lange Belichtungszeiten.

Aber gut gelungene Daguerreotypien zeigen eine gute Bildschärfe. Alles begann also schon vor über 170 Jahren...

Eine typische Daguerreotypie:



Nachtrag 28.04.2019 Admin: Es besteht gewisser Zweifel, ob die mir zugesandte und hier gezeigte gezeigte Aufnahme tatsächlich eine echte damalige Daguerreotypie zeigt, siehe Folgebeiträge.


Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Zuletzt bearbeitet am 28.04.19 09:58

Datei-Anhänge
daguerre.jpg daguerre.jpg (272x)

Mime-Type: image/jpeg, 24 kB


Hinweise:
---> Urheberrechte 1: Keine Scans von Prospekten, Bedienungsanleitungen oder Buch/Zeitschriften-Artikeln hochladen.
---> Urheberrechte 2: Nur selbst aufgenommene Photos hochladen. Keine Fotos auf und in fremden Grundstücken.
---> Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar oder zuordenbar sind !
---> Urheberrechte 3: Textpassagen von fremden Quellen vermeiden, höchstens einige Zeilen mit genauerQuellenangabe.
---> Der Zähler der Vorschaubilder zeigt NICHT die echte Zugriffzahl, die Bild-Anklicke direkt im Text werden nicht gewertet


30.08.13 11:36
Willi 

BZF-Master

30.08.13 11:36
Willi 

BZF-Master

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo Rainer!

Rainer:
Nachteile der Daguerreotypien: Seitenverkehrtes Bild ...

Das war bei Portraits nicht unbedingt ein Nachteil. Die abgelichtetn Personen sahen sich auf dem Bild genau so wie im Spiegel zu Hause!
Ich hab diesen Trick in meiner Aktivzeit öfter angewandt, wenn sich eine "Dame" auf dem Photo überhaupt nicht gefallen hat. Das seitenverkehrte Photo zeigte sie dann so, wie sie sich zu Hause im Spiegel betrachtet - und plötzlich hat sie sich auch auf dem Photo attraktiv gefunden.

Liebe Grüße
Willi

30.08.13 14:23
Rainer 

Administrator

30.08.13 14:23
Rainer 

Administrator

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo Willi,

diesen Spiegeleffekt kann ich auch bestätigen. Ich hatte mal Vergrößerungen gemacht und dabei den Negativstreifen falsch herum eingelegt. Später, nach Erkennung des Fehlers die Bilder noch mal vergrößert.

Als ich die Bilder nach Tagen einigen Leuten (und Damen) zeigte, meinte eine, "... auf diesem Foto sehe ich aber besser aus...". Das war genau das seitenverkehrte Bild!



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

31.08.13 16:19
Rainer 

Administrator

31.08.13 16:19
Rainer 

Administrator

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo zusammen,

hier ein Link zu youtube. Dort wird grob gezeigt, wie man heute eine Daguerreotypie herstellen kann:





Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

26.04.19 20:26
Michael-J. 

BZF-Master

26.04.19 20:26
Michael-J. 

BZF-Master

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo,
das Bild ist irgentwie seltsam beim anschauen. Auf der einen seite sehr plastich, hat fast eine dritte Dimension, und auf der anderen seite wirkt es künstlich, als währe es auf den Hintergrund aufgeklebt. Wirklich seltsamer Effekt.

26.04.19 21:54
Sammelott 

BZF-Master

26.04.19 21:54
Sammelott 

BZF-Master

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Vor allen Dingen eine äußerst gesunde Entwicklungsmethode

lG-OTTI

27.04.19 00:19
Laufboden 

BZF-Master

27.04.19 00:19
Laufboden 

BZF-Master

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo Rainer,

Rainer:
Aber gut gelungene Daguerreotypien zeigen eine gute Bildschärfe. Alles begann also schon vor über 170 Jahren...

Eine typische Daguerreotypie:

hm, die Bildwirkung erinnert mich an die der Bilder einer Lochkamera ... wie groß dürfte hier die Blende gewesen sein? Oder ist die Wirkung auf die nicht lichthoffreie Emulsion zurückzuführen?

Ein teilweises Umschlagen Negativ-/Positiv kenne ich von einem Bild (Negativ) von etwa 1960. Es handelte sich zudem um eine Doppelbelichtung. Was ist da geschehen? Kann das mit der Doppelbelichtung zusammenhängen? Wenn ja - wie? Wenn nein - wie wäre es zu erklären?
(Ich würde das Bild ja präsentieren, aber leider sind darauf Personen ...)

Grüße, Laufboden

27.04.19 11:16
Willi 

BZF-Master

27.04.19 11:16
Willi 

BZF-Master

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo Rainer und alle Anderen

Das Bild, es soll eine Daguerrotypie darstellen, erscheint mir aber sehr sonderbar. Der Kopf der Dame ist eindeutig in den Rest des Bildes einmontiert. Das Gesicht weist klar eine Beleuchtung von links, der Hals eine Beleuchtung von rechts auf?



Hier eine Original Daguerrotype. Abgebildet ist Dauerre selbst.



Der Maler und Erfinder Louis Daguerre im Jahr 1844, Daguerreotypie von Jean-Baptiste Sabatier-Blot (1801–1881); die Farbreproduktion gibt das Erscheinungsbild einer unter optimalen Bedingungen betrachteten Daguerreotypie getreu wieder.
(Quelle: Web - Daguerrotypie)

Liebe Grüße
Willi


"Altes bewahren - Neues prüfen"

Zuletzt bearbeitet am 27.04.19 11:27

Datei-Anhänge
preview_daguerre.jpg preview_daguerre.jpg (6x)

Mime-Type: image/jpeg, 49 kB

800px-Louis_Daguerre_2.jpg 800px-Louis_Daguerre_2.jpg (6x)

Mime-Type: image/jpeg, 329 kB

27.04.19 13:28
Rainer 

Administrator

27.04.19 13:28
Rainer 

Administrator

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo zusammen,

ja mit dem Bild ist das so eine Sache. Ich hatte mal vor Jahren von einem Enkel eines Sammlers eine CD mit diversen vintage Kameras und Fotos zugesandt bekommen. Das waren alles SW-Aufnahmen, teils als Negative, teils gescannte Papierabzüge aus dem Besitz des Opas. Besagter Großvater hatte schon frühzeitg begonnen seine Bestände digital zu erfassen. Jedenfalls gab es auf der CD ein Unterverzeichnis mit Titel "daguerre". Davon stammt die Aufnahme.

Jetzt fällt mir auf, dass es wohl schon mal mit einem Foto von dieser CD hier im Forum ein Problem gab. Da ging es um eine alte Holzkamera. Das Foto habe ich später gelöscht, da es auch komisch befummelt aussah.

Leider hat die erwähnte CD "das Zeitliche gesegnet" (nur noch Lese-Fehler) und ich habe sie deshalb entsorgt.

Was ist zu tun? Bild löschen, wegen der Licht/Schatten-Anomalie? Jedenfalls hat Willi, Michael-J und Laufboden erhebliche Restzweifel an der Daguerreotypie? gesetzt. Sieht übrigens auch verwaschen aus und der Kontrast des Gesichts passt nicht zum Rest ...

Ich neige unahängig davon, zwischenzeitlich dazu, kein zugesandtes Bildmaterial von anderen mehr oder weniger Unbekannten ins Forum zu stellen.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Analog: Aus Negativ wird Positiv.
Digital: Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Ein Leben ohne Facebook ist möglich.

Zuletzt bearbeitet am 27.04.19 13:35

27.04.19 23:30
Laufboden 

BZF-Master

27.04.19 23:30
Laufboden 

BZF-Master

Re: Wie alles begann: Die Daguerreotypie

Hallo Rainer,

Rainer:
Was ist zu tun? Bild löschen, wegen der Licht/Schatten-Anomalie? Jedenfalls hat Willi, Michael-J und Laufboden erhebliche Restzweifel an der Daguerreotypie? gesetzt. Sieht übrigens auch verwaschen aus und der Kontrast des Gesichts passt nicht zum Rest ...
Klar, gute Fotografen hatten schon lang vor 1900 einen weit höheren Standard, dafür habe ich Belege (u.a. Kopien von Kopien eines Bilds meines 1844 geborenen Urgroßvaters kurz vor seinem Unfalltod mit 36 Jahren; ein Original von 1904 im Passepartout eines Hamburger Fotohauses in absolut sauberer fotografischer Qualität), andererseits haben viele z.B.auf Jahrmärkten mit Fotografie Geld verdient.

Das Gesicht halte ich für hineinmontiert, der Hals sieht eher (einfach) gemalt aus. Ob das Gesicht in das Bild montiert wurde -mit oder ohne Haare- ist unklar.
Es könnte sich auch um das Bild einer Frau handeln, die, wie's auf Jahrmärkten öfter vorkam, ihr Gesicht zum Ablichten z.B. "mit Antikeffekt" durch eine vorgegebene Maske gesteckt hat, wobei durch Unschärfe teils das kaschiert wurde, teils der Antikeffekt verstärkt.
Auf dem alljährlichen dörflichen Kirtag gab's solcherlei Attraktionen wohl hundert Jahre lang regelmäßig, zumindest bis in die 1960er.
Bis dahin gab's am Dorf immer noch welche, die noch nie fotografiert worden waren.
Jedenfalls ich kann nicht ausschließen, daß das Bild im 19. Jahrhundert so entstanden ist, und daß der Rahmen Teil der Halterung (Langzeitaufnahme!) war - es könnte also wirklich ein historisches Dokument darstellen - wenn man wüsste, daß es so war ...

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 27.04.19 23:30

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