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Ein Extrem(ver)fall: Contessa - Der Komet kommt und bringt Ruß und Dreck....
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09.01.19 01:27
Laufboden 

BZF-Master

09.01.19 01:27
Laufboden 

BZF-Master

Re: Ein Extrem(ver)fall: Contessa - Der Komet kommt und bringt Ruß und Dreck....

Hallo miteinander,

Freier-Sascha:
Hoi,
wunderbare Arbeit, ganz toll!!!
Gruss
Freier-Sascha
Danke!
Ich habe offenbar wenig Unterbrechungen zwecks Fotomachen während der Reparatur gemacht, als ich gedacht hatte. Gerade dann, wenn's interessant gewesen wäre, war schließlich eine gründliche Reinigung der Hände nötig ... also nur noch ein paar Bilder:

Die Öffnung für die Stativmutter nach Entfernen des "originalen" Hacks (Kunststoff + Blech, beides von Draht gehalten):

Ich habe danach zuerst einen "Holzaufbau" gemacht (da ich kein Fertigpräparat hatte Holz geraspelt und mit Holzleim versetzt).

Die Kontermutter im "Endzustand": zuerst hatten sich die 4 Schlitze geweitet, dann habe ich 4 2mm-Gewinde angebracht und mit den Schrauben drehen wollen - zuerst sind die sind k.o. gegangen, dann eines der Gewinde. An der Stelle habe ich mit Bohrungen einen schmalen Schlitz gemacht, und an jeder Seite eine Bohrung zum Aufweiten (links im Bild), um den Ring mit einem Werkzeug für Splintmontage zu sprengen - naja, der Schlitz hat sich schon deutlich verbreitert, aber nicht genügend. Erst mit brutalerem Werkzeug - Schraubendreher, kleiner Meißel - wurde der Schlitz breiter, bis er dann ein klein wenig aufriß (ein paar Zehntelmillimeter. Der Spalt ist übrigens unverändert da). Dann - aber erst dann - ließ er sich aufdrehen. Er könnte trotzdem das Objektiv halten - klar, ich habe einen anderen genommen, Ringe mit M32.5x0.75 sind Mangelware, aber es gibt welche. Zur Not ließe sich in den zwei Bohrungen ein M2-Gewinde schneiden und eine Brücke legen, wenn dies nicht hielte und auch Löten zuwenig wäre. Aluminium ist unglaublich zäh und nachgiebig ...



Der Balgen von unten, also bei den ersten, noch weniger gelungenen Klebungen bei Seitenlicht. Die untere ist sichtlich die erste, ich habe sie zuletzt noch etwas nachgearbeitet. Jeder der insgesamt 4 Streifen besteht aus 3 Teilen; da es sich um Kunstleder handelt - Leder ist flexibler! - und wegen des Klebers erwies sich das als zweckmäßig:

Zum Anfügen brauchte ich die 12x-Lupe, um die Stelle zu orten, an der fortzusetzen ist (jeweils mit kleiner Überdeckung) - und das wurde mit wachsender Routine schwieriger, man sah die Stelle immer schlechter ...
Zuerst Balg geschmeidig machen (Öl einwirken lassen, Reste auf der Oberfläche entfernen), ggf. löchrige Stellen glätten (kleben), Balgen an der zu bearbeitenden Seite vorsichtig strecken (z.B. Hand von innen, aussen habe ich meist den Stiel des Pinsels im Vordergrund über die Oberfläche gerollt), Streifen stückweise mit Kleber bestreichen, stückweise ansetzen und anrollen*), immer nur soviel kleben, daß die Klebung noch korrigierbar ist (wenn's geht besser einen wasserverdünnbaren und -verdünnten Kleber nehmen, im Idealfall geht dann die ganze Seite auf einmal). Warten, bis dieses Stück fest klebt.

Eigentlich sollte man danach zuvor lichtundichte Stellen auch von innen behandeln (Bei einzelnen Stellen mache ich das immer. Geeigneter hauchdünner Stoff - ich habe geeignetes Material bisher nur bei verschrotteten Balgen gefunden. Übrigens wird für die Seiten des Lichtschachtes oft dasselbe verwendet, einmal habe ich dort vier Lagen weniger dichten hauchdünnen Gazestoff vorgefunden - das mag aber nicht original gewesen sein. Manche schwören auf etwas wie Flüssiggummi zum Aquarienabdichten). Im vorgegebenen Fall wäre das zu dick geworden, der Balgen ist durch den Klebevorgang aber auch innen verbessert.

Der reparierte Balgen ist, auch wenn das Ganze eine längliche Prozedur ist, natürlich schlechter als ein neuer. Eine so umfangreiche Balgenreparatur werde ich mir eher nicht nochmal antuen, aber ich wollte es mal ausprobieren. Es ist durchaus möglich, daß das Ganze für die Katz ist - dann, wenn sich die Kamera nicht mehr schließen läßt. Sieht man erst zum Schluß ... Eine gewisse Symmetrie ist dabei anzustreben, sonst sieht das Ergebnis krumm aus.

Grüße, Laufboden

*) damit sich die Streifen durch eventuelle Klebereste dabei nicht wieder lösen , vorher außen eine Trennschicht anbringen - vulgo leicht ölen.
P.S.: Im übrigen - die Dinger, die euphemistisch "Balgenschoner" genannt werden, sind Balgenstraffer gegen Durchhängen - für den Balgen sind sie alles andere als schonend. Im Regal löse ich sie.

Zuletzt bearbeitet am 09.01.19 12:38

Datei-Anhänge
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Mime-Type: image/jpeg, 379 kB

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09.01.19 21:14
Freier-Sascha 

BZF-Master

09.01.19 21:14
Freier-Sascha 

BZF-Master

Re: Ein Extrem(ver)fall: Contessa - Der Komet kommt und bringt Ruß und Dreck....

Hallo Laufboden,
solche Reparaturen / Instandsetzungen / Prozeduren habe ich auch schon an Laufbodenkameras vorgenommen und genau wie du festgestellt, dass ich hätte mehr Bilder machen sollen. Wenn ich so in dem Projekt drin bin, dann vergesse ich das Dokumentieren häufig.
Gruss
Freier-Sascha

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