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[iIa] Bülter & Stammer Plattenkamera
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11.07.14 22:15
joergie 

BZF-Nutzer Stufe 2

11.07.14 22:15
joergie 

BZF-Nutzer Stufe 2

Re: Bülter & Stammer Plattenkamera

Hey Laufboden

Besten Dank für Deine Infos.

Gruß Jörg


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04.08.14 02:50
Laufboden

nicht registriert

04.08.14 02:50
Laufboden

nicht registriert

zu Datierung, Blende und Brennweite

Hallo, alle miteinander,

Rainer:
der Aplanat-Vierlinser (auch in der Variante "Spezial" ist eher ein frühes Plattenkamera-Objektiv . Es wurde schon in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts vom technisch besseren Dreilinser Anastigmat und dann Doppel-Anastigmat abgelöst.

Deshalb würde ich die Kamera vom Objektiv her eher auf die Jahre um 1903 datieren.

Im Prinzip stimmt die Argumentation - aber bis Anfang der 1930er wurden bei vielen Kameras Aplanate, oft als billigste Variante noch unter dem Triplet, angeboten.
Bis ca. 1890 waren Aplanate die beste Wahl, danach wurden sie im Hochpreissegment langsam durch frühe Anastigmate abgelöst, zumeist 5- bis 8-Linser. Z.B. noch vor 1900 Goerz Doppel-Anastigmat Serie III, später Dagor genannt; Emile Target Anastigmat - wohl 'ne frühe Kopie, in Frankreich galt das Goerz-Patent nicht. Achtlinser waren z.B. Suter Anastigmat Serie I und Rietschel Linear Anastigmat; der Anastigmat Dissymmetrique von Duplouich könnte ein früher Vierlinser-Anastigmat sein - doch dessen Reflexe sind schwer zu deuten.

Rainer:
Die Sache mit der Blende kannst Du ja auch wiederum selbst klären: Wenn Du den Verschluß auf T stellst und dann auslöst, kannst Du durch das Objektiv durchsehen (vor hellem Hintergrund. Wenn Du nun die Blende über 11 hinaus verschiebst, geht die Blende weiter auf? Planare waren aber bei weit offenen Blenden nicht mehr sehr gut in der Abbildung. Vielleicht hat der Kamerahersteller deshalb auf weitere Blendenwerte bewusst verzichtet.

Bei offener Blende wurde bei vielen Aplanaten empfohlen, nicht über etwa 30-35 Grad Bildwinkel zu verwenden, bei größerer Blende erhöhte sich der nutzbare Winkel sehr stark, z.B. 60° oder 70°. Weitwinkel-Aplanate waren deutlich weniger lichtstark, hatten jedoch oft nutzbare Bildwinkel über 90°.

In den ersten Jahren wurde die größte Öffnung eines Verschlusses oft nicht auf das Objektiv abgestimmt bzw. nur durch Beschriftung. Im übrigen ging man zumeist davon aus, daß für die Aufnahme sowieso abgeblendet wurde. Zu große Anfangsöffnung verspricht zwar Vorteile bei der Mattscheibenbetrachtung - aber lange war es so, daß sich dann beim Abblenden die Schärfeebene merklich verschob (wenn auch nicht so stark wie bei Petzval-Objektiven).
Deshalb hatte es wenig Sinn, die Anfangsöffnung, wenn auch nur zum Einstellen, größer zu machen.

Zur ungefähren Blendenbestimmung wird oft die lichte Weite der Blende gemessen, das kann aber grob danebengehen. Genauer - nicht genau! - soll es nach Experten sein, die scheinbare Öffnung der Blende durch die Vorderlinse zu messen; Brennweite durch diesen Wert ergibt oft einen guten Schätzwert für die Blende.

Die Brennweite bestimme ich näherungsweise im Prinzip so, wie hier geschildert - Einstellen auf unendlich und Messen von Mattscheibe bis Blende (bzw. Objektivmitte). Nur, daß ich dazu mit einer auf unendlich eingestellten Spiegelreflex von vorne durch das Objektiv schaue und einen Bleistiftstrich bzw. Faden in Mattscheibenebene scharf stelle ('umgekehrte Kollimatormethode').
Diese Methode stimmt - neben den Meßproblemen - aber auch nur für 'unendlich dünne Linsen' exakt, für symmetrische Objektive aber recht gut.

Kürzlich hatte ich jedoch ein Aha-Erlebnis: zwei 6.5x9-Certotrop, beide mit 120mm-Objektiv und praktisch gleich gelegener Objektivmitte.
Da diese Kameras Objektivbajonett haben, wechselte ich - und hoppla! - das Trioplan braucht 12mm mehr Balgenauszug zur unendlich-Einstellung als das Tessar! Beim Tessar war der Abstand ca. 4mm kleiner als die Brennweite, beim Triplet ca. 8mm größer.

Vielleicht sollte man für ein genaueres Ergebnis der Brennweitenmessung noch eine zweite Messung machen, z.B. bei Maßstab 1:1.

Grüße, Laufboden

26.08.14 19:13
Laufboden

nicht registriert

26.08.14 19:13
Laufboden

nicht registriert

Bülter&Stammer oder Langer&Comp?

Hallo Danimann,

in der Zwischenzeit hatte ich Zweifel, ob meine Kamera wirklich von Bülter&Stammer stammt.
Ich erwarb nämlich eine österreichische Kamera, eine "Langer&Comp Smart-Camera", und die hat - bei allen Unterschieden - auch überraschend starke Ähnlichkeiten.

Die Lösung war: alle 'Smart-Cameras' von Langer&Comp wurden von Bülter&Stammer fabriziert - also auch meine

Besondere Merkmale:

  • Sehr leichte Kamera mit sehr frühem Rodenstock Extra Rapid Aplanat (bereits numeriert, aber unter Nummer 1500) in 7o'clock-Compound
  • Der Feintrieb zur Höhenverstellung (Zahnstange und Zahnrad) in halber Höhe an der Standarte.
  • Der Brillantsucher hat einen aufklappbaren Lichtschutz


Beim Gängigmachen stellte sich ein gröberes Problem heraus, ich mußte mich entscheiden zwischen voller Funktionalität und originalem Aussehen.
Im Bild ist deutlich erkennbar, was geschehen ist und wie ich damit umgegangen bin

Grüße, Laufboden

Datei-Anhänge
Langer&Comp_1129.jpg Langer&Comp_1129.jpg (290x)

Mime-Type: image/jpeg, 43 kB

27.08.14 10:33
Danimann 

BZF-Meister

27.08.14 10:33
Danimann 

BZF-Meister

Re: Bülter & Stammer Plattenkamera

Hallo Laufboden,

das sind aber sehr interessante Infos! Danke für die Recherche und das Erzählen!

Ein Rodenstock mit Seriennummer unter 1500 dürfe aus dem Jahre...1890 (!!!) stammen?? Ich meine, erst in 1910 hatte Rodenstock das Objetktiv #50.000 produziert. Wann genau wurden die anderen 49.999 zwischen 1877 und 1909 weiss ich (weisst es genau einer?) leider nicht...

Deine Langer&Comp sieht aus etwa 1912 aus? Der Compur ist echt alt (um 1905?) der U-Standarte kam nicht erst etwa 1910? (hier bin mir nicht ganz sicher, aber früher hat man diesen Technik eigentlich nicht verwendet).

Hast du wirklich was an der Kamera "gebastelt"? Ich werde blind, aber bei sieht auf dem Bild alles "echt" aus!

Gruß

Dani

27.08.14 12:57
Laufboden

nicht registriert

27.08.14 12:57
Laufboden

nicht registriert

Re: Bülter & Stammer Plattenkamera

Hallo Danimann,

Danimann:
Ein Rodenstock mit Seriennummer unter 1500 dürfe aus dem Jahre...1890 (!!!) stammen?? Ich meine, erst in 1910 hatte Rodenstock das Objetktiv #50.000 produziert. Wann genau wurden die anderen 49.999 zwischen 1877 und 1909 weiss ich (weisst es genau einer?) leider nicht...

Naja, so völlig der Reihe nach waren die ersten Rodenstock-Numerierungen nach diversen Anmerkungen offenbar nicht, erst ab ca. 1910 dürfte es einigermaßen so weit gewesen sein. Es soll jemand geben, die die Werkbücher hat - nur daraus ergäbe sich Genaues.
Die üblichen Angaben zur Numerierung von Rodenstock sind am Anfang als sehr ungefähr zu betrachten. Viele Hersteller vergaben Nummernblöcke an einzelne Objektivtypen, andere wiederum numerierten zumindest anfangs alle Objekttypen neu durch, nicht immer wurde dabei von Null angefangen.

Im Prinzip sagt auch eine fehlende Numerierung nicht viel aus. Bei einem ungewöhnlichen und unnumerierten C-Claron, das ich nicht einordnen konnte, habe ich bei Schneider Kreuznach nachgefragt. Die Antwort war, es habe sich um einen einmaligen Auftrag für einen einzigen Kopiererhersteller gehandelt, Fünflinser(!), 5000 Stück, eine Numerierung sei deshalb nicht nötig gewesen.

Das Imagonal wurde durch das erste Eurynar (noch Doppel-Gauß, also kein Dialyt) abgelöst, und das dürfte um 1908 geschehen sein - zumindest, soweit ich das bisher einschätzen kann.
Mein Imagonal schätze ich deshalb auf 1905-8, es ist unnumeriert und von der wohl häufigsten Variante, mein ältestes Eurynar hat eine Nummer in den fünfundzwanzigtausendern.

Danimann:
Deine Langer&Comp sieht aus etwa 1912 aus? Der Compur ist echt alt (um 1905?) der U-Standarte kam nicht erst etwa 1910? (hier bin mir nicht ganz sicher, aber früher hat man diesen Technik eigentlich nicht verwendet).

Ich hatte auch auf 1911-14 geschätzt. Der 7o'clock-Compound soll 1911 auf den Markt gekommen sein, die Kamera ist eher etwas jünger, 1912 würde perfekt passen.

Danimann:
Hast du wirklich was an der Kamera "gebastelt"? Ich werde blind, aber bei sieht auf dem Bild alles "echt" aus!

Schön - dann ist es wirklich so auffällig, daß man es übersieht
Meine Frau hatte es auch nicht bemerkt - aber die kennt solche Apparate nicht.

Ich habe die gebrochene Standarte im Bereich um die Höhenverstellungsschraube geschient. Die Schiene ist aus extrafestem nitriertem Stahlblech - war nicht ganz einfach, sie passend zu biegen.

Die Höhenverstellung hing fest, einen Grund sah ich nicht. Nach Ölen etc. gelang es mir, sie ein ganz klein wenig zu bewegen. Damit hätte ich es vielleicht bewenden lassen sollen, doch den Grund für das Festsitzen sah ich erst , als es zu spät war. An der Schwachstelle - der Bohrung für die Höhenverstellung - war die Standarte nämlich bis zum Gewinde der Schraube gebrochen und dadurch verbogen. Noch 'ne Spur weiter, und sie war ab.

Die Standarte ist wohl aus Magnalium und hat an der Bruchstelle so grobkörniges Gefüge, daß der Verdacht, es handele sich um eine damals wenig erprobte Technik, nicht von der Hand zu weisen ist. Kein Wunder, daß sich diese Art der Höhenverstellung nicht durchgesetzt hat. An dieser Stelle sind wohl öfter Standarten gebrochen ...

Grüße, Laufboden

27.08.14 14:20
Danimann 

BZF-Meister

27.08.14 14:20
Danimann 

BZF-Meister

Re: Bülter & Stammer Plattenkamera

Laufboden:
Hallo Danimann,
Das Imagonal wurde durch das erste Eurynar (noch Doppel-Gauß, also kein Dialyt) abgelöst, und das dürfte um 1908 geschehen sein - zumindest, soweit ich das bisher einschätzen kann.

Das ist wieder ein super Erkenntnis! (für mich!). Ich habe eine Reisekamera mit Eurynar Nummer 25507, und hatte sie dann auf ca. 1900 datiert. Wenn der Eurynar aber 1908 eingeführt wurde, dann sind objektiv/Kamera aus ca. 1909, nehme ich an, Falls die Nummerierung diesmal doch passend ist?

Tatsächlich; ich habe im Lens Vademecum nachgeschaut (das Eurynar habe ich seit lange...) und etwa 50.000 Stück wurden zwischen 1909-1914 produziert. Ich nehme an, mein Eurynar (f/6.8, 240mm für Platten 10x15) ist ein Dyalit.






Laufboden:
Ich hatte auch auf 1911-14 geschätzt. Der 7o'clock-Compound soll 1911 auf den Markt gekommen sein, die Kamera ist eher etwas jünger, 1912 würde perfekt passen.

Ich dachte diese Compound wäre eine ältere Version, aber du hast Recht, ich hatte den Gewindeanschluss übersehen!



Danimann:
Schön - dann ist es wirklich so auffällig, daß man es übersieht
Meine Frau hatte es auch nicht bemerkt - aber die kennt solche Apparate nicht.

Das Teil was du nennst ist mir auch aufgefallen, aber nicht als "Zusatz". Man lernt einfach immer was neues mit jeder Kamera. Ich gratuliere für die gelungene Reparatur! (Meine Frau hätte es auch nicht gefunden)

Gruß

Dani

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eurynar_68_06.jpg eurynar_68_06.jpg (313x)

Mime-Type: image/jpeg, 133 kB

eurynar_68_08.jpg eurynar_68_08.jpg (291x)

Mime-Type: image/jpeg, 129 kB

1913_deckel_compound_burke_james.JPG 1913_deckel_compound_burke_james.JPG (294x)

Mime-Type: image/jpeg, 61 kB

27.08.14 21:02
Laufboden

nicht registriert

27.08.14 21:02
Laufboden

nicht registriert

Re: Bülter & Stammer Plattenkamera

Hallo Danimann,

das ist ein wirklich schönes Eurynar. Meines ist für versenkte Montage (und es klebt noch der inzwischen wenig lesbare Preiszettel dran - eine 36 und ein altes Währungssymbol, das sich von einem alten englischen Pfundzeichen herleitet). Ich habe es im originalen Zustand belassen, weil ich das Gefühl habe, es könnte schon ursprünglich abgedunkelt worden sein. Mag aber sein, daß ich mich irre, denn schließlich dunkelt Messing mit der Zeit nach, auch wenn es lackiert ist.

Ich meine, auch Dein Eurynar kann kein Dialyt sein - meine Eurynare ab knapp 238.600 sind alle Dialyte, aber bis 116500 sind alle Doppel-Gauss.
Man kann das auf zwei Arten überprüfen:

  • durch Zerlegen (empfiehlt sich nur, wenn das Objektiv zum Reinigen sowieso zerlegt werden muß)
  • durch Kontrolle der Reflexe

Für die zweite Methode braucht man eine klassische klare Glühbirne mit breiter (nicht hoher!) Glühwendel, also keines dieser neumodischen Dinger.
Ich verwende eine alte 15W-E25-Birne, klassische Taschenlampenbirnen dürften ebenfalls gehen, von den neuen Leuchtmitteln klappt es vermutlich und höchstens noch mit Speziallampen wie Backofenlampen. Mit denen leuchtet man von vorn auf das Objektiv und guckt auf die Reflexe der Glühwendel.

Verkittete Flächen geben schwache Reflexe, andere Oberflächen starke. Die Reflexe vergüteter Flächen sind naturgemäß schwächer.
Interessant ist nunmehr (Größe und) die Krümmung dieser Reflexe der als gerade gedachten Glühwendel.

Am leichtesten sind die Objektivhälften einzeln zu beurteilen, approximativ kann man die Blende schließen (manche Blende erzeugt aber auch einen, meist schwachen, Reflex). Und auch z.B. nicht mehr so gut geschwärzte Ränder können leichte Reflexe erzeugen, aber die verhalten sich meist etwas anders.

Es ist nicht immer einfach, das Ergebnis zu lesen, auch wenn die Reflexe je nach Typ immer recht ähnlich ausschauen.
Hab mal mein vergleichbares Eurynar angeschaut.
Eurynare sind immer symmetrisch (zumindest fast). Es reicht also, z.B. das Hinterglied anzuschauen.
Am besten sieht man es von der der Blende zugewandten Seite an. Man sieht einen große und drei kleine Reflexe, alle stark. Die drei kleinen Reflexe sind alle in derselben Richtung gekrümmt, der große in der anderen - also ein 4-Linser-Doppelgauß.

Zum Vergleich Dialyt. Da reicht es, ein neueres Eurynar zu nehmen, die Blende zu schließen und von vorn zu schauen - zwei Reflexe in eine, zwei in die andere Richtung, beide etwa gleich groß. Sieht man die Hälfte von innen, ändern sich die Größenverhältnisse, aber eines bleibt: zwei Reflexe in eine, zwei in die andere Richtung.

Bezüglich der Datierung von Compounds beziehe ich mich auf
http://www.earlyphotography.co.uk/site/entry_S47.html
( 7o'clock und 11o'clock beziehen sich dabei auf die Stellung des Auslösers - ein Stundenzeiger würde zu dieser Zeit auf den Auslöser zeigen ).

Man sieht da, wieviele Varianten es in so kurzer Zeit gab - und eine Variante habe ich, die da noch nichteinmal aufgeführt ist -
einen 11o'clock Compound ähnlich wie beim Modell 1909 rechts unten, jedoch B Z senkrecht angeordnet, und M fehlt - wenn man den Verschluß aufzieht, ist es automatisch M! Ich kann mich nicht erinnern, diese Variante dokumentiert gesehen zu haben.

Grüße, Laufboden

28.08.14 10:28
Danimann 

BZF-Meister

28.08.14 10:28
Danimann 

BZF-Meister

Re: Bülter & Stammer Plattenkamera

Hallo Laufboden!

Du kennst dich aber echt gut aus!

Das Eurynar werde ich, wie du schon gut denken kannst, nicht auseinander nehmen. Zumindest nicht nur auf Neugierde! Das Objektiv ist in einem super Zustand und soll so bleiben!

Das mit der Glühbirne werde ich aber vielleicht doch mal probieren, danke für die Erklärung!

Ich hatte mal eine Darstellung eines Eurynars gefunden:



Demnach würde es sich doch um einem Dyalit handeln. Dort ist aber nur die Variante bis 1:6,5 dargestellt, und das Datum des Dokument habe ich nicht, könnte sich dann um eine Spätere Version handeln; und da mein Eurynar einer der ersten sein sollte, dann wäre es doch kein Dialyt.

Ich habe übrigens noch ein Eurynar (Nummer 353143), aber in einer "bescheidenen" Ausführung, aus einer Rodenstock Kamera aus etwa 1926:



earlyphotography.co.uk kannte ich bereits, und von dort habe ich auch oft viele nutzliche Infos bekommen :-)

Ich meinte früher, dein Compur hat Gewindeanschluss, somit könnte nicht vor 1908 produziert worden sein (da noch für Ballauslöser hergestellt).

Zeige bitte dein Compur wenn es geht! Ich will noch (mittelfristig) über die Compure Recherchieren, und alle "neue" Varianten sind willkommen!

Nachtrag 05.09.14: Anbei eine anzeige vom Eurynar aus 1936; da wird die Variante 1:6,8 noch erwähnt.



Gruß

Dani

Zuletzt bearbeitet am 05.09.14 13:51

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Unbenannt.JPG Unbenannt.JPG (313x)

Mime-Type: image/jpeg, 38 kB

rodenstock_16.jpg rodenstock_16.jpg (262x)

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eurynar_1936.JPG eurynar_1936.JPG (299x)

Mime-Type: image/jpeg, 117 kB

28.08.14 12:58
Laufboden

nicht registriert

28.08.14 12:58
Laufboden

nicht registriert

Re: Bülter & Stammer Plattenkamera

Hallo Danimann,

Danimann:
Das Eurynar werde ich, wie du schon gut denken kannst, nicht auseinander nehmen. Zumindest nicht nur auf Neugierde! Das Objektiv ist in einem super Zustand und soll so bleiben!
Das mit der Glühbirne werde ich aber vielleicht doch mal probieren, danke für die Erklärung!

Die meisten meiner Eurynare mußte ich nach Kauf putzen. Mit etwa 80 bis 100 Jahre sieht eben nicht alles so richtig jugendfrisch aus ...

Mit Übung kann man die meisten - nicht alle! - alten Objektive nach ihren Reflexen einordnen, zumindest wenn man Vergleichsmöglichkeit mit einem Objektiv bekannter Konstruktion hat (sind die Reflexe i.w. gleich, auch unter verschiedenen Winkeln?). Viele neue Objektive haben einfach zuviele Linsen. Es gibt zudem durchaus Grenzfälle, bei denen die Entscheidung schwer fallen kann (schwacher Reflex von einer Glasoberfläche oder von anderswo?), und um manche Reflexe zu sehen muß man das Objektiv drehen und wenden.
Wenn aber z.B. partout nur 3 starke Reflexe zu sehen sind, macht es auch nichts. Starke Reflexe treten immer paarweise auf, einen vierten muß es also geben, sonst würde das Objektiv nirgends aufhören .
Manchmal gibt es fast ebene (oder scheinbar ebene) Flächen, die geben je nach Blickwinkel keinen oder einen großflächigen und evtl. verzerrten Reflex. Braucht man dessen Gestalt, hilft meist Betrachtung von der anderen Seite.
Schwache Reflexe stammen aber von verkitteten Flächen, da haben beide dieselbe Krümmung, und die 'Lupe', durch die man sie sieht, ist dieselbe, sie treten deshalb immer einzeln auf.

Danimann:
Ich hatte mal eine Darstellung eines Eurynars gefunden: ..
Demnach würde es sich doch um einem Dyalit handeln. Dort ist aber nur die Variante bis 1:6,5 dargestellt, und das Datum des Dokument habe ich nicht, könnte sich dann um eine Spätere Version handeln; und da mein Eurynar einer der ersten sein sollte, dann wäre es doch kein Dialyt.

Ich habe übrigens noch ein Eurynar (Nummer 353143), aber in einer "bescheidenen" Ausführung, aus einer Rodenstock Kamera aus etwa 1926:

Sammler haben die Eurynare lange nicht so richtig beachtet. Das liegt zum einen daran, daß sie früher zu den häufigsten Objektiven gehörten, zum anderen daran, daß sich ihre Konstruktion im Lauf der Zeit verändert hat. Nun, kleinere Verbesserungen haben auch andere erfahren, das Tessar z.B. ist öfter modifiziert worden, jedoch nicht dessen grundlegende Formel.
Ich habe nur eine einzige grundlegende Konstruktionsänderung gefunden, sie muß in den Jahren um 1920 geschehen sein.
Damals waren anscheinend Dialyte modern, und die Möglichkeiten, die im Gauss-Typ stecken, noch nicht voll erkannt. Dialyte hatten einen entscheidenden Vorzug, die Hälften sind immer verwendbar, während dies bei Gauss-Typen in der Regel nicht der Fall sein soll (Genaueres weiß ich nicht, eigene Versuche habe ich nicht gemacht. Kann z.B. sein, daß man bei Gauss-Typen dann nur stärker abblenden muß).
Anscheinend war es auch leichter, sie auf höhere Lichtstärken zu bringen, auch wenn die 1:4.5 auch mit älteren Eurynaren erreicht werden konnte (über 1:5.4 habe ich selbst noch kein altes Eurynar gesehen, und selbst mein 1:5.4/18cm-Eurynar ist schon ziemlich gewichtig)

Danimann:
Ich meinte früher, dein Compur hat Gewindeanschluss, somit könnte nicht vor 1908 produziert worden sein (da noch für Ballauslöser hergestellt).

Zeige bitte dein Compur wenn es geht! Ich will noch (mittelfristig) über die Compure Recherchieren, und alle "neue" Varianten sind willkommen!

Kann es sein, daß Du gelegentlich Compur schreibst, wenn Du Compound meinst?
Anbei ein Bild von dem 11o'clock-Compound - flaches Rad, der Anschluß nach unten sieht wie ein Ballanschluß aus, hat innen ein Gewinde, in das keiner meiner Drahtauslöser greift, Drahtauslösung ist möglich (verifiziert), pneumatische Auslösung kann ich mit meiner Ausrüstung leider nicht testen, sieht aber so aus.
Interessant ist die senkrecht angeordnete "B Z". Wie schon gesagt, gibt es bei diesem Verschluß keine 'M'-Stellung (und auch keine Sperre) - wenn er aufgezogen ist, wird die eingestellte Zeit gewählt(naja - hakt gelegentlich ein bißchen), sonst der B bzw. Z (=T).
Das ist zwar bequem, führt aber leicht zu Fehlbelichtungen. Vermutlich ist diese Methode deshalb nicht weiterverfolgt worden.

Das Fotar hatte ich zwar mit der Kamera gekauft, aber nicht mit diesem Verschluß sondern einem Vario (es dürfte ursprünglich auch nicht zur Kamera gehört haben). Die Blendenwerte stimmen aber, und die am Schild nicht gravierte 6.3 läßt sich trotzdem klaglos einstellen.

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 28.08.14 14:50

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Compound_11oclock_mitBZ_flachesRad_unnumeriert.jpg Compound_11oclock_mitBZ_flachesRad_unnumeriert.jpg (295x)

Mime-Type: image/jpeg, 253 kB

28.08.14 14:09
Danimann 

BZF-Meister

28.08.14 14:09
Danimann 

BZF-Meister

Re: Bülter & Stammer Plattenkamera

Hallo Laufboden!

Deine "Reflexmethode" ist durchaus interessant! Du solltest alle mögliche Variationen unbedingt fotografieren, dokumentieren und irgendwie (im Internet?) posten! (leicht gesagt, ich weiss...)

Ich denke, nicht so viele Sammler machen sich Gedanken um die optische Gruppen und deren Entwicklung, leider, und geben sich meistens zufrieden mit einem "ist ein Tessar" oder "Aplanat" oder, oder...ohne weitere Recherchen.

Laufboden:
Kann es sein, daß Du gelegentlich Compur schreibst, wenn Du Compound meinst?

Selbstverständlich Ich wollte meinen auch dass ich die ganze Deckel Reihe (zumindest bis zu II Weltkrieg) recherchieren will. Da habe ich auf die Schnelle dem Compound mit dem Compur vertauscht

Laufboden:
Anbei ein Bild von dem 11o'clock-Compound - flaches Rad, der Anschluß nach unten sieht wie ein Ballanschluß aus, hat innen ein Gewinde, in das keiner meiner Drahtauslöser greift, Drahtauslösung ist möglich (verifiziert), pneumatische Auslösung kann ich mit meiner Ausrüstung leider nicht testen, sieht aber so aus.
Interessant ist die senkrecht angeordnete "B Z". Wie schon gesagt, gibt es bei diesem Verschluß keine Sperre - wenn er aufgezogen ist, wird die eingestellte Zeit gewählt(naja - hakt gelegentlich ein bißchen), sonst der B bzw. Z (=T).


Die Zeitspanne etwa 1908-1914 ist sehr interessant bei den Zentralverschlüssen, da dort haben fast alle Hersteller versucht ihre eigene Methode für einen Drahtauslöser umzusetzen. Bekanntlich hat Gauthier das Rennen mit der Gewinde seinem IBSO (und dann die andere Gauthier Reihe) gewonnen. In dieser Übergangszeit, viele Hersteller (also nicht nur Deckel, sondern anderen wie Wollensak in der USA) haben sie sich es vorerst "einfach" gemacht, in dem lediglich eine Gewinde im Anschluss des bestehenden pneumatischen Zylinders angebracht wurde. Die Mechanik des Verschlüsses sollte nicht (oder wenn auch nur minimal) geändert werden. Es war relativ egal, ob durch den Zylinder Luft oder einen Stahldraht den Auslöser betätigt wurde.

Dein Compound sollte dann eine von diesen "Übergangslösungen" sein. Es wundert mich nicht, dass du keinen deinen Drahtauslösers verwenden kannst. Diese werden wahrscheinlich alle (oder fast) auf die Gauthier Gewinde greifen, und somit sind nicht passend für frühe "Compound" Gewinden. Da, wie gesagt, kurz danach die Gauthier Gewinde sich mehr oder weniger standarisiert hat (Leica war scheinbar nicht interessiert) werden die Compound Drathauslöser eher selten zu finden sein. HIer eine übersicht aus 1912/13:




Wie man sieht, ist die Compound Gewinde (Style F) viel anders als die "normale" Ibso Gewinde (Style B). Wahrscheinlich ist aber passend für dein Compound der aller erste Auslöser (Style A) die irgendwie passend (als "Klemme")für die kugelförmige pneumatische Anschlüsse aussieht. Vielleicht war der Style A auch zur Verwendung mit Verschlüsse, die immer noch über die "alten" pneumatischen Anschlüsse (also ohne Gewinde oder Modifizierungen) verfügten.


Und vielen Dank für das Bild! Ich denke, ich hatte auch bisher kein "Übergangscompound" gesehen.

Gruß

Dani

Datei-Anhänge
1913_cables.JPG 1913_cables.JPG (320x)

Mime-Type: image/jpeg, 45 kB

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Konstruktionsänderung   Laufboden   Wollensak   Rodenstock-Numerierungen   Rodenstock   Reflexe   Plattenkamera-Objektiv   Plattenkamera   Rodenstock-Doppel-Anastigmat   Bülter   fünfundzwanzigtausendern   Höhenverstellungsschraube   Objektiv   Mattscheibenbetrachtung   Vielleicht   Stammer   Sechslinser-Doppelanastigmat   Brennweite   Danimann   Eurynar